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Neues Leben. Die Bibel

Die Sprüche Agurs

1 Das ist die Botschaft Agurs, des Sohnes von Jake. Ein Orakel.1 Ich bin müde, Gott; ich bin müde und erschöpft.2
2 Ich bin gar zu dumm für einen Menschen, ja ich besitze keinen Verstand.
3 Weisheit habe ich keine, und Gott, den Heiligen, kenne ich nicht.
4 Wer außer Gott geht hinauf in den Himmel und kommt wieder herab? Wer hält den Wind in seiner Hand? Wer hüllt die Meere in seinen Mantel? Wer hat die ganze große Welt erschaffen? Wie lautet sein Name - und der Name seines Sohnes? Sag es mir, wenn du es weißt!
5 Jedes Wort, das Gott spricht, ist wahr. Er beschützt alle, die bei ihm Schutz suchen.
6 Füge seinen Worten nichts hinzu, damit er dich nicht zurechtweist und du als Lügner dastehst.
7 Gott, zwei Dinge erbitte ich von dir, verweigere sie mir nicht, bevor ich sterbe.
8 Bewahre mich davor, andere zu belügen oder zu betrügen. Und lass mich weder arm noch reich werden, sondern gib mir gerade so viel, wie ich brauche.
9 Denn wenn ich reich werde, könnte ich dich verleugnen und sagen: »Wer ist der Herr?« Und wenn ich zu arm bin, könnte ich stehlen und so den heiligen Namen Gottes in den Schmutz ziehen.
10 Verleumde keinen Diener bei seinem Herrn, sonst wird er dich verfluchen und du wirst dafür büßen müssen.
11 Es gibt Menschen, die ihren Vater verfluchen und ihrer Mutter nicht danken.
12 Sie fühlen sich rein, sind aber schmutzig und ungewaschen.
13 Sie sind grenzenlos hochmütig und sehen auf andere herab.
14 Mit Zähnen, so scharf wie Schwerter oder Messer, zerreißen sie die Armen und vertilgen die Elenden vom Erdboden.
15 Der Blutegel hat zwei Junge, die schreien: »Wir wollen mehr, mehr!«3 Drei Dinge gibt es, die nie genug bekommen; vier Dinge gibt es, die unersättlich sind:
16 das Grab, die unfruchtbare Frau, die durstige Wüste, das wütende Feuer.
17 Wer den Vater verspottet und die Mutter verachtet, dessen Augen werden die Raben am Bach aushacken und die jungen Adler fressen.
18 Drei Dinge gibt es, die mich erstaunen - ja vier, die ich nicht verstehe:
19 wie ein Adler am Himmel entlanggleitet; wie eine Schlange über einen Felsen kriecht; wie ein Schiff über das Meer segelt; wie ein Mann eine Frau liebt.
20 Unbegreiflich ist auch, wie eine Ehebrecherin mit einem Mann schläft, die Schultern zuckt und sagt: »Was ist falsch daran?«
21 Drei Dinge gibt es, die die Erde erschüttern - und vier, die sie nicht erträgt:
22 einen Sklaven, der König wird; einen Narren, dem es zu gut geht;
23 eine unausstehliche Frau, die doch noch einen Mann findet; eine Magd, die an die Stelle ihrer Herrin tritt.
24 Vier Dinge gibt es auf Erden, die klein, aber außerordentlich weise sind:
25 Ameisen - sie sind nicht stark, aber sie sammeln Nahrung für den Winter;
26 Klippdachse4 - sie sind nicht mächtig, aber sie bauen ihre Häuser inmitten der Felsen;
27 Heuschrecken - sie haben keinen König, aber sie ziehen doch in geordneten Scharen aus;
28 Eidechsen - sie sind leicht zu fangen, aber sie finden sich sogar in den Palästen der Könige.
29 Drei haben einen majestätischen Gang - und vier schreiten voll Stolz daher:
30 der Löwe, der König der Tiere, der nichts fürchtet;
31 der stolzierende Hahn; der Ziegenbock; der König an der Spitze seines Heers.
32 Ob du nun dumm oder klug gehandelt hast, als du dich für besser hieltst - halte dir den Mund zu!
33 Wie das Schlagen von Sahne Butter hervorbringt und ein Schlag auf die Nase zu Nasenbluten führt, so endet Zorn in Streit.
1 30,1a O. des Sohnes von Jake aus Massa.
2 30,1b Das Hebr. könnte auch übersetzt werden: Der Mensch erklärt dieses Ithiel, Ithiel und Ucal.
3 30,15 Hebr. zwei Töchter, die rufen: »Gib, gib!«
4 30,26 O. Wildkaninchen.
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