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Schlachter 2000

Hiob fühlt sich von Gott grundlos bedrängt

1 Meine Seele ekelt’s vor meinem Leben; ich will mich meiner Klage überlassen, will reden in der Betrübnis meiner Seele.
2 Ich spreche zu Gott: Verdamme mich nicht! Laß mich wissen, weshalb du mich befehdest!
3 Gefällt es dir wohl, daß du bedrückst, daß du das Werk deiner Hände verwirfst, während du über den Rat der Gottlosen dein Licht leuchten läßt?
4 Hast du Fleischesaugen, oder siehst du, wie ein Mensch sieht?
5 Sind denn deine Tage wie Menschentage, deine Jahre den Jahren eines Mannes gleich,
6 daß du nach meiner Schuld forschst und nach meiner Sünde fragst,
7 obwohl du doch weißt, daß ich unschuldig bin, und mich niemand aus deiner Hand erretten kann?
8 Deine Hände haben mich als Ganzes gebildet und rundum gestaltet, und nun verschlingst du mich?
9 Gedenke doch, daß du mich wie Ton gebildet hast; und nun willst du mich wieder in Staub verwandeln!
10 Hast du mich nicht wie Milch hingegossen und wie Käse mich gerinnen lassen,
11 mit Haut und Fleisch mich bekleidet, mit Gebeinen und Sehnen mich durchwoben?
12 Leben und Gnade hast du mir gewährt, und deine Fürsorge bewahrte meinen Geist.
13 Doch dieses verbargst du in deinem Herzen; ich weiß, daß es bei dir so beschlossen war:
14 Wenn ich sündigte, so würdest du darauf achten und mich nicht freisprechen von meiner Missetat.
15 Habe ich Böses getan, dann wehe mir! Und bin ich im Recht, so darf ich mein Haupt doch nicht erheben; ich bin ja gesättigt mit Schande und muß mein Elend ansehen!
16 Wagt [mein Haupt] es aber, sich zu erheben, so verfolgst du mich wie ein Löwe und handelst noch unbegreiflicher mit mir.
17 Du stellst neue Zeugen gegen mich auf und mehrst deinen Zorn gegen mich; du bietest stets frische Scharen, ja ein Heer gegen mich auf!
18 Warum hast du mich aus dem Mutterleib hervorgebracht? Wäre ich doch dabei umgekommen, ohne daß mich ein Auge gesehen hätte!
19 So würde ich sein, als wäre ich niemals gewesen, vom Mutterleib weg ins Grab gelegt.
20 Ist meine Lebenszeit nicht kurz genug? Er höre doch auf, lasse ab von mir, daß ich mich ein wenig erhole,
21 ehe ich dahinfahre auf Nimmerwiederkehren in das Land der Düsternis und des Todesschattens,
22 in das Land, das schwarz ist wie die Finsternis, [das Land] des Todesschattens, wo keine Ordnung herrscht, wo das Licht wie tiefe Finsternis ist!
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