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Gute Nachricht Bibel

1 Ich verkünde euch jetzt die Gebote und Rechtsbestimmungen, die ihr befolgen müsst in dem Land, das der Herr, der Gott eurer Vorfahren, euch geben wird. Sie gelten, solange ihr in diesem Land lebt.

Das Grundgebot: Ein zentrales Heiligtum für ganz Israel

2 Zerstört alle Opferstätten auf den Bergen und Hügeln und unter den heiligen Bäumen, an denen die Völker, die ihr vertreiben werdet, ihre Götter verehren.
3 Reißt die Altäre ab, zertrümmert die Steinmale, verbrennt die geweihten Pfähle und stürzt alle Götzenbilder um. Nichts darf mehr an die fremden Götter erinnern.
4 Ihr dürft es auch nicht den Völkern des Landes nachmachen und den Herrn, euren Gott, an solchen Stätten verehren.1
5 Ihr sollt vielmehr zu der einen und einzigen Stätte kommen, die er im Gebiet eurer Stämme auswählen und dazu bestimmen wird, dass sein Name dort wohnt.2
6 Dorthin sollt ihr ihm alle eure Opfer bringen: die Brandopfer und Mahlopfer, den zehnten Teil eurer Ernte, die Pflichtabgaben, die freiwilligen Gaben und was ihr dem Herrn durch ein Gelübde versprochen habt, ebenso die Erstgeburten eurer Rinder, Schafe und Ziegen.
7 Dort sollt ihr vor dem Herrn, eurem Gott, das Opfermahl halten. Feiert es zusammen mit euren Familien und genießt voll Freude, was eure Arbeit euch durch Gottes Segen eingebracht hat.
8 Bis jetzt konnte jeder von euch seine Opfer darbringen, wo und wie es ihm gefiel.3
9 Denn ihr hattet das Land noch nicht in Besitz genommen, in dem euch der Herr, euer Gott, nach der langen Wanderung zur Ruhe kommen lassen will.
10 Aber wenn ihr nun den Jordan überschritten und das Land in Besitz genommen habt, das der Herr euch geben will, und wenn ihr mit seiner Hilfe alle eure Feinde besiegt habt und in Ruhe und Sicherheit lebt,
11 dann gilt eine andere Ordnung. Dann sollt ihr eure Opfer und Abgaben ausschließlich zu der einen Stätte bringen, die der Herr, euer Gott, dazu auswählen wird, dass sein Name dort wohnt.
12 Dort, in Gegenwart eures Gottes, sollt ihr eure Opferfeste feiern und fröhlich sein mit euren Söhnen und Töchtern, euren Sklaven und Sklavinnen. Lasst auch die Leviten mitfeiern, die in euren Dörfern und Städten wohnen, denn sie haben ja keinen Landbesitz unter euch.

Die Folge: Unterscheidung von Opfer und Schlachtung

13 Lasst euch nicht einfallen, eure Brandopfer an irgendeiner der Opferstätten darzubringen, die ihr im Land vorfindet.
14 Ihr müsst damit zu der einen und einzigen Stätte kommen, die der Herr im Gebiet eines eurer Stämme dafür auswählen wird. Dorthin sollt ihr auch alle anderen Opfer und Abgaben bringen, die ich euch vorschreibe.
15 Ihr dürft aber ohne Einschränkung in euren Ortschaften Tiere schlachten und ihr Fleisch essen – so viel der Herr euch in seiner Güte geben wird. Alle dürfen davon essen, auch wer gerade unrein und deshalb von der Teilnahme an einem Opfer ausgeschlossen ist. Es ist genauso, als würdet ihr ein Stück Wild essen, eine Gazelle oder einen Hirsch.
16 Nur das Blut dürft ihr nicht essen; ihr müsst es wie Wasser auf die Erde fließen lassen.4
17 Aber nichts von dem, was für den Herrn bestimmt ist, dürft ihr in euren Ortschaften verzehren, weder den Zehnten Teil von eurem Getreide, Wein und Öl noch die Erstgeburten eures Viehs noch irgendeine andere Opfergabe oder Abgabe.
18 Nur in Gegenwart des Herrn, eures Gottes, an dem einen Heiligtum, das er bestimmen wird, dürft ihr es verzehren, ihr und eure Söhne und Töchter, eure Sklaven und Sklavinnen und die Leviten, die bei euch leben. Genießt voll Freude vor dem Herrn, eurem Gott, was eure Arbeit euch eingebracht hat.5
19 Und vergesst dabei nie, solange ihr in eurem Land lebt, für die Leviten zu sorgen.
20 Wenn der Herr, euer Gott, euer Gebiet erweitern wird, wie er euch das zugesagt hat, und ihr wollt gerne Fleisch essen, dann dürft ihr das unbedenklich an euren Wohnsitzen tun, sooft ihr wollt.
21 Ihr müsst dazu nicht zu der Stätte gehen, die der Herr, euer Gott, dazu auswählen wird, dass sein Name dort wohnt.6 Alle, die zu weit von seinem Heiligtum entfernt leben, dürfen an ihren Wohnsitzen von den Rindern, Schafen und Ziegen, mit denen der Herr sie gesegnet hat, schlachten und verzehren, was sie wollen, so wie ich das angeordnet habe.
22 Ihr sollt es genauso halten, wie wenn ihr ein Stück Wild verzehrt: Jeder kann davon essen, auch wer gerade unrein und deshalb von der Teilnahme an einem Opfer ausgeschlossen ist.
23 Nur eins müsst ihr auch in diesem Fall beachten: Ihr dürft niemals Fleisch essen, in dem noch Blut ist; denn im Blut ist das Leben.
24 Ihr müsst das Blut wie Wasser auf die Erde fließen lassen.
25 So gefällt es dem Herrn, und wenn ihr das beachtet, wird es euch und euren Nachkommen gut gehen.
26 Aber die Abgaben und alles, was ihr durch ein Gelübde dem Herrn versprochen habt, müsst ihr zu seinem Heiligtum bringen.
27 Auch die Tiere für das Brandopfer müsst ihr dorthin bringen und sie vollständig dem Herrn, eurem Gott, darbringen, das Blut und das ganze Fleisch. Das Blut der Tiere, die für das gemeinsame Opfermahl bestimmt sind, müsst ihr dort an den Altar gießen; das Fleisch dürft ihr essen.
28 Befolgt genau alle diese Vorschriften, die ich euch jetzt gebe, und tut alles, was vor dem Herrn, eurem Gott, recht und gut ist. Dann wird es euch und euren Nachkommen immer gut gehen.

Warnung vor Nachahmung fremder Bräuche

29 Wenn ihr in das Land einzieht und der Herr, euer Gott, euch seine Bewohner preisgibt, sodass ihr sie vernichten und ihr Land in Besitz nehmen könnt,
30 dann lasst euch nicht dazu verführen, ihre Bräuche nachzuahmen. Erkundigt euch nicht danach, wie sie ihre Götter verehrt haben, um euren Gottesdienst ebenso einzurichten.
31 Ihr dürft den Herrn, euren Gott, nicht auf ihre Weise verehren. Denn diese Völker haben zu Ehren ihrer Götter lauter Dinge getan, die dem Herrn zuwider sind und die er hasst. Sie haben sogar ihre Söhne und Töchter als Opfer für die Götzen verbrannt.
1 Dass dies dennoch geschah, belegen die Geschichtsbücher des Alten Testaments an vielen Stellen (z.B. Ri 6,24; 1Sam 9,12-24). Erst seit König Joschija wurde das Gebot von Dtn 12 befolgt (2Kön 23,8-9; vgl. die Sacherklärung »«).
2 Nicht Gott, sondern sein Name wohnt im Allerheiligsten des Tempels; aber der Name bedeutet Gottes volle Gegenwart, seine gnädige Zuwendung und heilbringende Nähe; vgl. Sacherklärung »«.
3 Hier ist vorausgesetzt, dass in der alten Zeit jede Schlachtung ein Opfer war (siehe Anmerkung zu Lev 7,28-29). Jetzt wird beides getrennt (12,15.20-22).
4 Ein Überrest der alten Opferhandlung: Das Blut als »Sitz des Lebens« gehört Gott (Lev 17,11). Die Vorschrift wird im jüdischen Brauch des »Schächtens« bis heute befolgt.
5 Wie beim Sabbatgebot (5,14-15) erweist sich Gott auch hier als der Vater, der für sein Volk sorgt. Beim Opfermahl sind die Menschen Gäste Gottes, der nur einen Teil des Opfertieres für sich beansprucht (siehe Vers 27 und Anmerkung zu Lev 3,7-16).
6 sein Name ...: siehe Anmerkung zu Vers 5.
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