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Neues Leben. Die Bibel

Der Fall Jerichos

1 Die Tore von Jericho waren fest verschlossen, weil sich die Bewohner vor den Israeliten fürchteten; niemand durfte hinein oder hinaus.
2 Da sagte der Herr zu Josua: »Ich habe Jericho, seinen König und dessen starke Krieger in deine Hand gegeben.
3 Dein Heer soll die Stadt einmal am Tag umrunden. Das soll sechs Tage lang geschehen.
4 Dabei sollen sieben Priester vor der Lade hergehen, und jeder von ihnen soll ein Widderhorn tragen. Am siebten Tag sollt ihr die Stadt siebenmal umrunden und die Priester sollen in die Hörner stoßen.
5 Wenn ihr hört, dass die Priester ihre Hörner blasen, soll das ganze Volk lautes Kriegsgeschrei anstimmen. Daraufhin werden die Stadtmauern zusammenbrechen, und das Volk kann geradewegs in die Stadt eindringen.«
6 Josua rief die Priester zusammen und sagte zu ihnen: »Nehmt die Bundeslade. Sieben Priester sollen mit je einem Widderhorn vor ihr hergehen.«
7 Dann befahl er dem Volk: »Umrundet die Stadt. Die bewaffneten Männer sollen vor der Lade des Herrn hergehen.«
8 Nachdem Josua zum Volk gesprochen hatte, machten sich die sieben Priester mit den Widderhörnern in der Gegenwart des Herrn auf den Weg. Während sie gingen, bliesen sie die Hörner. Die Bundeslade des Herrn folgte ihnen.
9 Vor den Priestern, die ununterbrochen die Hörner bliesen, gingen die bewaffneten Krieger und das Volk folgte der Lade.
10 »Schreit nicht, ja redet nicht einmal«, befahl Josua. »Ich will keinen Ton von euch hören, bis ich euch befehle zu schreien. Dann schreit!«
11 Und so wurde die Lade des Herrn jeden Tag einmal um die Stadt getragen; danach kehrten alle zurück und verbrachten die Nacht im Lager.
12 Am nächsten Morgen stand Josua früh auf, und die Priester trugen wieder die Lade des Herrn.
13 Die sieben Priester mit den Widderhörnern gingen vor der Lade des Herrn und bliesen ununterbrochen ihre Hörner. Vor den Priestern mit den Hörnern marschierten bewaffnete Krieger und das Volk folgte der Lade des Herrn. Die ganze Zeit wurden die Hörner geblasen.
14 Am zweiten Tag umrundeten sie die Stadt einmal und kehrten ins Lager zurück. So machten sie es sechs Tage lang.
15 Am siebten Tag gingen die Israeliten bei Tagesanbruch los und umrundeten die Stadt auf dieselbe Art sieben Mal. Nur an diesem Tag gingen sie sieben Mal um die Stadt herum.
16 Während der siebten Umrundung, als die Priester ins Horn bliesen, befahl Josua dem Volk: »Schreit! Denn der Herr hat die Stadt in eure Hand gegeben!
17 Als ein Opfer für den Herrn soll die Stadt und alles, was darin ist, bis auf den Grund zerstört werden1. Nur die Prostituierte Rahab und alle, die in ihrem Haus sind, sollen am Leben bleiben, denn sie hat unseren Kundschaftern Unterschlupf gewährt.
18 Ihr dürft euch nichts von dem, was zur Vernichtung bestimmt ist nehmen, sonst gebt ihr euch und das Lager Israels der Vernichtung preis und stürzt es ins Unglück.
19 Alle Gegenstände aus Silber, Gold, Kupfer oder Eisen sind dem Herrn geweiht und müssen in seine Schatzkammer gebracht werden.«
20 Die Priester bliesen die Hörner. Als die Israeliten das hörten, schrieen sie so laut sie konnten. Da stürzten die Mauern Jerichos zusammen, und die Israeliten drangen geradewegs in die Stadt ein und eroberten sie.
21 Alles, was darin war - Männer und Frauen, Junge und Alte, Rinder, Schafe, Ziegen und Esel -, alles wurde vernichtet.
22 Zu den beiden Kundschaftern sagte Josua: »Geht zum Haus der Prostituierten und holt sie und ihre ganze Familie heraus, wie ihr versprochen habt.«
23 Die jungen Männer, die die Stadt ausgekundschaftet hatten, gingen hinein und holten Rahab und ihre ganze Familie; ihren Vater, ihre Mutter, ihre Brüder und alle anderen Verwandten. Sie brachten sie in die Nähe des israelitischen Lagers.
24 Danach brannten die Israeliten die Stadt vollständig nieder. Nur die silbernen, goldenen, kupfernen und eisernen Gegenstände wurden in die Schatzkammer des Hauses des Herrn gebracht.
25 Die Prostituierte Rahab und alle ihre Verwandten wurden von Josua verschont, weil sie die Kundschafter versteckt hatte, die Josua nach Jericho geschickt hatte. Noch heute lebt sie beim israelitischen Volk.
26 Damals sprach Josua folgenden Fluch aus: »Verflucht sei vor dem Herrn jeder, der es wagt, die Stadt wieder aufzubauen. Wenn er den Grundstein legt, soll sein ältester Sohn sterben. Wenn er die Tore errichtet, soll er seinen jüngsten Sohn verlieren.«
27 So war der Herr an Josuas Seite, und er wurde im ganzen Land berühmt.
1 6,17 Mit dem hier gebrauchten hebr. Terminus ist die vollständige Übergabe von Dingen, Tieren oder Menschen an den Herrn gemeint, indem diese entweder vernichtet oder als Opfer dargebracht werden. So auch in 6,18.21.
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