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Neues Leben. Die Bibel

Hiob spricht von seinem früheren Glück

1 Und Hiob fuhr mit seiner Rede fort:
2 »Könnte mein Leben doch so sein wie früher, als Gott mich noch beschützte,
3 als sein Licht über mir leuchtete und ich bei seinem Licht durch die Dunkelheit ging.
4 Ach, wäre es wie in meinen besten Jahren, als Gott mir ein vertrauter Freund war1,
5 als der Allmächtige auf meiner Seite stand und ich von meinen Kindern umgeben war,
6 als ich Milch im Überfluss hatte und mein Olivenöl in Strömen floss.2
7 Wenn ich damals zum Stadttor ging, nahm ich einen Ehrenplatz ein.
8 Die jungen Leute machten mir Platz, wenn sie mich sahen, und selbst die Alten erhoben sich achtungsvoll, wenn ich kam, und blieben vor mir stehen.
9 Die Vornehmen unterbrachen ihre Rede und legten respektvoll die Hand an den Mund.
10 Die führenden Männer hielten im Gespräch inne und schwiegen.
11 Was ich sagte, stieß auf begeisterte Zustimmung. Alle, die mich sahen, sprachen gut von mir.
12 Denn ich rettete den Armen, der in seiner Not aufschrie, und stand dem Waisenkind bei, das niemanden mehr hatte.
13 Ich half denen, die alle Hoffnung verloren hatten, und sie segneten mich dafür. Und ich machte die Witwen wieder froh.
14 Gerechtigkeit machte ich zum Mantel, der mich bekleidete, und das Recht zu meiner Kopfbedeckung.
15 Ich ersetzte den Blinden die Augen und den Lahmen die Füße.
16 Ich kümmerte mich wie ein Vater um die Armen und sorgte dafür, dass auch Fremde einen gerechten Prozess bekamen.
17 Ich brach dem gottlosen Unterdrücker den Kiefer, sodass er seine Beute freigeben musste.
18 Ich dachte: `Ich werde nach einem langen Leben im Kreise meiner Familie sterben.3
19 Ich werde wie ein Baum sein, dessen Wurzeln bis zum Wasser reichen und dessen Zweige vom Tau erfrischt werden.
20 Meine Würde wird mir erhalten bleiben und meine Kraft wird sich immer wieder erneuern4
21 Ja, alle hörten auf mich und warteten auf meinen Rat. Sie hörten sich schweigend an, was ich zu sagen hatte.
22 Und wenn ich fertig war, hatten sie nichts hinzuzufügen, denn mein Rat stellte sie völlig zufrieden5.
23 Sie sehnten sich nach meinen Worten wie nach dem Regen; sie warteten so begierig darauf wie auf den Spätregen.
24 Wenn sie mutlos waren, lächelte ich ihnen zu, und mein froher Blick richtete sie auf.
25 Ich sagte ihnen, was sie tun sollten, und saß als Oberhaupt bei ihnen, wie ein König, auf den das Volk einstürmt6 und der die Trauernden tröstet.
1 29,4 Hebr. als Gott in vertrautem Umgang über meinem Zelt (weilte).
2 29,6 Hebr. als meine Schritte in Dickmilch badeten und der Fels neben mir Bäche von Öl ausgoss.
3 29,18 Hebr. Mit meinem Nest werde ich dahingehen und wie der Phönix (o. wie der Sand) werde ich meine Tage mehren. Vom Vogel Phönix wurde erzählt, er lebe mehrere hundert Jahre, verbrenne dann mit seinem Nest und steige aus der Asche zu neuem Leben auf.
4 29,20 Hebr. der Bogen in meiner Hand wird sich stets verjüngen.
5 29,22 Hebr. und über sie träufelte mein Ausspruch.
6 29,25 O. wie ein König in der Kriegerschar.
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