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Neues Leben. Die Bibel

Gericht über die Anführer Israels

1 Hört doch, ihr, die ihr dem Volk Jakobs vorsteht, die ihr die Anführer des Hauses Israel seid. Solltet ihr nicht eigentlich das Recht kennen?
2 Aber dennoch hasst ihr das Gute und liebt das Böse. Ihr zieht meinem Volk die Haut vom Leib und reißt ihm das Fleisch von den Knochen.
3 Ihr labt euch am Fleisch meines Volkes wie an einem geschlachteten Tier. Ihr zerlegt die Menschen, als wolltet ihr sie kochen und als Speise zubereiten.«
4 Es wird ein Tag kommen, da werdet ihr zum Herrn schreien, aber er wird euch nicht antworten. Er wird sich von euch abwenden, so wie ihr es wegen eurer bösen Taten verdient habt.«
5 So spricht der Herr gegen die Propheten, die mit ihren Prophezeiungen meinem Volk vollständig die Sinne vernebeln: »Frieden verheißt ihr denjenigen, die euch etwas zu essen geben; wer euch aber nichts gibt, dem droht ihr Gottes Strafgericht an.
6 Deshalb wird die Dunkelheit über euch hereinbrechen und ihr sollt keine Visionen mehr von mir bekommen. Finsternis soll euch bedecken, sodass ihr nicht mehr weissagen könnt. Die Sonne wird über euch untergehen, sodass es selbst am Tag dunkel sein soll wie in der finstersten Nacht.
7 Dann werden die Seher vor Scham ihre Häupter verhüllen und die Wahrsager vor Peinlichkeit erröten. Sie werden ihren Mund bedecken, weil Gott nicht mehr durch sie spricht.«
8 Mich dagegen hat der Geist des Herrn mit Kraft erfüllt, mutig für das Recht einzutreten. Er hat mir die Vollmacht gegeben, das Vergehen Jakobs beim Namen zu nennen und Israel seine Sünde vorzuhalten.
9 Hört doch, ihr, die ihr dem Volk Jakobs vorsteht, die ihr die Anführer des Hauses Israel seid: Ihr verabscheut die Gerechtigkeit und beugt das Recht.
10 Ihr baut Zion und geht dabei über Leichen, ihr richtet Jerusalem auf und versündigt euch dabei.
11 Die Oberhäupter der Stadt sind bei der Rechtsprechung bestechlich, die Priester lassen sich für die Unterweisung des Rechts bezahlen und die Propheten weissagen für Geld. Dabei berufen sie sich auf den Herrn und behaupten: »Der Herr ist doch mitten unter uns, uns kann nichts Böses geschehen.«
12 Wegen euch wird Zion zu Ackerland umgepflügt und Jerusalem zu einem Trümmerhaufen gemacht werden und auf dem Tempelberg wird Gestrüpp wuchern.1
1 3,12 Vgl. Jeremia 26,18.
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