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Gute Nachricht Bibel

1 Bileam erkannte: Es war der Wille des Herrn, dass er dieses Volk segnen sollte. Deshalb schaute er diesmal nicht nach Vorzeichen aus. Er blickte in die Ebene hinunter
2 und sah dort Israel nach Stämmen geordnet lagern. Da kam der Geist Gottes über ihn
3-4 und er sagte: »Ich höre, was der Herr verkündet. Ich sehe, was der Mächtige mir zeigt. Ich liege da – die Augen sind geschlossen –, ich schaue, was mir Gott vor Augen stellt:
5 Wie schön sind deine Zelte, Israel! Wie blühend sehen deine Dörfer aus!
6 In allen Tälern dehnen sie sich weit, wie frisches Grün, wie Gärten an den Bächen, wie starke Bäume, die der Herr gepflanzt hat, wie Zedern an den Wasserläufen.
7 Die Brunnen Israels versiegen nicht, die Saat steht reich bewässert auf den Feldern. Sie werden mächtiger als ihre Nachbarn, ihr König wird selbst König Agag schlagen.
8 Ihr Gott errettete sie aus Ägypten, er streitet für sie wie ein wilder Stier. Sie werden ihre Feinde ganz vernichten, so wie ein Raubtier seine Beute frisst und ihr die Knochen durchbeißt und zermalmt. Die Pfeile dieses Volkes treffen tödlich.
9 Es ist gefährlich wie ein starker Löwe – wer wagt ihn aufzustören, wenn er ruht? Ein jeder, der dich segnet, Israel, hat selber teil an diesem Segen. Wer dich verflucht, wird selbst vom Fluch getroffen!«
10 Vor Zorn ballte Balak die Fäuste und sagte zu Bileam: »Du solltest einen Fluch auf meine Feinde schleudern, der ihnen den Untergang bringt. Dazu ließ ich dich holen. Du aber hast sie gesegnet, und das schon zum dritten Mal!
11 Mach, dass du fortkommst! Scher dich nach Hause! Ich hatte dir eine reiche Belohnung versprochen. Du kannst dich beim Herrn dafür bedanken, dass sie dir jetzt entgeht!«

Bileam blickt in die Zukunft

12 Bileam erwiderte: »Ich habe doch gleich zu deinen Boten gesagt:
13 ›Auch wenn König Balak mir alles Silber und Gold gibt, das er besitzt – ich kann nur tun, was der Herr mir aufträgt. Ich verteile Fluch und Segen nicht nach meinem eigenen Willen. Ich muss sagen, was der Herr mir befiehlt.‹
14 Jetzt kehre ich nach Hause zurück. Aber vorher will ich dir noch ankündigen, was dein Volk von diesem Volk in der Zukunft zu erwarten hat.«
15-16 Dann begann er: »Ich höre, was der Herr verkündet. Ich sehe, was der Mächtige mir zeigt. Ich liege da – die Augen sind geschlossen –, ich schaue, was mir Gott vor Augen stellt:
17 Ich sehe einen, noch ist er nicht da; ganz fern erblick ich ihn, er kommt bestimmt! Ein Stern geht auf im Volk der Jakobssöhne, ein König steigt empor in Israel.1 Er wird die Moabiter tödlich treffen, die ganze Sippe Sets2 wird er vernichten.
18 Das ganze Seïr nimmt er in Besitz, das Land der Edomiter, seiner Feinde. Und Israel wird stark und mächtig werden.
19 Der König, der von Jakob abstammt, wird über alle seine Feinde siegen. Auch wer sich in die feste Stadt gerettet hat, wird dort vor ihm nicht sicher sein.«
20 Als Bileam umherschaute und das Gebiet der Amalekiter erblickte, sagte er: »Amalek, einst das erste unter den Völkern – doch bald schon schlägt seine letzte Stunde.«
21 Als er das Gebiet der Keniter erblickte, sagte er: »Wie sicher ihr wohnt! Unangreifbar sind eure Orte wie das Raubvogelnest hoch dort am Felsen.3
22 Und doch erreicht euch das Feuer. Kein Nachkomme Kains bleibt hier übrig; gefangen führt der Assyrer euch fort!«
23-24 Weiter sagte Bileam: »Wehe, wer kommt da vom Norden?4 Scharen5 aus dem Land der Kittäer!6 Sie schlagen die Syrer und die Hebräer. Doch bald schlägt auch ihnen die letzte Stunde!«
25 Als Bileam seine Weissagungen beendet hatte, machte er sich auf den Weg in seine Heimat und auch Balak kehrte nach Hause zurück.
1 Was im Folgenden über diesen König gesagt ist, wird einst mit David in Erfüllung gehen; vgl. 2Sam 8,2.14. Das Bild vom »Stern« aber weist noch weiter voraus auf den wahren Friedenskönig Jesus Christus (Mt 2,2; Offb 22,16).
2 Mit Set ist hier nicht der Sohn Adams und Evas von Gen 4,25 gemeint, sondern wahrscheinlich der Stammvater einer Halbnomadengruppe im syrisch-arabischen Raum.
3 Im Hebräischen ein Wortspiel zwischen Nest (ken) und Kain.
4 So mit einer Handschrift; H Wehe, wer bleibt leben, wenn Gott niederlegt.
5 Scharen: vermutlicher Text; H und Schiffe.
6 Kittäer sind ursprünglich die Bewohner der Insel Zypern, dann allgemein die Anwohner des östlichen Mittelmeeres (Griechen, später Römer).
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