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Einheitsübersetzung 2016

Gottes Macht und die Ohnmacht des Menschen

1 Da antwortete Ijob und sprach:
2 Wahrhaftig weiß ich, dass es so ist: Wie wäre ein Mensch bei Gott im Recht!
3 Wenn er mit ihm rechten wollte, nicht auf eins von tausend könnte er ihm Antwort geben.
4 Weisen Sinnes und stark an Macht - wer böte ihm Trotz und bliebe heil?
5 Er versetzt Berge; sie merken es nicht, dass er in seinem Zorn sie umstürzt.
6 Er erschüttert die Erde an ihrem Ort, sodass ihre Säulen erzittern.
7 Er spricht zur Sonne, sodass sie nicht strahlt, er versiegelt die Sterne.
8 Er spannt allein den Himmel aus und schreitet einher auf den Höhen des Meeres.
9 Er macht das Sternbild des Bären, den Orion, das Siebengestirn, die Kammern des Südens.
10 Er macht so Großes, es ist nicht zu erforschen, Wunderdinge, sie sind nicht zu zählen.
11 Zieht er an mir vorüber, ich sehe ihn nicht, fährt er daher, ich bemerke ihn nicht.
12 Rafft er hinweg, wer hält ihn zurück? Wer darf zu ihm sagen: Was machst du da?
13 Gott hält seinen Zorn nicht zurück, unter ihm mussten selbst Rahabs Helfer sich beugen.
14 Wie sollte denn ich ihm Antwort geben, wie meine Worte gegen ihn wählen?
15 Und wäre ich im Recht, ich könnte nicht antworten, um Gnade müsste ich bei meinem Richter flehen.
16 Wollte ich rufen, würde er mir Antwort geben? Ich glaube nicht, dass er auf meine Stimme hört.
17 Er, der im Sturm mich niedertritt, ohne Grund meine Wunden mehrt,
18 er lässt mich nicht zu Atem kommen, er sättigt mich mit Bitternis.
19 Geht es um Kraft, er ist der Starke, geht es um Recht, wer lädt mich vor?
20 Wäre ich im Recht, mein eigener Mund spräche mich schuldig, wäre ich ohne Tadel, er machte mich krumm.
21 Schuldlos bin ich, doch achte ich nicht auf mich, mein Leben werfe ich hin.
22 Einerlei ist es, so sage ich es denn: Schuldlos wie schuldig bringt er um.
23 Wenn die Geißel plötzlich tötet, spottet er über der Unschuldigen Angst.
24 Die Erde ist in Frevlerhand gegeben, das Gesicht ihrer Richter deckt er zu. Ist er es nicht, wer ist es dann?
25 Schneller als ein Läufer eilen meine Tage, sie fliehen dahin und schauen kein Glück.
26 Sie gleiten vorbei wie Kähne aus Schilf, dem Adler gleich, der sich auf Beute stürzt.
27 Sage ich: Ich will meine Klage vergessen, meine Miene ändern und heiter blicken!,
28 so graut mir vor all meinen Schmerzen. Ich weiß, du sprichst mich nicht frei.
29 Ich muss nun einmal schuldig sein, wozu mühe ich mich umsonst?
30 Wollte ich auch mit Schnee mich waschen, meine Hände mit Lauge reinigen,
31 du würdest mich doch in die Grube tauchen, sodass meinen Kleidern vor mir ekelt.
32 Denn er ist kein Mann wie ich, dem ich entgegnen könnte: Lasst uns zusammen zum Gericht gehen!
33 Es gibt keinen Schiedsmann zwischen uns, der seine Hand auf uns beide legte.
34 Er nehme von mir seine Rute, sein Schrecken soll mich nicht mehr ängstigen;
35 dann will ich reden, ohne ihn zu fürchten. Doch so ist es nicht um mich bestellt.
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