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Gute Nachricht Bibel

Die Gemeinde als Empfehlungsbrief für Paulus

1 Fange ich schon wieder an, mich selbst anzupreisen?1 Oder brauche ich vielleicht Empfehlungsschreiben an euch oder von euch, wie gewisse Leute sie nötig haben?
2 Ihr selbst seid mein Empfehlungsbrief! Er ist in mein Herz geschrieben und alle können ihn sehen und lesen.
3 Für alle ist sichtbar: Ihr seid ein Brief von Christus, ausgefertigt und überbracht durch meinen Dienst als Apostel.2 Dieser Brief ist nicht mit Tinte geschrieben, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes. Er steht nicht auf Steintafeln,3 sondern in den Herzen von Menschen.

Paulus als Diener des neuen Bundes

4 So viel Selbstvertrauen habe ich vor Gott, weil Christus mich in seinen Dienst gestellt hat.
5 Ich meine nicht, dass ich einem solchen Auftrag aus eigener Kraft gewachsen bin und mir irgendetwas selbst zuschreiben kann. Gott ist es, der mir die Fähigkeit dazu geschenkt hat.
6 Er hat mich fähig gemacht, ihm zu dienen durch die Bekanntmachung seines neuen Bundes. Dieser Bund unterscheidet sich dadurch von dem früheren Bund, dass Gott jetzt nicht ein geschriebenes Gesetz gibt, sondern seinen Geist. Der Buchstabe des Gesetzes führt zum Tod; der Geist aber führt zum Leben.4

Der neue Bund führt zum Leben

7 Der Dienst, der Mose übertragen wurde, galt dem Gesetz, das mit Buchstaben in steinerne Tafeln eingegraben war. Obwohl dieser Dienst den Menschen den Tod brachte, war der Glanz auf dem Gesicht Moses so stark, dass die Israeliten ihn nicht ertragen konnten. Und das war doch nur ein vergänglicher Glanz! Wenn also schon der Dienst, der den Menschen den Tod brachte, mit so viel Herrlichkeit ausgestattet gewesen ist,
8 wie herrlich muss dann erst der Dienst sein, der sie durch den Geist zum Leben führt!
9 Wenn schon der Dienst, der den Menschen die Verurteilung brachte, Gottes Herrlichkeit ausstrahlte, wie viel mehr wird dann der Dienst die Herrlichkeit Gottes ausstrahlen, der ihnen den Freispruch bringt!
10 Verglichen mit diesem überwältigenden Glanz ist jener andere Glanz gar nichts.
11 Schon das, was vergehen muss, hat Gottes Herrlichkeit ausgestrahlt. Wie viel mehr wird dann die Herrlichkeit Gottes von dem ausstrahlen, was für immer besteht!

Der neue Bund führt zur Freiheit

12 Weil ich eine so große Hoffnung habe, kann ich frei und offen auftreten.
13 Ich brauche es nicht wie Mose zu machen, der sein Gesicht jedes Mal mit einem Tuch bedeckte. Denn die Israeliten sollten nicht sehen, dass der Glanz wieder verschwand.5
14 Aber sie wurden ja auch mit Blindheit geschlagen. Wenn sie die Schriften des Alten Bundes lesen, liegt für sie bis heute immer noch dieselbe Decke über deren Worten, und es wird ihnen nicht klar, dass dieser Bund durch Christus an sein Ende gekommen ist.6
15 Auch über ihrem Verstand liegt bis heute eine Decke, wenn sie die Schriften Moses lesen.
16 Aber was für Mose galt, gilt auch für sie alle: »Wenn er sich dem Herrn zuwendet, wird die Verhüllung weggenommen.«
17 Der Herr aber, von dem dieses Wort spricht, nämlich Jesus Christus,7 wirkt durch seinen Geist. Und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.8
18 Wir alle sehen in Christus mit unverhülltem Gesicht die Herrlichkeit Gottes wie in einem Spiegel. Dabei werden wir selbst in das Spiegelbild verwandelt und bekommen mehr und mehr Anteil an der göttlichen Herrlichkeit. Das bewirkt der Herr durch seinen Geist.
1 Der Vorwurf konnte Paulus aufgrund von 1Kor 2–4 gemacht werden und spielte eine Rolle in der Auseinandersetzung mit den fremden Missionaren, die Paulus sogleich erwähnt; vgl. Einführung.
2 Vgl. 1Kor 9,1-2.
3 Auf Steintafeln stand das Mose-Gesetz (Ex 24,12); im »Neuen Bund« soll es anders sein (Jer 31,33; Ez 36,26). Das überraschend angeschlagene Thema verrät, dass die Gegner gesetzestreue Judenchristen waren.
4 Dies wird in Röm 7–8 breit ausgeführt.
5 Dieser Satz enthält eine Deutung von Paulus, die über das im Alten Testament Berichtete hinausgeht; vgl. Ex 34,29-35.
6 Vgl. Röm 1,2; 3,21; 10,4; 11,7-8.
7 von dem ...: verdeutlichender Zusatz; zur Deutung der alttestamentlichen Aussage auf Jesus Christus vgl. Sacherklärung »«.
8 Zur Verbindung von Geistempfang und Freiheit vgl. Röm 8 und Gal 5,18. Im Folgenden erreicht die Gegenüberstellung mit Mose ihren Höhepunkt: Jeder Christ erlebt nun, was einst Mose vorbehalten war.
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