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Einheitsübersetzung 2016

Gottes Prozess gegen die Bewohner des Landes

1 Hört das Wort des HERRN, ihr Söhne Israels! Denn der HERR verklagt die Bewohner des Landes: Es gibt keine Treue und keine Liebe und keine Gotteserkenntnis im Land.
2 Nein, Fluch, Lüge, Mord, Diebstahl und Ehebruch machen sich bereit, Bluttat reiht sich an Bluttat.
3 Darum soll das Land verdorren, alle seine Bewohner sollen verwelken, samt den Tieren des Feldes und den Vögeln des Himmels; auch die Fische im Meer sollen zugrunde gehen.

Angeklagte Priester

4 Doch niemand soll verklagen und niemand soll andere zur Rechenschaft ziehen! Ja, dein Volk ist wie jene, die den Priester verklagen.
5 Am helllichten Tag kommst du zu Fall und ebenso wie du stürzt in der Nacht der Prophet. Auch deine Mutter lasse ich umkommen.
6 Mein Volk kommt um, weil ihm die Erkenntnis fehlt. Weil du die Erkenntnis verworfen hast, darum verwerfe auch ich dich, sodass du nicht mehr als Priester für mich wirken kannst. Du hast die Weisung deines Gottes vergessen; darum vergesse auch ich deine Söhne.
7 Je mehr sie wurden, umso mehr sündigten sie gegen mich. Ihre Ehre werde ich eintauschen gegen Schande.
8 Sie ernähren sich von der Sünde meines Volkes und sind gierig nach seinen Verbrechen.
9 Darum wird es wie dem Volk so dem Priester ergehen: Ihn suche ich heim für sein Verhalten, seine Taten vergelte ich ihm.
10 Sie werden essen, doch sie werden nicht satt, sie treiben Unzucht, doch sie vermehren sich nicht. Ja, sie haben den HERRN verlassen, um sich an Unzucht zu halten.1

Religiöse Verirrungen

11 Wein und Most rauben meinem Volk den Verstand:
12 Es befragt sein Holz und sein Stock soll ihm Auskunft geben. Ja, der Geist der Unzucht führt es irre. Unzucht haben sie getrieben und ihren Gott verlassen.
13 Sie feiern Schlachtopfer auf den Höhen der Berge, auf den Hügeln bringen sie Räucheropfer dar, unter Terebinthen, Storaxbäumen und Eichen - ihr Schatten ist ja so angenehm. Darum treiben eure Töchter Unzucht und eure Schwiegertöchter Ehebruch.
14 Aber ich suche eure Töchter nicht dafür heim, dass sie Unzucht treiben, und nicht eure Schwiegertöchter dafür, dass sie die Ehe brechen; denn sie selbst gehen mit den Dirnen beiseite, mit den geweihten Frauen bringen sie Schlachtopfer dar. So stürzt das unwissende Volk ins Verderben.2
15 Auch wenn du, Israel, Unzucht treibst, so soll sich doch Juda nicht schuldig machen. Kommt nicht nach Gilgal, zieht nicht nach Bet-Awen hinauf! Schwört nicht: So wahr der HERR lebt!
16 Ja, Israel ist störrisch geworden wie eine störrische Kuh. Und jetzt sollte der HERR sie weiden wie Lämmer auf weiter Flur?
17 Efraim ist mit den Götzen verbündet. Lass ihn gewähren!
18 Ist ihre Zecherei zu Ende, treiben sie Unzucht noch und noch: Sie entbrennen vor Liebe zu ihr, deren Schilde eine Schande sind.3
19 Doch ein Sturm rafft sie mit seinen Flügeln dahin und ihre Altäre werden zuschanden werden.
1 4,10 Das Wort Unzucht gehört im hebräischen Text schon zu V. 11. Lässt man den V. 11 mit diesem Wort beginnen, ist wie folgt zu übersetzen: Ja, sie haben es aufgegeben, dem HERRN die Treue zu halten. [11] Unzucht, Wein und Most rauben meinem Volk den Verstand.
2 4,14 sie selbst: Gemeint sind vielleicht die Priester.
3 4,18 Sie entbrennen … sind: Angespielt ist vielleicht auf die leidenschaftliche Verehrung einer Göttin, die mit einem Schild dargestellt wurde.
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