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Gute Nachricht Bibel

Ein schwerer Verstoß gegen die Opfervorschriften

1 Zwei Söhne Aarons, Nadab und Abihu, nahmen ihre Räucherpfannen, legten Glut und Weihrauch hinein und gingen damit ins Heilige Zelt. Aber sie hatten die Weisung des Herrn nicht beachtet und die Glut nicht vom Altar des Herrn genommen.
2 Da ging Feuer vom Herrn aus und tötete sie.
3 Mose sagte zu Aaron: »Hier erfüllt sich, was der Herr gesagt hat: ›Ich erweise mich als der heilige Gott1 an denen, die mir nahen dürfen; und meine Macht und Hoheit zeige ich vor meinem ganzen Volk.‹« Aaron war vor Schreck wie gelähmt.
4 Mose rief Mischaël und Elizafan, die Söhne von Aarons Onkel Usiël, und befahl ihnen: »Schafft die Leichen eurer Verwandten aus dem Heiligtum! Bringt sie vors Lager hinaus!«
5 Sie gehorchten und schafften die Toten in ihren Priesterhemden an einen Platz außerhalb des Lagers.
6 Mose sagte zu Aaron und dessen Söhnen Eleasar und Itamar: »Lasst eure Brüder, die anderen Israeliten, um die beiden Männer trauern, die der Herr bestraft hat! Ihr aber dürft eure Haare nicht ungepflegt hängen lassen und eure Kleider nicht zerreißen. Sonst müsst auch ihr sterben und der Zorn des Herrn kommt über die ganze Gemeinde.
7 Entfernt euch auf keinen Fall vom Eingang des Heiligen Zeltes, sonst müsst ihr sterben; denn ihr seid mit heiligem Öl zu Priestern des Herrn geweiht.« Aaron und seine Söhne befolgten diese Anweisung.

Einschärfung der Priesterpflichten

8 Der Herr sagte zu Aaron:
9 »Wenn ein Priester, du selbst oder einer deiner Söhne, ins Heilige Zelt geht, darf er vorher weder Wein noch Bier trinken, sonst muss er sterben. Diese Vorschrift gilt für alle Zukunft.
10 Ihr müsst unterscheiden zwischen gewöhnlichen Orten und meinem Heiligtum, zwischen reinen Dingen und unreinen.
11 Ihr müsst den Israeliten alle Gesetze einprägen, die ich durch Mose verkündet habe, und müsst sie ihnen erklären.«
12-13 Mose sagte zu Aaron und den beiden Söhnen, die ihm geblieben waren, Eleasar und Itamar: »Was von den Speiseopfern übrig bleibt, die dem Herrn dargebracht werden, dürft ihr nehmen und daraus Brot backen, aber ohne Sauerteig2. Esst es an geweihter Stätte, neben dem Altar, denn es ist etwas besonders Heiliges. So hat der Herr es mir befohlen. Es ist der Anteil, der dir, Aaron, und deinen Nachkommen von den Speiseopfern des Herrn zusteht.
14 Die Brust und die Keule, die dir und deinen Nachkommen von den Mahlopfern der Israeliten zustehen, könnt ihr an einem anderen reinen Ort verzehren, nicht nur du und deine Söhne, sondern auch die Frauen.
15 Die Priester sollen aber zuerst Keule und Brust zusammen mit den Fettstücken des Opfertieres zum Altar bringen und sie dem Herrn symbolisch übereignen. Danach gehören sie dir und deinen Söhnen. Das steht euch für alle Zukunft als euer Anteil zu. So hat der Herr es befohlen.«
16 Als Mose nach dem Ziegenbock fragte, der als Sühneopfer dargebracht worden war, stellte sich heraus, dass man auch Fleisch und Fell des Tieres verbrannt hatte. Da wurde Mose zornig auf Eleasar und Itamar, die beiden Söhne, die Aaron geblieben waren, und sagte:
17 »Warum habt ihr das getan? Ihr hättet das Fleisch des Sühneopfers an geweihter Stätte essen sollen; denn es ist etwas besonders Heiliges. Der Herr hat es euch gegeben, weil ihr zwischen ihm und der Gemeinde alles wieder ins Reine bringen und die Schuld der Gemeinde wegschaffen sollt.
18 Nur wenn das Blut des Opfertieres ins Heiligtum vor den Herrn gebracht worden wäre, hätte das Tier verbrannt werden dürfen. So aber hättet ihr das Fleisch im Heiligtum essen müssen, wie ich es angeordnet hatte.«
19 Aaron antwortete Mose: »Du weißt doch, meine Söhne haben ihr Sühneopfer und ihr Brandopfer dem Herrn heute ordnungsgemäß dargebracht und trotzdem ist so etwas Fürchterliches geschehen. Meinst du, es hätte dem Herrn gefallen, wenn wir ausgerechnet heute das Fleisch des Sühneopfers gegessen hätten?«
20 Mose ließ sich das sagen und hieß es gut.
1 Der »heilige Gott« fordert von denen, die in seine Nähe kommen dürfen, als Zeichen der Ehrfurcht die strengste Beachtung der dafür festgesetzten Regeln. Das Ende von Vers 1 lautet wörtlich: Sie brachten fremdes Feuer vor den Herrn, das er ihnen nicht befohlen hatte. Ist die Strafe vielleicht deshalb so hart, weil der Versuchung vorgebeugt werden soll, Fremdem (d.h. der Verehrung fremder Götter) in Israel Raum zu geben?
2 Vgl. die Anmerkung zu 2,4.
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