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Gute Nachricht Bibel

Wenn ihr doch schweigen würdet!

1 Was ihr so redet, hab ich längst gehört, ich hab es selbst gesehn und mir gemerkt.
2 Was ihr da wisst, das weiß ich allemal, darin nehm ich es gerne mit euch auf!
3 Doch nicht mit euch, mit Gott hab ich zu reden; mit dem Gewaltigen lieg ich im Streit!
4 Ihr selbst seid ratlos, deckt es zu mit Lügen; Kurpfuscher seid ihr, die nicht heilen können!
5 Es wäre besser, wenn ihr schweigen würdet, dann könnte man euch noch für weise halten!
6 Hört zu, damit ich euch mein Recht beweise! Macht eure Ohren auf für meine Worte!
7 Tut ihr's für Gott, wenn ihr so schamlos lügt? Wollt ihr zu seinen Gunsten mich betrügen?
8 Warum ergreift ihr denn Partei für ihn? Müsst ihr ihn etwa vor Gericht vertreten?1
9 Wie wäre es, wenn er euch jetzt verhörte? Lässt Gott sich von euch täuschen wie ein Mensch?
10 Er wird euch ganz gewiss zur Rede stellen, wenn ihr geheimen Vorurteilen folgt.
11 Erschreckt ihr nicht vor seiner Majestät? Schon der Gedanke müsste euch erschüttern!
12 Wie Staub im Wind sind eure weisen Sprüche und eure Gründe halten stand wie Ton.
13 Seid still, lasst mich in Ruh! Jetzt rede ich! Was daraus wird, das ist mir völlig gleich!
14 Und wenn ich mich um Kopf und Kragen rede: Ich bin bereit, mein Leben zu riskieren.2
15 Gott wird mich töten, darauf warte ich; doch erst will ich vor ihm mein Recht behaupten.
16 Vor ihm zu stehen wär für mich schon Rettung; denn Heuchler kommen nicht in seine Nähe.
17 Nun hört euch an, was ich zu sagen habe, dass ihr begreift, was ich erklären will!
18 Ich bin bereit, den Rechtsfall vorzutragen. Ich bin im Recht, das weiß ich ganz genau!
19 Wer hätte Aussicht, mich zu Fall zu bringen? Dann wollt' ich gerne schweigen und auch sterben!
20 Nur dies, mein Gott, erbitte ich von dir, damit ich offen vor dich treten kann:3
21 Zieh deine schwere Hand von mir zurück und fülle mich nicht mehr mit Angst und Schrecken.
22 Dann klage an und ich will Rede stehen; oder ich frage dich und du gibst Antwort.
23 Wie viele Sünden habe ich begangen? Wie groß ist meine Schuldenlast bei dir?
24 Weshalb siehst du mich nicht mehr freundlich an und tust, als wäre ich dein Feind geworden?
25 Was bin ich denn? Ein abgefallenes Blatt, ein dürrer Strohhalm, fortgeweht vom Wind. Doch ständig scheuchst du mich und jagst mir nach!
26 Zu harten Strafen hast du mich verurteilt, kein Fehler meiner Jugend ist vergessen!
27 Du lässt nicht zu, dass ich mich frei bewege,4 argwöhnisch überwachst du jeden Schritt, selbst meine Fußspur zeichnest du dir auf.
28 Deshalb zerfalle ich5 wie faules Holz, wie ein von Motten angefressenes Kleid.
1 Ijob wirft den Freunden vor, dass sie aus unlauteren Motiven gegen ihn und für Gott Partei ergreifen. Das hat Gott nicht nötig; er braucht keinen Anwalt.
2 Der einzige, von dem Ijob Recht erwarten kann, ist Gott; darum fordert er ihn zum öffentlichen Rechtsverfahren heraus. Aber er weiß auch, wie gefährlich das ist.
3 Ijob fühlt sich unter Druck; ein Prozess mit Gott aber ist nur möglich, wenn er frei von diesem Gefühl seine Argumente vortragen kann.
4 Wörtlich Du legst meine Füße in den Block.
5 Wörtlich Und er zerfällt.
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