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Einheitsübersetzung 2016

Zurückweisung der Schmähung

1 Da antwortete Ijob und sprach:
2 Wie lange noch wollt ihr meine Seele quälen und mich mit Worten niedertreten?
3 Zum zehnten Mal schon schmäht ihr mich und schämt euch nicht, mich zu beleidigen.
4 Ging ich wirklich unwissend fehl, mein Fehltritt weilt doch allein bei mir.
5 Wollt ihr wirklich groß tun gegen mich und mir meine Schmach beweisen?

Gottes unbegreifliches Verhalten

6 Erkennt doch, dass Gott mich niederdrückt, da er sein Netz rings um mich warf.
7 Seht! Schreie ich: Gewalt!, wird mir keine Antwort, rufe ich um Hilfe, gibt es kein Recht.
8 Meinen Pfad hat er versperrt; ich kann nicht weiter, Finsternis legt er auf meine Wege.
9 Meiner Ehre hat er mich entkleidet, die Krone mir vom Haupt genommen.
10 Er brach mich ringsum nieder, ich muss dahin; er riss mein Hoffen aus wie einen Baum.
11 Seinen Zorn ließ er gegen mich entbrennen, gleich seinen Gegnern gelte ich ihm.
12 Vereint rückten seine Scharen an, bahnten gegen mich ihren Weg, lagerten sich rings um mein Zelt.

Entfremdung der Verwandten und Freunde

13 Meine Brüder hat er von mir entfernt, meine Bekannten sind mir entfremdet.
14 Meine Verwandten, Bekannten blieben aus, die Gäste meines Hauses haben mich vergessen.
15 Als Fremder gelte ich meinen Mägden, von anderem Stamm bin ich in ihren Augen.
16 Rufe ich meinen Knecht, so antwortet er nicht; mit eigenem Mund muss ich ihn anflehen.
17 Mein Atem ist meiner Frau zuwider; die Söhne meiner Mutter ekelt es vor mir.
18 Selbst Unmündige verachten mich, stehe ich auf, verhöhnen sie mich.
19 Alle meine Gefährten verabscheuen mich, die ich liebe, lehnen sich gegen mich auf.
20 An Haut und Fleisch klebt mein Gebein, nur die Haut an meinen Zähnen blieb.
21 Erbarmt, erbarmt euch meiner, ihr, meine Freunde! Denn Gottes Hand hat mich getroffen.
22 Warum verfolgt ihr mich wie Gott, warum werdet ihr an meinem Fleisch nicht satt?

Ijobs Hoffnung und Vertrauen

23 Würden meine Worte doch geschrieben, würden sie doch in ein Buch eingeritzt,
24 mit eisernem Griffel und mit Blei, für immer gehauen in den Fels.
25 Doch ich, ich weiß: Mein Erlöser lebt, als Letzter erhebt er sich über dem Staub.1
26 Ohne meine Haut, die so zerfetzte, und ohne mein Fleisch werde ich Gott schauen.
27 Ihn selber werde ich dann für mich schauen; meine Augen werden ihn sehen, nicht mehr fremd. Meine Nieren verzehren sich in meinem Innern.
28 Wenn ihr sagt: Wie wollen wir ihn verfolgen und den Grund der Sache an ihm finden!,
29 dann bangt für euch selber vor dem Schwert; denn brennender Zorn verdient das Schwert, damit ihr wisst: Es gibt ein Gericht.
1 19,25 Erlöser, eigentlich Löser: sonst der zum Loskauf und Schutz verpflichtete Verwandte. – als Letzter erhebt er sich über dem Staub, andere Übersetzungsmöglichkeit: zuletzt wird er sich über dem Staub erheben.
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