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Einheitsübersetzung 2016

Übermut der Frevler und ihr Untergang

1 Warum hat der Allmächtige keine Fristen bestimmt? Warum schauen, die ihn kennen, seine Gerichtstage nicht?
2 Jene verrücken die Grenzen, rauben Herden und führen sie zur Weide.
3 Den Esel der Waisen treiben sie fort, pfänden das Rind der Witwe.
4 Vom Weg drängen sie die Armen, es verbergen sich alle Gebeugten des Landes.
5 Seht, wie Wildesel in der Steppe ziehen sie zu ihrer Arbeit aus; die Steppe suchen sie nach Nahrung ab, nach Brot für sich und ihre Kinder.
6 Auf dem Feld schneiden sie des Nachts, halten im Weinberg des Frevlers Nachlese.
7 Nackt verbringen sie die Nacht, ohne Kleider, haben keine Decke in der Kälte.
8 Vom Regen der Berge sind sie durchnässt, klammern sich ohne Schutz an den Fels.
9 Von der Mutterbrust reißen sie die Waisen, den Säugling des Armen nehmen sie zum Pfand.
10 Nackt müssen sie gehen, ohne Kleid, hungernd tragen sie Garben.
11 Zwischen Mauern pressen sie Öl, treten die Kelter und müssen doch dürsten.
12 In der Stadt stöhnen Menschen, die Seelen der Erschlagenen schreien laut. Doch Gott nimmt keinen Anstoß.
13 Sie sind die Rebellen gegen das Licht; sie nehmen seine Wege nicht wahr, bleiben nicht auf seinen Pfaden.
14 Ist kein Licht, erhebt sich der Mörder, tötet Elende und Arme; in der Nacht gleicht er dem Dieb.1
15 Auch des Ehebrechers Auge achtet auf Dämmerung. Kein Auge, sagt er, soll mich erspähen!, eine Hülle legt er aufs Gesicht.
16 Im Finstern bricht er ein in die Häuser; tagsüber verstecken sie sich; sie wollen nichts wissen vom Licht.
17 Denn gleich dem Morgen ist für sie der Todesschatten. Ja, mit den Schrecken des Todesschattens ist er wohl vertraut.
18 Leicht ist er auf der Oberfläche des Wassers; verflucht ist ihr Anteil auf Erden; nicht wendet er den Weg den Weinbergen zu.
19 Dürre und Hitze raffen das Schneewasser weg, die Unterwelt die Sünder.
20 Der Mutterschoß vergisst ihn, Gewürm labt sich an ihm; nie mehr wird an ihn gedacht, der Frevel wird gebrochen wie ein Baum.
21 Er tut Böses der Unfruchtbaren, der Kinderlosen, keiner Witwe erweist er Gutes.
22 Die Starken rafft er hinweg in seiner Kraft; steht er auf, ist niemand seines Lebens sicher.
23 Er gibt ihm Sicherheit, dass er gestützt wird; doch seine Augen überwachen ihren Weg.
24 Sie kommen hoch für kurze Zeit, dann ist es aus. Sie werden umgebogen, alle mit der Faust gepackt und wie Ährenspitzen abgeschnitten.
25 Ist es nicht so? Wer straft mich Lügen und bringt meine Rede zum Schweigen?
1 24,14 Ist kein Licht: vermuteter Text; bei Licht: H.
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