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Einheitsübersetzung 2016

Anklage Gottes Angsichts der Leiden des Gottesvolkes

1 Für den Chormeister. Ein Weisheitslied der Korachiter.
2 Gott, wir hörten es mit eigenen Ohren, unsere Väter haben uns erzählt von dem Werk, das du in ihren Tagen vollbracht hast, in den Tagen der Vorzeit.
3 Mit eigener Hand hast du Völker vertrieben, sie aber pflanztest du ein. Du hast Nationen zerschlagen, sie aber sätest du aus.
4 Denn nicht mit ihrem Schwert nahmen sie das Land in Besitz und nicht ihr Arm hat ihnen Rettung gebracht; nein, deine Rechte war es, dein Arm und das Licht deines Angesichts; denn du hattest an ihnen Gefallen.
5 Du bist es, mein König, Gott! Gebiete rettende Taten für Jakob!
6 Mit dir stoßen wir unsere Bedränger nieder, in deinem Namen zertreten wir, die gegen uns aufstehn.
7 Denn ich vertraue nicht auf meinen Bogen, noch wird mein Schwert mir Rettung bringen;
8 nein, du hast uns vor unseren Bedrängern gerettet; du hast mit Schmach bedeckt, die uns hassen.
9 Wir rühmten uns Gottes den ganzen Tag und deinem Namen werden wir ewig danken. [Sela]
10 Doch nun hast du uns verstoßen und mit Schmach bedeckt, du ziehst nicht mehr aus mit unseren Heeren.
11 Du lässt uns vor unsern Bedrängern fliehen und die uns hassen, plünderten uns aus.
12 Du gibst uns preis wie Schlachtvieh und unter die Völker hast du uns zerstreut.
13 Du verkaufst dein Volk um ein Spottgeld und hattest an dem Erlös keinen Gewinn.
14 Du machst uns zum Hohn unseren Nachbarn, zu Spott und Schimpf denen, die rings um uns wohnen.
15 Du machst uns zum Sprichwort unter den Völkern, die Nationen schütteln den Kopf.
16 Den ganzen Tag steht meine Schande vor mir, Schmach hat mein Gesicht bedeckt
17 wegen der Stimme des lästernden Spötters, wegen der rachgierigen Blicke des Feindes.
18 All das ist über uns gekommen und doch hatten wir dich nicht vergessen und deinen Bund nicht verraten.
19 Unser Herz wich nicht zurück und unser Schritt hat deinen Pfad nicht verlassen.
20 Doch du hast uns zerschlagen am Ort der Schakale und uns mit Finsternis bedeckt.
21 Hätten wir den Namen unseres Gottes vergessen und zu einem fremden Gott unsere Hände erhoben,
22 würde Gott das nicht erforschen? Denn er kennt das im Herzen Verborgene.
23 Ja, um deinetwillen wurden wir den ganzen Tag getötet, wir galten als Schafe, zum Schlachten bestimmt.
24 Wach auf! Warum schläfst du, Herr? Erwache, verstoß nicht für immer!
25 Warum verbirgst du dein Angesicht, vergisst unser Elend und unsre Bedrückung?
26 Unsere Seele ist in den Staub gebeugt, unser Leib klebt am Boden.
27 Steh auf, uns zur Hilfe! In deiner Huld erlöse uns!
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