Hilfe

Gute Nachricht Bibel

Vom Tod zum Leben

1 Auch ihr habt an diesem Leben teil. In der Vergangenheit wart ihr tot;1 denn ihr wart Gott ungehorsam und habt gesündigt.2
2 Ihr habt nach der Art dieser Welt gelebt und euch jener Geistesmacht unterworfen, die ihr Reich zwischen Himmel und Erde hat und von dort her ihre Herrschaft über diese Welt ausübt.3 Sie wirkt noch jetzt als Geist der Verführung in den Menschen, die sich Gott nicht unterstellen.
3 So wie sie haben wir alle früher gelebt. Wir haben uns von unseren selbstsüchtigen Wünschen leiten lassen und getan, was unsere Triebe und Sinne verlangten.4 Darum waren wir wie alle anderen Menschen nach unserer ganzen Wesensart dem Strafgericht Gottes verfallen.
4 Aber Gott ist reich an Erbarmen. Er hat uns seine ganze Liebe geschenkt.
5 Durch unseren Ungehorsam waren wir tot; aber er hat uns mit Christus zusammen lebendig gemacht. – Bedenkt: Aus reiner Gnade hat er euch gerettet! –
6 Er hat uns mit Jesus Christus vom Tod auferweckt und zusammen mit ihm in die himmlische Herrschaft eingesetzt.5
7 In den kommenden Zeiten soll das enthüllt werden. Dann soll der unendliche Reichtum seiner Gnade sichtbar werden: die Liebe, die Gott uns durch Jesus Christus erwiesen hat.
8 Eure Rettung ist wirklich reine Gnade, und ihr empfangt sie allein durch den Glauben. Ihr selbst habt nichts dazu getan, sie ist Gottes Geschenk.
9 Ihr habt sie nicht durch irgendein Tun verdient; denn niemand soll sich mit irgendetwas rühmen können.
10 Wir sind ganz und gar Gottes Werk. Durch Jesus Christus hat er uns so geschaffen, dass wir nun Gutes tun können. Er hat sogar unsere guten Taten im Voraus geschaffen, damit sie nun in unserem Leben Wirklichkeit werden.

Durch Christus geeint

11 Denkt daran, was ihr früher gewesen seid! Ihr gehörtet ja zu den Völkern, die von den Juden die »Unbeschnittenen« genannt werden – dabei haben sie selbst doch nur die Beschneidung, die von Menschen vollzogen wird.
12 Jedenfalls wart ihr damals von Christus getrennt. Ihr wart Fremde und gehörtet nicht zur Gemeinde Israels. Die Zusagen, die Gott bei seinen Bundschließungen gemacht hatte, galten für euch nicht. Ohne Hoffnung und ohne Gott lebtet ihr in der Welt.
13 Damals wart ihr fern von Gott, jetzt aber seid ihr ihm nahe durch die Verbindung mit Jesus Christus, durch das Blut, das er vergossen hat.
14 Christus ist es, der uns allen den Frieden gebracht und Juden und Nichtjuden zu einem einzigen Volk verbunden hat. Er hat die Mauer eingerissen, die die beiden trennte und zu Feinden machte. Denn durch sein Sterben
15 hat er das jüdische Gesetz mit seinen zur Trennung führenden Vorschriften beseitigt.6 So hat er Frieden gestiftet. Er hat die getrennten Teile der Menschheit mit sich verbunden und daraus den einen neuen Menschen geschaffen.
16 Durch seinen Tod am Kreuz hat er die beiden – als in einem Leib, der Gemeinde, vereinigte – zur Aussöhnung mit Gott gebracht. In seiner Person, durch seinen Tod, hat er alle Feindschaft für immer getötet.7
17 Und dann kam er und hat diesen Frieden allen verkündet:8 euch, die ihr fern wart, und ebenso denen, die nahe waren.
18 Durch ihn dürfen wir beide, Juden und Nichtjuden, in einem Geist vor Gott, den Vater, treten.
19 Ihr Menschen aus den anderen Völkern seid also nicht länger Fremde und Gäste. Ihr habt Bürgerrecht im Himmel zusammen mit den heiligen Engeln9, ihr seid Gottes Hausgenossen.
20 Denn ihr seid ja in den Bau eingefügt, dessen Fundament die Apostel und Propheten bilden, und der Eckstein im Fundament ist Jesus Christus.
21 Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten, durch ihn, den Herrn, wächst er auf zu einem heiligen Tempel.
22 Weil ihr zu Christus gehört, seid auch ihr als Bausteine in diesen Tempel eingefügt, in dem Gott durch seinen Geist wohnt.
1 Auch ihr habt ...: wörtlich Auch euch, die ihr tot wart. Der Satz bricht hier ab; der Gedanke wird in Vers 5 fortgesetzt: hat Gott lebendig gemacht.
2 Die Sünde zieht den Tod nach sich (Röm 5,12; 6,23); aber auch in einem ganz unmittelbaren Sinn ist der Sünder »tot«, weil er von Gott und seinem Leben getrennt ist.
3 und euch jener Geistesmacht ...: wörtlich (gelebt) gemäß dem Herrscher, der seine Macht im Luftbereich ausübt. Die Macht des Bösen wirkt nach der hier zugrunde liegenden Anschauung nicht von unten (»Hölle«) her, sondern aus dem Zwischenbereich von Himmel und Erde. Von dort her nimmt sie Einfluss auf die Menschen, indem sie den »Zeitgeist« negativ bestimmt, sozusagen die geistige »Luft« vergiftet, die die Menschen einatmen. – Erst über diesem Zwischenreich sind die (guten) »Mächte« zu suchen, die zur himmlischen Welt gehören, aber ebenfalls Christus unterworfen werden (vgl. 1,21; 3,10 sowie Sacherklärung »«).
4 haben uns von unseren ...: wörtlich (haben gelebt) in den Begierden unseres Fleisches, ausführend die Strebungen des Fleisches und der lüsternen Gedanken.
5 Zu dieser Vorwegnahme vgl. Kol 2,12; 3,3-4. In Röm 6,3-14 blickt Paulus dagegen mehr auf die Gegenwart: die durch Christus ermöglichte neue Lebensführung, von der hier Vers 10 spricht.
6 Damit hat auch die Beschneidung (Vers 11) keine Bedeutung mehr.
7 In Gal 2,15-16 stellt Paulus klar, dass das Mose-Gesetz nicht nur Juden und Nichtjuden voneinander, sondern auch die Juden selbst (durch seine unerfüllten Forderungen) von Gott trennte.
8 Nämlich durch die Apostel, in deren Verkündigung der gekreuzigte und auferstandene Christus selbst gegenwärtig ist (vgl. Apg 3,26; 2Kor 5,20; Mt 28,18-20).
9 Wörtlich Heiligen; vgl. die Anmerkung zu 1,18.
© 2017 ERF Medien