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Schlachter 2000

Hiob will sich vor Gott rechtfertigen und verteidigen

1 Siehe, dies alles hat mein Auge gesehen, mein Ohr hat’s gehört und sich gemerkt;
2 was ihr wißt, weiß auch ich; ich stehe nicht hinter euch zurück.
3 Ich aber will nun zu dem Allmächtigen reden; mit Gott zu rechten1 begehre ich.
4 Ihr hingegen streicht ja nur Lügenpflaster und seid nichts als Quacksalber2, ihr alle!
5 O daß ihr doch schweigen könntet; das würde euch als Weisheit angerechnet!
6 So hört nun meine Rechtfertigung, und achtet auf die Verteidigung meiner Lippen!
7 Wollt ihr Gott zuliebe Unrechtes reden und zu seinen Gunsten lügen?
8 Wollt ihr seine Partei ergreifen oder Gottes Anwalt spielen?
9 Wäre es gut [für euch], wenn er euch erforschte? Könnt ihr ihn täuschen, wie man Menschen täuscht?
10 Nein, strafen wird er euch, wenn ihr im Geheimen die Person anseht!
11 Wird nicht seine Majestät euch in Furcht versetzen und Schrecken vor ihm euch überfallen?
12 Eure Denksprüche sind Sprüche aus Asche, und eure Schutzwehren sind Schutzwehren aus Lehm.
13 Schweigt vor mir und laßt mich reden; es komme über mich, was will!
14 Warum sollte ich mein Fleisch in meine Zähne nehmen und mein Leben in meine Hand legen?
15 Siehe, er soll mich töten — ich will auf ihn warten; nur will ich meine Wege ihm ins Angesicht verteidigen!
16 Auch das schon wird mir zur Rettung dienen; denn kein Gottloser kommt vor sein Angesicht.
17 Hört doch, hört auf meine Rede, und meine Erklärung dringe in eure Ohren!
18 Gebt acht, ich habe die Verteidigung vorgebracht; ich weiß, daß ich Recht bekommen werde.
19 Wer ist es, der noch mit mir rechten will? Denn dann wollte ich verstummen und sterben.
20 Nur zweierlei tue mir nicht an, dann will ich mich vor deinem Angesicht nicht verbergen:
21 Tue deine Hand von mir und ängstige mich nicht mit deinem Schrecken!
22 Dann rufe du, und ich will antworten, oder ich will reden, und du erwidere mir!
23 Wie viele Sünden und Vergehen habe ich? Laß mich meine Übertretungen und Missetaten wissen!
24 Warum verbirgst du dein Angesicht und hältst mich für deinen Feind?
25 Verscheuchst du ein verwehtes Blatt und verfolgst einen dürren Halm?
26 Denn du verschreibst mir Bitteres und läßt mich erben die Sünden meiner Jugend;
27 du legst meine Füße in den Stock3 und lauerst auf alle meine Schritte und zeichnest dir meine Fußspuren auf,
28 da ich doch wie Moder vergehe, wie ein Kleid, das die Motten fressen!
1 Andere Übersetzung: vor Gott mich zu rechtfertigen …
2 od. wertlose Ärzte.
3 d.h. in ein Holzgestell, in dem Hände und Füße eingeschlossen werden konnten.
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