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Einheitsübersetzung 2016

Ijobs Verwegenheit

1 Dann ergriff Elihu das Wort und sprach:
2 Ihr Weisen, hört meine Worte, ihr Kundigen, leiht mir Gehör!
3 Denn das Ohr prüft die Worte und der Gaumen schmeckt die Speise.
4 Lasst das Recht uns untersuchen, erkennen unter uns, was gut ist!
5 Denn Ijob hat gesagt: Ich bin gerecht, doch Gott hat mir mein Recht entzogen.
6 Meinem Recht zuwider soll ich lügen? Unheilbar traf mich ohne Schuld der Pfeil.
7 Wo ist ein Mann wie Ijob, der Lästerung wie Wasser trinkt,
8 der hingeht, um sich zu Übeltätern zu gesellen, und mit den Frevlern Umgang pflegt?
9 Denn er hat gesagt: Es nützt dem Menschen nichts, dass er in Freundschaft lebt mit Gott.

Gerechtes Handeln des Allmächtigen

10 Darum hört mir zu, ihr Männer mit Verstand! Fern ist es Gott, Unrecht zu tun, und dem Allmächtigen, Frevel zu üben.
11 Nein, was der Mensch tut, das vergilt er ihm, nach eines jeden Verhalten lässt er es ihn treffen.
12 Nein, wahrhaftig, nie tut Gott Unrecht und der Allmächtige beugt nicht das Recht.
13 Wer hat ihm die Erde anvertraut und wer den ganzen Erdkreis hingestellt?
14 Wenn er seinen Sinn auf ihn richtet, seinen Geist und Atem zu sich holt,
15 muss alles Fleisch zusammen sterben, der Mensch zum Staub zurückkehren.
16 Hast du Verstand, so höre dies, lausche dem Laut meiner Worte!
17 Kann, wer das Recht hasst, Herrschaft führen? Und willst du den Gerechten, den Erhabenen verklagen,
18 ihn, der zum König sagt: Du Nichtsnutz!, zu Edelmännern: Bösewicht!,
19 der nicht auf Fürsten Rücksicht nimmt, vornehm nicht vor arm begünstigt; denn alle sind sie seiner Hände Werk.
20 Sie sterben plötzlich, mitten in der Nacht; das Volk gerät in Aufruhr und sie müssen fort. Starke müssen weichen, ohne dass eine Hand sich rührt.
21 Denn seine Augen schauen auf des Menschen Wege, alle seine Schritte sieht er wohl.
22 Keine Finsternis gibt es, keinen Todesschatten, wo sich die Übeltäter bergen könnten.
23 Denn dem Menschen setzt er keine Frist, zu Gott ins Gericht zu gehen.
24 Gewaltige knickt er ohne Verhör und stellt andere an ihren Platz.
25 Wahrhaftig, er kennt ihre Taten, er stürzt sie bei Nacht und sie werden zermalmt.
26 Wie Frevler schlägt er sie an einem Ort, wo man es sieht,
27 weil sie von ihm wichen, nicht achteten auf alle seine Wege.
28 So lässt er des Armen Geschrei zu sich kommen, er hört das Geschrei der Gebeugten.
29 Hält er sich still, wer spricht ihn schuldig? Verbirgt er sein Gesicht, wer nimmt ihn wahr? Über Volk und Mensch wacht er zugleich,
30 damit nicht ein ruchloser Mensch König wird, dem Volk zur Falle.
31 Denn nicht ist es an Gott, zu sagen: Geirrt habe ich, ich mache es nicht wieder falsch.
32 Was ich nicht sehe, lehre du mich! Tat ich Unrecht, ich will es nicht mehr tun.
33 Soll er nach deinem Sinn vergelten, weil du verwirfst? So musst ja du entscheiden, nicht ich, und was du weißt, das sage an!
34 Verständige Männer werden zu mir sagen, ein jeder Weise, der mich hört:
35 Ohne Wissen redet Ijob, seinen Worten fehlt es an Verständnis.
36 Wohlan, weiter werde Ijob geprüft, weil er nach der Frevler Art erwidert.
37 Denn Auflehnung fügt er seiner Sünde noch hinzu, in unserer Mitte höhnt er laut, mehrt seine Worte gegen Gott.
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