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Neues Leben. Die Bibel

Hiobs erste Rede

1 Schließlich begann Hiob zu sprechen und er verfluchte den Tag seiner Geburt.
2 Er sagte:
3 »Ausgelöscht soll der Tag meiner Geburt sein und auch die Nacht, in der man sagte: `Ein Junge wurde empfangen.´
4 Dieser Tag werde finster sogar für Gott in der Höhe und kein Tageslicht soll auf ihn fallen.
5 Ja, von Dunkelheit und tiefster Verzweiflung soll er beherrscht sein. Eine dunkle Wolke überschatte ihn, sein Licht werde verfinstert. So soll er zu einem Schrecken werden.
6 Und diese besagte Nacht werde von Finsternis erfasst! Sie soll nicht mehr zu den Tagen des Jahres gerechnet werden und unter den Monaten soll sie nicht mehr erscheinen.
7 Sie bringe kein Leben mehr hervor und bleibe ohne Freudenruf.
8 Die Herren der Flüche, die wissen, wie man den Leviatan1 weckt, sollen diese Nacht verfluchen.
9 Ihr Morgenstern soll nicht aufgehen; ihre Hoffnung auf Licht bleibe vergeblich: Niemals soll sie die Strahlen der Morgenröte erblicken.
10 Denn sie hat nicht verhindert, dass sich der Mutterschoß für mich öffnete und ich in dieses Leid hineingeboren wurde2.
11 Warum starb ich nicht bei meiner Geburt, gleich als ich aus dem Leib meiner Mutter kam?
12 Warum hat meine Mutter mich auf den Knien gewiegt?3 Warum hat sie mich an ihren Brüsten genährt?
13 Wenn ich bei meiner Geburt gestorben wäre, hätte ich jetzt Frieden: Ich würde schlafen und ruhen.
14 Ich würde ruhen mit den Königen der Welt und ihren Ministern, deren prächtig erbaute Grabkammern längst zerfallen sind.
15 Ich würde ruhen mit Fürsten, deren Paläste von Gold und Silber erstrahlten.
16 Warum wurde ich nicht begraben wie ein tot geborenes Kind, wie ein Säugling, der das Licht der Welt nicht erblickt?
17 Denn im Tod haben die Machenschaften der Bösen ein Ende und die Ermatteten finden Ruhe.
18 Selbst das Los der Gefangenen ist leicht, denn sie hören die Stimme des Wächters nicht mehr.
19 Arme und Reiche sind dort alle gleich und der Sklave ist frei von seinem Herrn.
20 Warum schenkt Gott den Ermüdeten Licht und lässt die Verbitterten leben?
21 Sie sehnen sich nach dem Tod, doch er kommt nicht. Sie suchen den Tod eifriger als einen verborgenen Schatz
22 und sind glücklich, wenn sie den Weg ins Grab finden. Dann fällt eine Last von ihnen ab.
23 Warum müssen die leben, die keine Zukunft haben und denen Gott jeden Weg versperrt?
24 Vor lauter Seufzen kann ich nichts mehr essen, meine Klagen strömen aus mir wie Wasser.
25 Was ich immer gefürchtet habe, ist eingetreten; wovor ich entsetzt zurückschrak, ist mir zugestoßen.
26 Ich hatte noch keinen Frieden, keine Rast, keine Ruhe, da brach schon der nächste Sturm los.«
1 3,8 Ein drachenartiges Ungeheuer.
2 3,10 Hebr. und Unheil nicht vor meinen Augen verborgen.
3 3,12 Hebr. Warum empfingen mich zwei Knie?
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