Schließen
BibleServer ist ein auf Spenden basiertes Projekt von ERF Medien. Bereits mit 25 € unterstützen Sie den Fortbestand dieser Website.
Jetzt spenden
Hilfe

Neues Leben. Die Bibel

Der triumphale Einzug

1 Kurz vor Jerusalem kamen Jesus und die Jünger zu den Ortschaften Betfage und Betanien am Ölberg. Jesus schickte zwei der Jünger voraus.
2 »Geht in das Dorf vor euch«, wies er sie an. »Wenn ihr hinkommt, werdet ihr ein Fohlen angebunden finden, auf dem noch niemand geritten ist. Bindet es los und bringt es her.
3 Wenn jemand fragt, was ihr da tut, dann sagt einfach: `Der Herr braucht es und wird es bald wieder zurückgeben.´«
4 Die zwei Jünger machten sich auf den Weg und fanden das Fohlen an der Straße. Es stand angebunden vor einem Haus.
5 Als sie es losbanden, fragten einige, die dort standen: »Was macht ihr da? Warum bindet ihr das Fohlen los?«
6 Sie sagten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und man ließ sie gehen.
7 Dann brachten sie das Fohlen zu Jesus, warfen ihre Mäntel darüber, und er setzte sich darauf.
8 Viele Menschen aus der Menge breiteten ihre Mäntel vor Jesus auf dem Weg aus, andere schnitten auf den Feldern grüne Zweige ab und legten sie auf den Weg.
9 Vor und hinter Jesus drängten sich die Menschen und riefen: »Gelobt sei Gott!1 Gepriesen sei, der im Namen des Herrn kommt!
10 Segen für das künftige Reich unseres Vaters David! Lobt Gott im höchsten Himmel!«2
11 So kam Jesus nach Jerusalem und ging in den Tempel. Als er sich alles genau angesehen hatte, kehrte er, da es schon spät geworden war, mit den zwölf Jüngern nach Betanien zurück.

Der Feigenbaum

12 Als sie am nächsten Morgen Betanien verließen, hatte Jesus Hunger.
13 Von weitem bemerkte er einen Feigenbaum mit vielen Blättern. Er ging hin, um zu sehen, ob auch Feigen daran waren. Aber der Baum trug nur Blätter, denn es war nicht die Jahreszeit, in der es Feigen gab.
14 Da sagte Jesus zu dem Baum: »Nie wieder soll jemand von deinen Früchten essen!« Und die Jünger hörten seine Worte.

Jesus jagt die Händler aus dem Tempel

15 Als sie wieder nach Jerusalem kamen, ging Jesus in den Tempel und fing an, die Händler und die Leute, die bei ihnen kauften, hinauszutreiben. Er stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenverkäufer um
16 und ließ nicht zu, dass weitere Waren durch den Tempelhof getragen wurden.
17 Er fuhr sie an: »In der Schrift heißt es: `Mein Haus soll ein Ort des Gebets für alle Völker sein´, aber ihr habt eine Räuberhöhle daraus gemacht.«3
18 Als die obersten Priester und die Schriftgelehrten hörten, was Jesus getan hatte, überlegten sie, wie sie Jesus umbringen könnten. Sie hatten jedoch Angst vor ihm, weil die Menschen von seiner Lehre so beeindruckt waren.
19 Am Abend verließen Jesus und die Jünger4 die Stadt.
20 Als sie am nächsten Morgen an dem Feigenbaum vorüberkamen, den Jesus verflucht hatte, sahen die Jünger, dass er bis zu den Wurzeln verdorrt war.
21 Petrus erinnerte sich an das, was Jesus am Vortag zu dem Feigenbaum gesagt hatte, und rief aus: »Sieh doch, Rabbi! Der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist vertrocknet!«
22 Da sagte Jesus zu den Jüngern: »Habt den Glauben Gottes.
23 Ich versichere euch: Wenn ihr zu diesem Berg sagt: `Hebe dich in die Höhe und wirf dich ins Meer´, wird es geschehen. Entscheidend ist, dass ihr glaubt und in euren Herzen nicht daran zweifelt.
24 Hört auf meine Worte! Ihr könnt beten, worum ihr wollt - wenn ihr glaubt, werdet ihr es erhalten.
25-26 Doch wenn ihr betet, dann vergebt zuerst allen, gegen die ihr einen Groll hegt, damit euer Vater im Himmel euch eure Sünden auch vergeben kann.5«

Die Frage nach der Autorität von Jesus

27 Inzwischen waren sie wieder in Jerusalem angelangt. Als Jesus im Tempel umherging, traten die obersten Priester, die Schriftgelehrten und die anderen führenden Männer des Volkes auf ihn zu und fragten ihn:
28 »Wer gibt dir das Recht, die Händler aus dem Tempel zu vertreiben? Wer hat dir dazu die Vollmacht gegeben?«6
29 »Ich sage euch, wer mir die Vollmacht dazu gegeben hat, wenn ihr mir eine einzige Frage beantwortet«, erwiderte Jesus.
30 »Geschah die Taufe des Johannes im Auftrag Gottes oder war es nur die Tat eines Menschen? Antwortet mir!«
31 Sie besprachen sich miteinander. »Wenn wir sagen, sie geschah im Auftrag Gottes, wird er fragen, warum wir ihm nicht geglaubt haben.
32 Aber können wir es wagen zu sagen: `Es war nur die Tat eines Menschen´?« Denn sie hatten Angst vor dem Volk, weil es Johannes für einen Propheten hielt.
33 So antworteten sie schließlich: »Wir wissen es nicht.« Da entgegnete Jesus: »Dann sage ich euch auch nicht, woher ich die Vollmacht habe, so zu handeln.«
1 11,9 Griech. Hosianna; ein Lobruf, der wörtlich bedeutet: »Hilf doch«; ebenso in 11,10.
2 11,9-10 Psalm 118,25-26; 148,1.
3 11,17 Jesaja 56,7; Jeremia 7,11.
4 11,19 Griech. sie; in einigen Handschriften steht er.
5 11,25 In manchen Handschriften folgt Vers 26: Aber wenn ihr nicht vergebt, wird euer Vater, der im Himmel ist, eure Sünden auch nicht vergeben.
6 11,28 O. In wessen Vollmacht tust du diese Dinge?
© 2016 ERF Medien