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Einheitsübersetzung 2016

Sturz Babels

1 Steig herab, Tochter Babel, Jungfrau, setz dich in den Staub! Setz dich auf die Erde, wo kein Thron ist, Tochter Chaldäas! Denn nicht mehr wirst du dich Zarte und Verwöhnte nennen lassen.
2 Nimm die Mühle und mahle das Mehl! Decke auf deinen Schleier, hebe hoch das Kleid, decke auf die Schenkel, wate durch Ströme!
3 Deine Scham wird entblößt, deine Schande wird sichtbar. Ich nehme Rache und treffe auf keinen Menschen.
4 Unser Erlöser: HERR der Heerscharen ist sein Name, der Heilige Israels.
5 Setz dich hin und verstumme, geh ins Dunkel, Tochter Chaldäas! Denn nicht mehr wirst du dich nennen lassen Herrin von Königreichen.
6 Ich war zornig über mein Volk, ich entweihte mein Erbe und gab sie in deine Hand. Doch du hast ihnen kein Erbarmen erwiesen, du hast den Greisen dein allzu schweres Joch auferlegt.
7 Du dachtest: Ich bleibe für immer und ewig die Herrin. Du hast dir diese Dinge nicht zu Herzen genommen, hast nie an ihr Ende gedacht.
8 Nun aber höre, du üppige Frau, die du in Sicherheit lebst und in deinem Herzen denkst: Ich und keine sonst! Niemals sitze ich da als Witwe, Kinderlosigkeit kenne ich nicht.
9 Doch beides wird zu dir kommen, plötzlich, an einem Tag: Kinderlosigkeit und Witwenschaft. Mit ganzer Wucht kommen sie über dich, trotz all deiner Zauberei und trotz der Macht deiner beschwörenden Formeln.
10 Du hast dich auf deine bösen Taten verlassen und gedacht: Es sieht mich ja keiner. Deine Weisheit und dein Wissen verleiteten dich, in deinem Herzen zu denken: Ich und keine sonst!
11 Doch es wird ein Unheil über dich kommen, das du nicht mildern kannst. Ein Verderben wird dich überfallen, das du nicht zu bannen vermagst. Und plötzlich wird dein Untergang kommen, an den du niemals gedacht hast.
12 Stell dich doch hin mit deinen beschwörenden Formeln und mit deinen vielen Zaubersprüchen, mit denen du dich seit deiner Jugend abgemüht hast! Vielleicht kannst du dir helfen, vielleicht das Unglück verscheuchen.
13 Du hast dich geplagt um deine vielen Berater; sollen sie doch auftreten und dich retten, sie, die den Himmel deuten und die Sterne betrachten, die dir an jedem Neumond verkünden, was über dich kommt.
14 Siehe, sie sind wie Spreu geworden, die das Feuer verbrennt. Sie können sich nicht retten vor der Gewalt der Flammen. Das ist keine Glut, an der man sich wärmt, kein Feuer, um das man herumsitzt.
15 So ergeht es all deinen Zauberern, um die du dich seit deiner Jugend bemüht hast: Ein jeder taumelt vor sich hin, es gibt keinen, der dich rettet.
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