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Einheitsübersetzung 2016

Berufung des Gottesknechts

1 Hört auf mich, ihr Inseln, merkt auf, ihr Völker in der Ferne! Der HERR hat mich schon im Mutterleib berufen; als ich noch im Schoß meiner Mutter war, hat er meinen Namen genannt.
2 Er machte meinen Mund wie ein scharfes Schwert, er verbarg mich im Schatten seiner Hand. Er machte mich zu einem spitzen Pfeil und steckte mich in seinen Köcher.
3 Er sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will.
4 Ich aber sagte: Vergeblich habe ich mich bemüht, habe meine Kraft für Nichtiges und Windhauch vertan. Aber mein Recht liegt beim HERRN und mein Lohn bei meinem Gott.
5 Jetzt aber hat der HERR gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht geformt hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammelt werde. So wurde ich in den Augen des HERRN geehrt und mein Gott war meine Stärke.
6 Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht der Nationen; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.
7 So spricht der HERR, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zu dem tief verachteten Mann, dem Abscheu der Nation, dem Knecht der Herrschenden: Könige werden es sehen und sich erheben, Fürsten werfen sich nieder, um des HERRN willen, der treu ist, um des Heiligen Israels willen, der dich erwählt hat.
8 So spricht der HERR: Zur Zeit der Gnade habe ich dich erhört, am Tag des Heils habe ich dir geholfen. Und ich forme dich und mache dich zum Bund mit dem Volk, um das Land aufzurichten und das verödete Erbe zu verteilen,
9 den Gefangenen zu sagen: Kommt heraus! und denen, die in der Finsternis sind: Zeigt euch! An den Wegen weiden sie, auf allen kahlen Hügeln ist ihre Weide.
10 Sie leiden weder Hunger noch Durst, Hitze und Sonnenglut treffen sie nicht. Denn der sich ihrer erbarmt, leitet sie und führt sie zu sprudelnden Quellen.
11 Alle meine Berge mache ich zu Wegen und meine Straßen werden gebahnt sein.
12 Siehe, sie kommen von fern, die einen von Norden und Westen, andere aus dem Land der Siniter.1
13 Jubelt, ihr Himmel, jauchze, o Erde, freut euch, ihr Berge! Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Armen.

Gottes Trost für Zion

14 Doch Zion sagt: Der HERR hat mich verlassen, Gott hat mich vergessen.
15 Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, ohne Erbarmen sein gegenüber ihrem leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergisst: Ich vergesse dich nicht.
16 Sieh her: Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände, deine Mauern sind beständig vor mir.
17 Deine Erbauer eilen herbei und die dich zerstört und verwüstet haben, ziehen davon.2
18 Erhebe deine Augen ringsum und schau: Alle haben sich versammelt und sind zu dir gekommen. So wahr ich lebe - Spruch des HERRN: Du wirst sie alle wie einen Schmuck anlegen, du wirst dich mit ihnen schmücken wie eine Braut.
19 Denn dein ödes, verheertes, zerstörtes Land wird jetzt zu eng für seine Bewohner, weit weg sind alle, die dich verschlingen wollten.
20 Bald wirst du, die du kinderlos warst, mit eigenen Ohren hören, wie deine Kinder sagen: Mir ist der Platz zu eng, rück zur Seite, damit ich hier wohnen kann!
21 Dann wirst du dich in deinem Herzen fragen: Wer hat mir diese geboren? Ich war doch kinderlos und unfruchtbar, war verbannt und verstoßen. Wer hat mir diese herangezogen? Ich war doch allein übrig geblieben. Wo kommen sie her?
22 So spricht GOTT, der Herr: Siehe, ich erhebe meine Hand zu Nationen; und für Völker richte ich mein Feldzeichen auf und sie bringen auf den Armen deine Söhne herbei und tragen deine Töchter auf den Hüften.
23 Könige werden deine Kinder pflegen und Fürstinnen ihre Ammen sein. Mit dem Gesicht zur Erde werfen sie sich nieder vor dir und lecken dir den Staub von den Füßen. Dann wirst du erkennen, dass ich der HERR bin und dass die nicht beschämt werden, die auf mich hoffen.
24 Wird einem Starken die Beute entrissen und kann der Gefangene eines Gerechten entkommen?
25 So spricht der HERR: Auch einem Starken entreißt man den Gefangenen und einem Mächtigen entkommt seine Beute. Ich selbst will mit deinem Gegner streiten, ich selbst will deine Kinder retten.
26 Deinen Unterdrückern gebe ich ihr eigenes Fleisch zu essen, sie sollen sich an ihrem Blut berauschen wie an Most. Dann wird alles Fleisch erkennen, dass ich, der HERR, dein Retter bin und ich, der Starke Jakobs, dein Erlöser.
1 49,12 Siniter: wahrscheinlich die Einwohner von Syene, heute Assuan in Oberägypten.
2 49,17 deine Erbauer: Vg, vgl. G; deine Söhne/Kinder: H. Der hebräische Konsonantentext lässt beide Deutungen zu.
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