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Gute Nachricht Bibel

Hanna preist Gott

1 Hanna betete: »Mein Herz jubelt über den Herrn, er hat mich wieder aufgerichtet und mich gestärkt!1 Jetzt kann ich über meine Feinde lachen. Ich bin voller Freude, weil er mir geholfen hat.
2 Der Herr allein ist heilig; es gibt keinen Gott außer ihm. Auf nichts ist so felsenfest Verlass wie auf ihn, unseren Gott.
3 Tut nicht so groß! Spielt euch nicht so auf! Prahlt nicht so frech mit euren Plänen! Der Herr ist ein Gott, der euer Treiben kennt; er prüft alle eure Taten.
4 Starken Männern zerbricht er die Waffen; Schwachen und Entmutigten gibt er neue Kraft.
5 Reiche müssen auf einmal ihr Brot mit eigener Hand verdienen; Arme müssen nicht mehr hungern und können feiern. Die Frau, die kinderlos war, bringt sieben Kinder zur Welt,2 doch die Kinderreiche behält nicht eines.
6 Der Herr tötet und macht lebendig, er verbannt in die Totenwelt und er ruft aus dem Tod ins Leben zurück.
7 Er macht arm und er macht reich, er bringt die einen zu Fall und andere erhöht er.
8 Die Armen holt er aus der Not, die Hilflosen heraus aus ihrem Elend; er lässt sie aufsteigen in den Kreis der Angesehenen und gibt ihnen einen Ehrenplatz. Denn die Grundpfeiler der Erde gehören dem Herrn; auf ihnen hat er die Erde errichtet.
9 Der Herr leitet und schützt alle, die ihm vertrauen; aber seine Feinde enden in Finsternis, denn kein Mensch erreicht etwas aus eigener Kraft.
10 Alle, die mit dem Herrn streiten, gehen zugrunde; er lässt im Himmel seinen Donner gegen sie grollen. Der Herr hält Gericht über die ganze Erde. Er hat seinen König erwählt und gesalbt, darum gibt er ihm große Kraft.«

Missstände am Heiligtum

11 Elkana kehrte nach Rama in sein Haus zurück. Der junge Samuel blieb in Schilo unter der Aufsicht des Priesters Eli, um dem Herrn zu dienen.
12 Die eigenen Söhne von Eli missbrauchten ihr Priesteramt. Sie kümmerten sich nicht um den Willen des Herrn3
13 und begnügten sich nicht mit dem, was den Priestern als Anteil am Opfer zusteht. Wenn jemand aus dem Volk ein Tier für das Opfermahl zubereitete und das Fleisch noch nicht einmal gar gekocht war, schickten sie ihren Gehilfen mit einer großen dreizinkigen Gabel.
14 Er stach damit in den Kessel, den Kochtopf, die Pfanne oder die Schüssel, und alles, was an ihr hängen blieb, bekam der Priester. So machten es die Söhne von Eli bei allen Israeliten, die nach Schilo kamen.
15 Sogar noch ehe die Fettstücke auf dem Altar verbrannt wurden, kam der Gehilfe des Priesters und sagte zu dem, der das Opfer darbringen wollte: »Gib mir ein Stück von dem Fleisch zum Braten; der Priester nimmt es von dir nur roh, nicht gekocht!«
16 Wenn der Mann einwandte: »Erst muss für den Herrn das Fett verbrannt werden; danach kannst du nehmen, was du willst«, sagte der Gehilfe: »Sofort gibst du es her, sonst nehme ich es mit Gewalt!«
17 Auf diese Weise luden die Söhne von Eli schwere Schuld auf sich. Sie beleidigten den Herrn, weil sie die Opfer nicht achteten, die ihm dargebracht wurden.

Samuel und seine Eltern

18 Unterdessen tat Samuel seinen Dienst vor dem Herrn. Obwohl er noch so jung war, trug er schon den leinenen Priesterschurz.
19 Seine Mutter machte ihm dazu jedes Jahr ein neues Obergewand und brachte es mit, wenn sie mit Elkana zum Opferfest kam.
20 Eli segnete jedes Mal Elkana und seine Frau Hanna. Zu Elkana sagte er: »Der Herr schenke dir durch diese Frau noch andere Kinder anstelle des einen, das sie vom Herrn erbeten hat und das er jetzt für sich beansprucht.« Danach kehrten sie nach Hause zurück.
21 Und der Herr war gut zu Hanna: Sie wurde noch mehrmals schwanger und bekam weitere drei Söhne und zwei Töchter. Samuel aber blieb im Heiligtum des Herrn und wuchs dort auf.

Elis Söhne hören nicht auf ihren Vater

22 Eli war inzwischen sehr alt geworden. Als er erfuhr, was seine Söhne den Israeliten antaten und dass sie mit den Frauen schliefen, die am Eingang des Heiligen Zeltes Dienste verrichteten,4
23 sagte er zu ihnen: »Warum tut ihr so etwas? Von allen Leuten höre ich nur Schlechtes über euch.
24 Ganz Israel spricht davon, wie schlimm ihr es treibt. Das muss aufhören!
25 Wenn jemand sich gegen Menschen vergeht, wird Gott ihn vielleicht noch in Schutz nehmen; aber wenn er sich gegen den Herrn versündigt, wer soll dann noch für ihn eintreten?« Doch die Söhne von Eli hörten nicht auf ihren Vater. Der Herr machte sie taub für alle Mahnungen;5 er war entschlossen, sie zu vernichten.
26 Samuel aber wuchs heran zu einem jungen Mann, an dem Gott und die Menschen Freude hatten.

Eli wird die Strafe angekündigt

27 Eines Tages kam ein Prophet zu Eli und sagte zu ihm: »So spricht der Herr: ›Denkst du nicht mehr daran, wie ich in Ägypten deinen Vorfahren erschienen bin, als sie noch Sklaven des Pharaos waren?
28 Aus allen Stämmen Israels habe ich sie mir zu Priestern ausgewählt. Ich habe sie dazu bestimmt, auf meinem Altar Opfer darzubringen, Weihrauch für mich zu verbrennen und im Priestergewand vor mich zu treten. Ich habe deiner Sippe das Recht auf einen Anteil an allen Opfern gegeben, die mir von den Israeliten dargebracht werden.
29 Warum behandelt ihr dann die Opfer, die mir auf meinen Befehl6 dargebracht werden, mit solcher Missachtung? Du, Eli, achtest deine Söhne mehr als mich und lässt zu, dass sie die besten Stücke von dem, was mein Volk mir opfert, wegnehmen, damit ihr euch daran mästen könnt.
30 Ich habe dir einst zugesagt, dass deine Nachkommen für alle Zukunft meine Priester sein sollen. Aber jetzt widerrufe ich meine Zusage und erkläre: Wer mich ehrt, den ehre ich auch; aber wer mich verachtet, den gebe ich der Verachtung preis. Das sage ich, der Herr, der Gott Israels.
31 Es dauert nicht mehr lange, dann werde ich deine Macht und den Einfluss deiner Sippe zerschlagen, sodass es unter euch keinen alten, angesehenen Menschen mehr gibt.
32 Während du in Not und Bedrängnis bist,7 wirst du sehen, wie ich allen Israeliten Glück und Wohlstand schenke; aber in deiner Familie wird nie mehr jemand zu Alter und Ansehen kommen.
33 Ich werde zwar nicht jeden deiner Nachkommen ausrotten, der mir als Priester dient,8 damit du nicht vor Kummer und Schmerz vergehst; aber die allermeisten von ihnen müssen im besten Mannesalter sterben.
34 Deine Söhne Hofni und Pinhas werden beide am selben Tag sterben, und das wird für dich das Zeichen sein, dass auch alles andere eintrifft.
35 Dann werde ich einen Priester einsetzen, der mir treu bleibt und tut, was mir gefällt. Er wird im Dienst des gesalbten Königs stehen, den ich erwählen werde,9 und auch seine Nachkommen sollen für alle Zukunft meine Priester sein.
36 Wer dann von deiner Familie noch lebt, wird zu ihm kommen und sich vor ihm niederwerfen, bloß um ein einziges Silberstück oder einen Laib Brot zu bekommen. Er wird sich ihm als Priestergehilfe anbieten, damit er wenigstens etwas zu essen hat.‹«
1 er hat mich ...: wörtlich mein Horn ist erhöht im Herrn.
2 Hier ist die einzige Stelle in dem Lied, die sich direkt auf die Situation der Sprecherin, Hannas, beziehen lässt; vgl. Vers 21. Im Ganzen hat das Lied eher prophetischen Sinn und sieht den mit der Geburt Samuels eröffneten Geschichtsabschnitt bis hin zur Errichtung des Königtums (Vers 10) unter Gottes Lenkung gestellt. Vom ganzen Volk Israel wird man einst sagen können, dass Gott es über seine Feinde erhöht und aus Armut und unscheinbaren Anfängen zu höchsten Ehren gebracht hat. Am Ende seines Lebens wird David rückblickend einen Psalm anstimmen, der wie ein Echo auf das Lied Hannas anmutet (2Sam 22). Ein weiteres Echo findet dieses Lied Hannas im Lobgesang Marias (Lk 1,46-55).
3 Die Verstöße gegen das göttliche Recht werden deutlich, wenn man den folgenden Bericht mit den Vorschriften von Lev 7,28-33 vergleicht.
4 und dass ...: Dieser Satzteil fehlt in den meisten griechischen Handschriften und in einer wichtigen hebräischen. Wahrscheinlich handelt es sich um einen späteren Zusatz.
5 Der Herr ...: verdeutlichender Zusatz.
6 Es folgt hier noch ein unverständliches Wort, das vielleicht in der Wohnung (= im Heiligtum) bedeutet.
7 Es folgt dasselbe unverständliche Wort wie in Vers 29.
8 Möglicherweise wird hier auf den Eli-Nachkommen Abjatar vorausgewiesen, der später unter David eine wichtige Rolle spielte (vgl. 1Sam 22,20-23; 2Sam 20,25 und öfter).
9 Wörtlich wird vor meinem Gesalbten wandeln (= seine Tätigkeit ausüben).
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