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Einheitsübersetzung 2016

1 Rühme dich nicht des morgigen Tages, denn du weißt nicht, was der Tag gebiert.
2 Rühmen soll dich ein anderer, nicht dein eigener Mund, ein Fremder, nicht deine eigenen Lippen.
3 Schwer ist der Stein und eine Last ist der Sand, doch der Ärger mit einem Toren ist schwerer als beide.
4 Mag der Zorn grausam sein und überschäumend die Wut, wer aber besteht vor der Eifersucht?
5 Besser offener Tadel als Liebe, die sich nicht zeigt.
6 Treu gemeint sind die Schläge eines Freundes, zahlreich die Küsse eines Feindes.
7 Der Satte tritt Honig mit Füßen, doch dem Hungrigen schmeckt alles Bittere süß.
8 Wie ein Vogel, der aus seinem Nest flüchtet, so ist ein Mensch, der aus seiner Heimat fliehen muss.
9 Salböl und Räucherwerk erfreuen das Herz - so auch die Herzlichkeit eines Freundes aus innerer Überzeugung.
10 Deinen Freund und deines Vaters Freund gib nicht auf, geh nicht in das Haus deines Bruders, wenn du in Not bist! Besser ein Nachbar in der Nähe als ein Bruder in der Ferne.
11 Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, damit ich dem antworten kann, der mich beschimpft!
12 Der Kluge sieht das Unheil und verbirgt sich, die Unerfahrenen laufen weiter und müssen es büßen.
13 Nimm ihm das Kleid, denn er hat für einen andern gebürgt! Einer Fremden wegen pfände bei ihm!
14 Wer seinen Nächsten zu laut begrüßt, dem wird es frühmorgens als Verwünschung ausgelegt.
15 Ein ständig tropfendes Dach in der Regenzeit und eine zänkische Frau gleichen einander.
16 Wer sie festhält, hält den Wind fest und seine Hand greift nach Öl.
17 Eisen wird an Eisen geschliffen; so schleift einer den Charakter des andern.
18 Wer einen Feigenbaum pflegt, wird seine Frucht essen, wer auf seinen Herrn Acht gibt, wird geehrt.
19 Wie Wasser ein Spiegel ist für das Gesicht, so ist das Herz des Menschen ein Spiegel für den Menschen.
20 Unterwelt und Totenreich sind unersättlich und unersättlich sind die Augen des Menschen.
21 Der Schmelztiegel prüft das Silber, der Ofen das Gold, der Mensch aber wird geprüft im Urteil dessen, der ihn lobt.
22 Zerstampfst du den Toren auch mit dem Stößel, im Mörser zwischen den Körnern, seine Torheit weicht nicht von ihm.
23 Kümmere dich um das Aussehen deiner Schafe und sorge für deine Herden;
24 denn Besitz bleibt nicht für ewig und eine Krone nicht von Geschlecht zu Geschlecht.
25 Kommt das Gras hervor, erscheint das Grün, sammelt man die Kräuter auf den Bergen,
26 dann gibt es Lämmer für deine Kleidung, Böcke als Kaufpreis für Äcker
27 und genug Ziegenmilch für dich als Nahrung, als Nahrung für dein Haus und Lebensunterhalt für deine Mägde.
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