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Elberfelder Bibel

Hoffnung für Alle

Lutherbibel 2017

Bileams Segen: Dritter und vierter Spruch

1 Und als Bileam sah, dass es gut war in den Augen des HERRN, Israel zu segnen, ging er nicht wie die anderen Male auf Wahrsagerei aus1, sondern richtete sein Gesicht zur Wüste hin.
2 Und Bileam erhob seine Augen und sah Israel, gelagert nach seinen Stämmen; und der Geist Gottes kam über ihn.
3 Und er begann seinen Spruch und sprach: Es spricht Bileam2, der Sohn Beors, und es spricht der Mann3 mit geöffnetem4 Auge.
4 Es spricht5, der die Worte Gottes hört, der ein Gesicht des Allmächtigen sieht, der niederfällt mit enthüllten Augen:
5 Wie schön sind deine Zelte, Jakob, deine Wohnungen, Israel!
6 Wie Täler breiten sie sich aus, wie Gärten am Strom, wie Aloebäume, die der HERR gepflanzt hat, wie Zedern am Wasser.
7 Wasser rinnt aus seinen Eimern, und seine Saat steht in reichlichen Wassern; und sein König wird höher werden als Agag, und sein Königreich wird erhaben sein.
8 Gott hat ihn aus Ägypten herausgeführt. Er hat Kraft wie die Hörner des Büffels. Er wird die Nationen, seine Gegner, fressen und ihre Gebeine zermalmen, mit seinen Pfeilen sie durchbohren6.
9 Er duckt sich, er legt sich nieder wie ein Löwe und wie eine Löwin. Wer will ihn aufstören? Die dich segnen, sind gesegnet7, und die dich verfluchen, sind verflucht8!
10 Da entbrannte der Zorn Balaks gegen Bileam, und er schlug seine Hände zusammen; und Balak sagte zu Bileam: Meine Feinde zu verfluchen, habe ich dich gerufen, und siehe, du hast sie sogar gesegnet, jetzt bereits dreimal!
11 Und nun fliehe an deinen Ort! Ich hatte gesagt, ich wolle dich hoch belohnen9, siehe, der HERR hat dir den Lohn10 verwehrt.
12 Und Bileam sagte zu Balak: Habe ich nicht schon zu deinen Boten, die du zu mir gesandt hast, geredet und gesagt:
13 Wenn Balak mir sein Haus voller Silber und Gold gäbe, so wäre ich nicht imstande, den Befehl des HERRN zu übertreten, um aus meinem eigenen Herzen etwas zu tun, Gutes oder Böses; nur was der HERR reden wird, das werde ich reden?
14 Und nun siehe, ich gehe zu meinem Volk. Komm, ich will dir verkünden, was dieses Volk deinem Volk antun wird am Ende der Tage.
15 Und er begann seinen Spruch und sprach: Es spricht Bileam11, der Sohn Beors, und es spricht der Mann12 mit geöffnetem13 Auge.
16 Es spricht14, der die Worte Gottes hört, der die Erkenntnis des Höchsten besitzt15, der ein Gesicht des Allmächtigen sieht, der da liegt mit enthüllten Augen:
17 Ich sehe ihn, aber nicht jetzt16, ich schaue ihn, aber nicht nahe. Es tritt hervor ein Stern aus Jakob, und ein Zepter erhebt sich aus Israel und zerschlägt die Schläfen Moabs und zerschmettert alle Söhne Sets17.
18 Und Edom wird sein Besitz, und Seïr wird sein Besitz, seine Feinde; und Israel wird Mächtiges tun.
19 Und einer aus Jakob wird herrschen18, und er wird den Rest aus der Stadt verloren gehen lassen.
20 Und er sah Amalek und begann seinen Spruch und sprach: Die erste der Nationen war Amalek, aber sein Ende führt zum Untergang19.
21 Und er sah die Keniter und begann seinen Spruch und sprach: Fest ist dein Wohnsitz, und auf den Felsen gesetzt ist dein Nest;
22 jedoch ist Kain der Verwüstung verfallen. Wie lange noch! Dann führt Assur dich gefangen weg.
23 Und er begann seinen Spruch und sprach: Wehe! Wer wird am Leben bleiben, wenn Gott das eintreten lässt?
24 Und Schiffe kommen von der Küste von Kittim20 und demütigen Assur und demütigen Eber, aber auch das führt zum Untergang21. -
25 Und Bileam machte sich auf, ging weg und kehrte an seinen Ort zurück; und auch Balak ging seines Weges.
1 w. Wahrzeichen entgegen
2 w. Ausspruch Bileams
3 w. Ausspruch des Mannes
4 Wortbedeutung unsicher; andere üs. mit Textänderung: mit geschlossenem
5 w. Ausspruch dessen
6 w. zerschmettern
7 o. sollen gesegnet sein
8 o. sollen verflucht sein
9 w. ehren
10 w. die Ehre
11 w. Ausspruch Bileams
12 w. Ausspruch des Mannes
13 Wortbedeutung unsicher; andere üs. mit Textänderung: mit geschlossenem
14 w. Ausspruch dessen
15 w. erkennt
16 d. h. als noch nicht gegenwärtig
17 SamPent liest: und die Schädel aller Söhne Sets
18 Die syr. und aram. Üs. lesen: wird herabsteigen
19 o. aber sein Ende ist für immer gekommen
20 d. i. Zypern
21 o. und auch ihn für immer

Der dritte Segen

1 Bileam wusste nun, dass der HERR Israel segnen wollte. Deshalb versuchte er nicht, ihn durch Zauberei zu befragen, wie er es vorher getan hatte. Stattdessen wandte er sich der Steppe zu
2 und richtete seinen Blick auf die Israeliten, die dort nach Stämmen geordnet lagerten. Der Geist Gottes kam über ihn, und er begann seine Rede:
3 »Dies sagt Bileam, der Sohn von Beor, dies sagt der, dem Gott die Augen öffnet,
4 der Gottes Worte hört. Der Allmächtige gibt ihm Visionen, und er fällt zu Boden und sieht verborgene Dinge.
5 Wie schön sind eure Zelte, ihr Nachkommen von Jakob! Wie prächtig sind eure Wohnungen, ihr Israeliten!
6 Wie weite Täler liegen sie da, wie Gärten am Fluss, sie stehen wie Aloebäume, die der HERR gepflanzt hat, und wie Zedern am Bach.
7 Eure Brunnen werden stets voll Wasser sein, eure Saat wird auf fruchtbaren Feldern gedeihen. Euer König wird mächtiger sein als Agag, er herrscht über ein gewaltiges Reich.
8 Gott hat euch aus Ägypten hierhergeführt, er macht euch stark wie einen wilden Stier. Ihr verschlingt die Völker, die sich euch entgegenstellen; ihr zerbrecht ihnen die Knochen und tötet sie mit euren Pfeilen.
9 Israel liegt da wie ein Löwe, es ruht wie eine Löwin. Wer wagt es, sie zu reizen? Wer euch segnet, wird selbst gesegnet, und wer euch verflucht, wird selbst verflucht.«
10 Als er das hörte, geriet Balak außer sich vor Wut. Er ballte die Fäuste und schrie Bileam an: »Ich habe dich hierhergeholt, damit du meine Feinde verfluchst! Und was tust du? Du segnest sie, und das gleich dreimal!
11 Verschwinde, mach, dass du nach Hause kommst! Ich hatte versprochen, dich reich zu belohnen. Doch daraus wird nichts. Der HERR hat es nicht gewollt.«
12 Bileam erwiderte: »Du weißt, dass ich schon zu deinen Boten gesagt habe:
13 ›Selbst wenn Balak mir seinen eigenen Palast voller Gold und Silber gibt, kann ich nichts tun, was der HERR mir verbietet. Ich kann nicht eigenmächtig einen Segen oder einen Fluch aussprechen, sondern nur das sagen, was der HERR mir aufträgt.‹
14 So kehre ich jetzt wieder in meine Heimat zurück. Aber vorher will ich dir noch zeigen, was Israel schließlich mit deinem Volk machen wird. Komm und hör zu!«

Die vierte Rede Bileams

15 Dann begann Bileam noch einmal: »Dies sagt Bileam, der Sohn Beors, dies sagt der, dem Gott die Augen öffnet,
16 der Gottes Worte hört und den Höchsten kennt. Der Allmächtige gibt ihm Visionen, und er fällt zu Boden und sieht verborgene Dinge:
17 Ich sehe jemanden in weiter Ferne. Noch ist er nicht da, aber ich kann ihn schon erkennen. Ein Stern steigt auf bei den Nachkommen von Jakob, ein Zepter erhebt sich in Israel. Es zerschmettert Moab den Schädel und zerschlägt sein wildes Kriegsvolk.
18 Es unterwirft seine edomitischen Feinde und nimmt ihr Land Seïr in Besitz, ja, Israel vollbringt Gewaltiges!
19 Ein Herrscher steht auf unter den Nachkommen von Jakob und vertreibt den Rest der Edomiter aus ihren Städten.«
20 Dann sah Bileam die Amalekiter vor sich und sagte: »Als erstes Volk trat Amalek den Israeliten entgegen, am Ende jedoch wird es für immer untergehen.«
21 Nun sah Bileam die Keniter. Über sie sagte er: »Eure Städte sind sicher wie ein Adlernest hoch oben in den Felsen.
22 Und doch werdet ihr vernichtet werden, wenn die Assyrer euch gefangen fortschleppen!«
23 Zuletzt sagte Bileam: »Lasst euch warnen! Wer wird am Leben bleiben, wenn Gott das alles tut?
24 Kriegsschiffe kommen vom Mittelmeer1, sie unterwerfen die Assyrer und die Nachkommen Ebers und werden dann selbst vernichtet.«
25 Nach diesen Worten brach Bileam in seine Heimat auf, und auch Balak ging davon.
1 Wörtlich: von der Küste der Kittäer. – Die Kittäer waren ursprünglich die Bewohner Zyperns und stehen hier für den gesamten Mittelmeerraum.
2 w. Ausspruch Bileams
3 w. Ausspruch des Mannes
4 Wortbedeutung unsicher; andere üs. mit Textänderung: mit geschlossenem
5 w. Ausspruch dessen
6 w. zerschmettern
7 o. sollen gesegnet sein
8 o. sollen verflucht sein
9 w. ehren
10 w. die Ehre
11 w. Ausspruch Bileams
12 w. Ausspruch des Mannes
13 Wortbedeutung unsicher; andere üs. mit Textänderung: mit geschlossenem
14 w. Ausspruch dessen
15 w. erkennt
16 d. h. als noch nicht gegenwärtig
17 SamPent liest: und die Schädel aller Söhne Sets
18 Die syr. und aram. Üs. lesen: wird herabsteigen
19 o. aber sein Ende ist für immer gekommen
20 d. i. Zypern
21 o. und auch ihn für immer
1 Als nun Bileam sah, dass es dem HERRN gefiel, Israel zu segnen, ging er nicht wie bisher auf Zeichen aus, sondern richtete sein Angesicht zur Wüste,
2 hob seine Augen auf und sah Israel, wie sie lagerten nach ihren Stämmen. Und der Geist Gottes kam auf ihn,
3 und er hob an mit seinem Spruch und sprach: Es sagt Bileam, der Sohn Beors, es sagt der Mann, dem die Augen geöffnet sind;
4 es sagt der Hörer göttlicher Rede, der des Allmächtigen Offenbarung sieht, dem die Augen geöffnet werden, wenn er niederkniet:
5 Wie fein sind deine Zelte, Jakob, und deine Wohnungen, Israel!
6 Wie die Täler, die sich ausbreiten, wie die Gärten an den Wassern, wie die Aloebäume, die der HERR pflanzt, wie die Zedern an den Wassern.
7 Sein Eimer fließt von Wasser über, und seine Saat hat Wasser die Fülle. Sein König wird höher werden als Agag, und sein Reich wird erhoben werden.
8 Gott, der sie aus Ägypten geführt hat, ist für sie wie das Horn des Wildstiers. Er wird die Völker, seine Verfolger, auffressen und ihre Gebeine zermalmen und mit seinen Pfeilen zerschmettern.
9 Er hat sich hingestreckt, sich niedergelegt wie ein Löwe und wie ein junger Löwe – wer will ihn aufstören? Gesegnet sei, wer dich segnet, und verflucht, wer dich verflucht!
10 Da entbrannte Balaks Zorn gegen Bileam, und er schlug die Hände zusammen und sprach zu ihm: Ich habe dich gerufen, dass du meine Feinde verfluchen solltest, und siehe, du hast sie nun dreimal gesegnet.
11 Geh nun weg in dein Land! Ich dachte, ich wollte dich ehren, aber der HERR hat dir die Ehre verwehrt.
12 Bileam antwortete ihm: Hab ich nicht schon zu deinen Boten gesagt, die du zu mir sandtest:
13 Wenn mir Balak sein Haus voll Silber und Gold gäbe, so könnte ich doch nicht übertreten das Wort des HERRN und Böses oder Gutes tun nach meinem Herzen, sondern was der HERR redet, das würde ich auch reden?
14 Und nun siehe, ich ziehe zu meinem Volk. So komm, ich will dir kundtun, was dies Volk deinem Volk tun wird zur letzten Zeit.
15 Und er hob an mit seinem Spruch und sprach: Es sagt Bileam, der Sohn Beors, es sagt der Mann, dem die Augen geöffnet sind,
16 es sagt der Hörer göttlicher Rede und der die Erkenntnis des Höchsten hat, der die Offenbarung des Allmächtigen sieht und dem die Augen geöffnet werden, wenn er niederkniet:
17 Ich sehe ihn, aber nicht jetzt; ich schaue ihn, aber nicht von Nahem. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen und wird zerschmettern die Schläfen der Moabiter und den Scheitel aller Söhne Sets.
18 Edom wird er einnehmen, und Seïr, sein Feind, wird unterworfen sein; Israel aber wird Sieg haben.
19 Aus Jakob wird der Herrscher kommen und umbringen, was übrig ist von den Städten.
20 Und als er die Amalekiter sah, hob er an mit seinem Spruch und sprach: Amalek ist das erste unter den Völkern; aber zuletzt wird es umkommen.
21 Und als er die Keniter sah, hob er an mit seinem Spruch und sprach: Fest ist deine Wohnung, und du hast dein Nest in einen Fels gebaut.
22 Dennoch wird Kain ausgetilgt werden. Wie lange noch, dann führt Assur dich gefangen hinweg!
23 Und er hob abermals an mit seinem Spruch und sprach: Ach, wer wird am Leben bleiben, wenn Gott das tun wird?
24 Und Schiffe aus Kittim werden Assur und Eber überwältigen; jenes aber wird auch umkommen.
25 Und Bileam machte sich auf und zog hin und kehrte zurück an seinen Ort, und Balak zog seinen Weg.
1 Wörtlich: von der Küste der Kittäer. – Die Kittäer waren ursprünglich die Bewohner Zyperns und stehen hier für den gesamten Mittelmeerraum.
2 w. Ausspruch Bileams
3 w. Ausspruch des Mannes
4 Wortbedeutung unsicher; andere üs. mit Textänderung: mit geschlossenem
5 w. Ausspruch dessen
6 w. zerschmettern
7 o. sollen gesegnet sein
8 o. sollen verflucht sein
9 w. ehren
10 w. die Ehre
11 w. Ausspruch Bileams
12 w. Ausspruch des Mannes
13 Wortbedeutung unsicher; andere üs. mit Textänderung: mit geschlossenem
14 w. Ausspruch dessen
15 w. erkennt
16 d. h. als noch nicht gegenwärtig
17 SamPent liest: und die Schädel aller Söhne Sets
18 Die syr. und aram. Üs. lesen: wird herabsteigen
19 o. aber sein Ende ist für immer gekommen
20 d. i. Zypern
21 o. und auch ihn für immer
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