Lamentations 4

Elberfelder Bibel

[1]Wehe, wie dunkel ist das Gold geworden, wie entstellt das feine Gold! Wie liegen hingeschüttet die Steine des Heiligtums[2] an allen Straßenecken! Die Söhne Zions, die kostbaren, einst aufgewogen mit gediegenem Gold, wehe, wie sind sie Tonkrügen gleichgeachtet, dem Werk von Töpferhänden! (Jer 19:11; Ho 8:8) Selbst Schakale reichen die Brust, säugen ihre Jungen. Doch die Tochter meines Volkes ist[3] grausam geworden wie die Strauße in der Wüste. (Job 39:16) Die Zunge des Säuglings klebte an seinem Gaumen vor Durst; die Kinder verlangten Brot, niemand brach es ihnen. (2Ki 25:3; Isa 5:13; La 2:11) Die sonst Leckerbissen aßen, verschmachteten[4] auf den Straßen; die auf Karmesin getragen wurden, mussten auf Misthaufen liegen[5]. (De 28:56; 2Ki 18:27; La 1:11) Und die Schuld der Tochter meines Volkes war größer als die Sünde Sodoms, das plötzlich zerstört wurde, ohne dass Hände sich rührten[6]. (Ge 19:24; Jer 23:14; Da 8:25; Mt 10:15) Ihre Fürsten[7] waren reiner als Schnee, weißer als Milch; rosiger war ihr Leib als Korallen, wie Saphir war ihre Gestalt. (So 5:10) Dunkler als Ruß ist jetzt ihr Aussehen, man erkennt sie nicht auf den Straßen; runzlig ist[8] ihre Haut auf ihren Knochen, sie ist dürr geworden wie Holz. (Job 19:20; Job 30:30; La 5:10) Die vom Schwert Getöteten[9] hatten es besser als die vom Hunger Getöteten, denn die verendeten langsam, getroffen vom Mangel an Feldfrucht[10]. (De 28:51; Eze 4:16; Eze 7:15) 10 Die Hände weichherziger Frauen haben ihre Kinder gekocht; sie dienten ihnen als Speise beim Zusammenbruch der Tochter meines Volkes. (2Ki 6:29; Isa 22:2; La 2:20) 11 Der HERR hat seinem Grimm Genüge getan, hat seine Zornglut ausgegossen; und er hat in Zion ein Feuer angezündet, das sogar seine Grundmauern gefressen hat. (Le 26:28; Isa 51:20; Jer 17:27; La 2:1) 12 Die Könige der Erde hätten es nicht geglaubt, noch alle Bewohner des Erdkreises, dass Gegner und Feind in die Tore Jerusalems eindringen würden. (2Ki 25:8; Jer 21:13) 13 Wegen der Verfehlungen ihrer Propheten, wegen der Sünden ihrer Priester, die in ihrer Mitte das Blut der Gerechten[11] vergossen haben, (Jer 6:13; La 2:14; Eze 11:6; Eze 22:25) 14 wankten sie wie Blinde auf den Straßen, besudelt mit Blut, so dass man ihre Kleider nicht anrühren durfte[12]. (Eze 23:45) 15 "Weicht! Unrein!", rief man ihnen zu. "Weicht, weicht! Nicht anrühren!" Ja, sie mussten in die Ferne[13] und heimatlos umherschweifen. Man sagte unter den Nationen: "Sie dürfen bei uns nicht länger bleiben[14]!" (Le 13:45; La 1:3) 16 Das Angesicht des HERRN hat sie zerstreut[15], er schaut sie nicht mehr an. Auf die Priester hat man keine Rücksicht genommen, Greisen ist man nicht gnädig gewesen! (Le 26:33; 2Ki 25:21; Ps 106:27; Isa 24:2; Isa 47:6; La 2:20; La 5:12; Eze 5:10) 17 Noch vergehen unsere Augen auf der Suche nach Hilfe für uns - umsonst. Auf unserer Warte warteten wir auf eine[16] Nation, die doch nicht retten kann[17]. (Jer 2:37; La 5:6; Eze 29:6) 18 Man belauerte[18] unsere Schritte, so dass wir auf unseren Plätzen nicht gehen konnten. Unser Ende nahte, erfüllt waren unsere Tage; ja, unser Ende kam. (Jer 37:13; Eze 7:2) 19 Unsere Verfolger waren schneller als die Adler[19] am Himmel. Auf den Bergen hetzten sie uns, in der Wüste lauerten sie uns auf. (Isa 30:16; Jer 16:16; La 1:13; Hab 1:8) 20 Unser Lebensodem[20], der Gesalbte des HERRN, wurde in ihren Gruben gefangen, er, von dem wir sagten: In seinem Schatten werden wir leben unter den Nationen. (Jud 9:15; Isa 32:2; Jer 39:5; Jer 52:9; Eze 12:13; Eze 19:8; Eze 31:17; Ho 13:10) 21 Sei fröhlich und freue dich, Tochter Edom, die du wohnst im Land Uz! Auch an dich wird der Becher kommen; du wirst betrunken sein und dich entblößen. (Job 1:1; Jer 49:7; Jer 49:12; Eze 35:15) 22 Zu Ende ist deine Schuld, Tochter Zion! Nie mehr führt er dich gefangen fort. Er sucht deine Schuld heim, Tochter Edom, deckt deine Sünden auf. (Isa 40:2; Jer 50:20)