Luke 22

Gute Nachricht Bibel

1 Es war kurz vor dem Fest der Ungesäuerten Brote, dem Passafest. (Ex 12:1; Ex 12:15) 2 Die führenden Priester und die Gesetzeslehrer suchten nach einer Möglichkeit, Jesus zu beseitigen, aber so, dass es kein Aufsehen erregte; denn sie hatten Angst vor dem Volk. (Mr 11:18; Lu 19:47) 3 Da fuhr der Satan in Judas,[1] der auch Iskariot genannt wird. Judas war einer aus dem Kreis der Zwölf. (Lu 4:13; Lu 10:18; Lu 22:31; Lu 24:1; Joh 12:4) 4 Er ging zu den führenden Priestern und den Hauptleuten der Tempelwache und besprach mit ihnen, wie er ihnen Jesus in die Hände spielen könnte. 5 Sie freuten sich und boten ihm eine Geldsumme an. 6 Judas war einverstanden. Er suchte von da an eine günstige Gelegenheit, Jesus zu verraten, ohne dass das Volk etwas merkte. 7 Es kam nun der Tag, von dem an ungesäuertes Brot gegessen wurde und an dem die Passalämmer geschlachtet werden mussten. (Ex 12:6) 8 Jesus gab Petrus und Johannes den Auftrag: »Geht und bereitet das Passamahl für uns vor!« 9 »Wo willst du es vorbereitet haben?«, fragten sie. 10 Er sagte: »Hört zu! Wenn ihr in die Stadt kommt, werdet ihr einen Mann treffen, der einen Wasserkrug trägt. Folgt ihm in das Haus, in das er geht, 11 und sagt zum Hausherrn dort: ›Unser Lehrer lässt dich fragen: Welchen Raum kannst du zur Verfügung stellen, dass ich dort mit meinen Jüngern das Passamahl feiere?‹ 12 Er wird euch ein großes Zimmer im Obergeschoss zeigen, das mit Polstern ausgestattet ist. Dort bereitet alles vor.« 13 Die beiden gingen und fanden alles so, wie Jesus es ihnen gesagt hatte, und sie bereiteten das Passamahl vor. 14 Als die Stunde gekommen war, setzte sich Jesus zu Tisch und die Apostel mit ihm. (Lu 6:13) 15 Er sagte: »Ich habe mich sehr danach gesehnt, dieses Passamahl mit euch zu feiern, bevor ich leiden muss. 16 Denn ich sage euch: Ich werde es erst wieder feiern, wenn das, worauf jedes Passamahl hinweist, in der neuen Welt Gottes[2] zur Erfüllung gekommen ist.« 17 Dann nahm er den Becher mit Wein, sprach darüber das Dankgebet und sagte: »Nehmt diesen Becher und teilt ihn unter euch! 18 Denn ich sage euch: Ich werde erst wieder Wein trinken, wenn die neue Welt Gottes da ist.« 19 Dann nahm Jesus ein Brot, sprach darüber das Dankgebet, brach es in Stücke und gab es ihnen mit den Worten: »Das ist mein Leib, der für euch geopfert wird.[3] Tut das immer wieder, damit unter euch gegenwärtig ist, was ich für euch getan habe!«[4] 20 Ebenso nahm er nach dem Essen den Becher mit Wein und sagte: »Dieser Becher ist Gottes neuer Bund, der in Kraft gesetzt wird durch mein Blut, das für euch vergossen wird.[5] (Ex 24:6; Jer 31:31; Ro 11:27; 1Co 11:25; 2Co 3:6; Ga 4:24; Heb 8:6) 21 Aber ihr müsst wissen: Der Verräter sitzt hier mit mir am gleichen Tisch. (Joh 13:2; Joh 21:25) 22 Der Menschensohn muss zwar den Weg gehen, der ihm bestimmt ist; aber wehe dem Menschen, der ihn verrät.« 23 Da fingen sie an, einander zu fragen, wer von ihnen es wohl sei, der so etwas tun würde. 24 Es kam unter ihnen auch ein Streit darüber auf, wer von ihnen als der Größte zu gelten habe. (Lu 9:46) 25 Da sagte Jesus zu ihnen: »Die Könige üben Macht über ihre Völker aus, und die Tyrannen lassen sich sogar noch ›Wohltäter des Volkes‹ nennen. 26 Bei euch muss es anders sein! Der Größte unter euch muss wie der Geringste werden und der Führende wie einer, der dient. (Mt 23:11) 27 Wer ist denn größer: der am Tisch sitzt oder der bedient? Natürlich der am Tisch! Aber ich bin unter euch wie der Diener. (Joh 12:17; Joh 13:4) 28 Ihr habt mit mir durchgehalten in allen Prüfungen, die ich zu bestehen hatte. 29 Dafür werde ich euch an der Herrschaft beteiligen, die mein Vater mir übertragen hat. (Lu 12:32) 30 Wenn ich meine Herrschaft angetreten habe,[6] werdet ihr an meinem Tisch essen und trinken und über die zwölf Stämme Israels herrschen.« (Mt 19:28) 31 »Simon, Simon! Pass gut auf! Gott hat dem Satan erlaubt, euch auf die Probe zu stellen und die Spreu vom Weizen zu scheiden. (Job 1:6; Job 2:1; Lu 22:3) 32 Aber ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube an mich nicht aufhört. Wenn du dann wieder zu mir zurückgefunden hast, musst du deine Brüder und Schwestern[7] im Glauben an mich stärken!«[8] (Mt 16:18; Lu 22:62; Lu 24:34) 33 Petrus antwortete: »Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis zu gehen, ja mit dir zu sterben!« (Mr 14:30) 34 Jesus antwortete: »Ich sage dir, Petrus, noch ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen und behaupten, dass du mich nicht kennst.« (Lu 22:61) 35 Dann fragte Jesus die Apostel: »Als ich euch ohne Geldbeutel, Vorratstasche und Schuhe auf den Weg schickte, habt ihr da an irgendetwas Mangel gehabt?« »Nein, an nichts«, sagten sie. (Lu 9:3; Lu 10:4) 36 Jesus erwiderte: »Von jetzt ab gilt etwas anderes: Wer einen Geldbeutel hat, soll ihn mitnehmen, und wer eine Vorratstasche hat, ebenso! Wer nichts hat als sein Obergewand, soll es verkaufen und sich ein Schwert dafür beschaffen. (Mt 10:34) 37 Denn ich sage euch, es muss an mir in Erfüllung gehen, was in den Heiligen Schriften steht: ›Er wurde unter die Verbrecher gezählt.‹[9] Mit mir geht es jetzt zu Ende.« (Isa 53:12) 38 Die Apostel sagten: »Herr, da haben wir zwei Schwerter!« Jesus antwortete: »Ihr versteht mich nicht.«[10] 39 Jesus ging wie gewohnt zum Ölberg und seine Jünger folgten ihm. (Mt 26:30; Lu 5:16; Lu 21:37; Joh 18:1) 40 Als er dort war, sagte er zu ihnen: »Betet darum, dass ihr in der kommenden Prüfung nicht versagt.« 41 Dann ging er allein weiter. Einen Steinwurf von ihnen entfernt kniete er nieder und betete: 42 »Vater, wenn es dein Wille ist, dann erspare es mir, diesen Kelch trinken zu müssen.[11] Aber dein Wille soll geschehen, nicht der meine!« (Mt 6:10; Mr 10:38; Joh 12:27) 43 Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und gab ihm Kraft. 44 In seiner Todesangst betete Jesus noch angespannter und sein Schweiß tropfte wie Blut auf den Boden.[12] 45 Als er sich vom Gebet erhob und wieder zu den Jüngern kam, schliefen sie; so erschöpft waren sie vor Kummer. 46 »Wie könnt ihr schlafen?«, sagte er zu ihnen. »Steht auf und betet, damit ihr in der kommenden Prüfung nicht versagt!« 47 Noch während Jesus das sagte, kam ein Trupp von Männern, voran Judas, einer von den Zwölf. Er ging auf Jesus zu und wollte ihm den Begrüßungskuss geben. 48 Aber Jesus sagte zu ihm: »Judas, mit einem Kuss willst du den Menschensohn verraten?« 49 Da merkten auch die Jünger, was bevorstand, und fragten: »Herr, sollen wir mit dem Schwert zuschlagen?« 50 Und einer von ihnen hieb auf den Bevollmächtigten des Obersten Priesters ein und schlug ihm das rechte Ohr ab. 51 Aber Jesus sagte: »Halt! Hört auf!« Er berührte das Ohr und heilte den Mann. 52 Dann wandte er sich an die führenden Priester, die Hauptleute der Tempelwache und die Ratsältesten, die ihn festnehmen wollten: »Warum rückt ihr hier mit Schwertern und Knüppeln an; bin ich denn ein Verbrecher? 53 Täglich war ich bei euch im Tempel und ihr seid nicht gegen mich vorgegangen. Aber jetzt ist eure Stunde gekommen. Jetzt haben die dunklen Mächte Gewalt über mich.«[13] (Lu 19:47; Lu 22:3) 54 Sie nahmen Jesus fest, führten ihn ab und brachten ihn in das Haus des Obersten Priesters. Petrus folgte ihnen in weitem Abstand. 55 Im Hof war ein Feuer angezündet. Viele saßen darum herum, und Petrus setzte sich mitten unter sie. 56 Eine Dienerin bemerkte ihn im Schein des Feuers, sah ihn genauer an und sagte: »Der da war auch mit ihm zusammen!« 57 Aber Petrus stritt es ab: »Frau, ich kenne ihn überhaupt nicht!« 58 Bald darauf wurde ein Mann auf ihn aufmerksam und sagte: »Du gehörst doch auch zu denen!« Aber Petrus widersprach: »Mensch, ich habe nichts mit ihnen zu tun!« 59 Etwa eine Stunde später bestand ein anderer darauf und sagte: »Kein Zweifel, der war auch mit ihm zusammen, er ist doch auch aus Galiläa.« 60 Aber Petrus stritt es ab: »Mensch, ich weiß überhaupt nicht, wovon du sprichst!« Und sofort, während er noch redete, krähte ein Hahn. 61 Der Herr drehte sich um und sah Petrus an. Da fiel Petrus ein, was er zu ihm gesagt hatte: »Bevor heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen und behaupten, dass du mich nicht kennst.« (Mr 14:30; Lu 22:34) 62 Und er ging hinaus und begann, bitter zu weinen. 63 Die Männer, die Jesus bewachten, trieben ihren Spott mit ihm. 64 Sie warfen ihm ein Tuch über den Kopf, sodass er nichts sehen konnte; dann schlugen sie ihn und riefen: »Du bist doch ein Prophet! Sag uns: Wer war es, der dich gerade schlug?« (Lu 7:16) 65 Und noch viele andere Schmähungen musste er sich gefallen lassen. 66 Als es Tag wurde, versammelten sich die Ältesten des Volkes, dazu die führenden Priester und die Gesetzeslehrer, und ließen Jesus vor ihre Ratsversammlung bringen. 67 Sie forderten ihn auf: »Wenn du Christus bist, der versprochene Retter, dann sag es uns!« Jesus antwortete: »Wenn ich es euch sage, werdet ihr mir nicht glauben, (Jer 38:15; Mr 8:29; Lu 9:20; Joh 4:25; Ac 5:42) 68 und wenn ich euch etwas frage, werdet ihr keine Antwort geben.[14] 69 Aber von nun an wird der Menschensohn an der rechten Seite des allmächtigen Gottes sitzen!«[15] (Mr 12:36) 70 Da riefen sie alle: »Dann bist du also der Sohn Gottes?« Er antwortete: »Ihr sagt es: Ich bin's.« (Mt 14:33; Lu 1:32; Lu 24:1) 71 Darauf erklärten sie: »Was brauchen wir noch eine Zeugenaussage? Wir haben es selbst aus seinem Mund gehört!«