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Gute Nachricht Bibel

Der Bruder erhebt sich gegen den Bruder

1 Adam schlief mit seiner Frau Eva,1 und sie wurde schwanger. Sie brachte einen Sohn zur Welt und sagte: »Mit Hilfe des Herrn habe ich einen Mann hervorgebracht.«2 Darum nannte sie ihn Kain.
2 Später bekam sie einen zweiten Sohn, den nannte sie Abel. Abel wurde ein Hirt, Kain ein Bauer.
3 Einmal brachte Kain von seinem Ernteertrag dem Herrn ein Opfer.
4 Auch Abel brachte ihm ein Opfer; er nahm dafür die besten von den erstgeborenen Lämmern seiner Herde.3 Der Herr blickte freundlich auf Abel und sein Opfer,
5 aber Kain und sein Opfer schaute er nicht an.4 Da stieg der Zorn in Kain hoch und er blickte finster zu Boden.
6 Der Herr fragte ihn: »Warum bist du so zornig? Warum starrst du auf den Boden?
7 Wenn du Gutes im Sinn hast, kannst du den Kopf frei erheben; aber wenn du Böses planst, lauert die Sünde vor der Tür deines Herzens und will dich verschlingen. Du musst Herr über sie sein!«
8 Kain aber sagte zu seinem Bruder Abel: »Komm und sieh dir einmal meine Felder an!«5 Und als sie draußen waren, fiel er über seinen Bruder her und schlug ihn tot.
9 Der Herr fragte Kain: »Wo ist dein Bruder Abel?« »Was weiß ich?«, antwortete Kain. »Bin ich vielleicht der Hüter meines Bruders?«6
10 »Weh, was hast du getan?«, sagte der Herr. »Hörst du nicht, wie das Blut deines Bruders von der Erde zu mir schreit?
11 Du hast den Acker mit dem Blut deines Bruders getränkt, deshalb stehst du unter einem Fluch und musst das fruchtbare Ackerland verlassen.
12 Wenn du künftig den Acker bearbeitest, wird er dir den Ertrag verweigern. Als heimatloser Flüchtling musst du auf der Erde umherirren.«
13 Kain sagte zum Herrn: »Die Strafe ist zu hart, das überlebe ich nicht!
14 Du vertreibst mich vom fruchtbaren Land und aus deiner schützenden Nähe. Als heimatloser Flüchtling muss ich umherirren. Ich bin vogelfrei, jeder kann mich ungestraft töten.«
15 Der Herr antwortete: »Nein, sondern ich bestimme: Wenn dich einer tötet, müssen dafür sieben Menschen aus seiner Familie sterben.« Und er machte an Kain ein Zeichen, damit jeder wusste: Kain steht unter dem Schutz des Herrn.
16 Dann musste Kain aus der Nähe des Herrn weggehen. Er wohnte östlich von Eden im Land Nod.7

Kulturentwicklung und menschliche Überheblichkeit

17 Kain schlief mit seiner Frau, da wurde sie schwanger und gebar einen Sohn: Henoch. Danach gründete Kain eine Stadt und nannte sie Henoch nach dem Namen seines Sohnes.
18 Henochs Frau gebar ihm einen Sohn: Irad. Dieser Irad zeugte Mehujaël, Mehujaël zeugte Metuschaël, und Metuschaël zeugte Lamech.
19 Lamech nahm sich zwei Frauen: Ada und Zilla.
20 Ada gebar ihm Jabal; von dem stammen alle ab, die mit Herden umherziehen und in Zelten wohnen.
21 Sein jüngerer Bruder war Jubal, von dem kommen die Zither- und Flötenspieler her.
22 Auch Zilla gebar einen Sohn: Tubal-Kain. Er wurde Schmied und machte alle Arten von Waffen und Werkzeugen aus Bronze und Eisen. Seine Schwester war Naama.
23 Lamech sagte zu seinen Frauen: »Ihr meine Frauen, Ada, Zilla, hört! Passt auf, wie Lamech sich sein Recht verschafft:8 Ich töte einen Mann für meine Wunde und einen Jungen, wenn mich jemand schlägt!
24 Ein Mord an Kain – so hat es Gott bestimmt – verlangt als Rache sieben Menschenleben; für Lamech müssen siebenundsiebzig sterben!«

Ersatz für Abel

25 Adam schlief wieder mit Eva, und sie gebar noch einmal einen Sohn. Sie nannte ihn Set, denn sie sagte: »Gott hat mir wieder einen Sohn geschenkt!9 Der wird mir Abel ersetzen, den Kain erschlagen hat.«
26 Auch Set wurde ein Sohn geboren, den nannte er Enosch. Damals fingen die Menschen an, im Gebet den Namen des Herrn anzurufen.
1 schlief mit ...: wörtlich erkannte Eva, seine Frau; ebenso in den Versen 17 und 25. Das hebräische Wort bedeutet »erkennen/kennen lernen« in der persönlichen Begegnung. Zu Adam siehe Anmerkung zu 3,17.
2 hervorgebracht: oder erworben. Im Hebräischen ein Wortspiel mit dem Namen Kain. Abel (Vers 2) bedeutet »Windhauch, Flüchtigkeit«. Mit Hilfe des Herrn: Deutung unsicher.
3 Oder er nahm die fetten Stücke von den erstgeborenen ...
4 Ein Grund für die ungleiche Behandlung wird nicht angegeben (Hebr 11,4 folgt der jüdischen Auslegung). Kain wird erst dadurch böse, dass er sich gegen Gottes unbegreifliche Entscheidung auflehnt. Dass Gott ein Opfer nicht »anschaut«, erkennt der hebräische Mensch an den Folgen: dem ausbleibenden Segen; vgl. Dtn 28,3-6.
5 »Komm und sieh ...«: mit alten Übersetzungen; in H fehlt der Satz.
6 Hüter: Anspielung auf den Hirtenberuf des Bruders.
7 Nod klingt wie das hebräische Wort für »ruhelos«.
8 wie Lamech ...: verdeutlichender Zusatz; H (Passt auf) auf meine Rede.
9 geschenkt: wörtlich gesetzt. Im Hebräischen ein Wortspiel mit dem Namen Set.
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