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Neues Leben. Die Bibel

Nebukadnezars goldenes Standbild

1 König Nebukadnezar ließ ein goldenes Standbild anfertigen, 60 Ellen hoch und sechs Ellen breit1, und stellte es in der Ebene Dura in der Provinz Babel auf.
2 Dann schickte er Boten zu den Fürsten, Präfekten, Statthaltern, Ratgebern, Beratern, Richtern, Magistraten und allen anderen Beamten der Provinzen mit dem Befehl, dass alle an der Einweihungszeremonie des Standbildes teilnehmen sollten, das er hatte aufstellen lassen.
3 Alle, die aufgefordert worden waren, versammelten sich, um an der Einweihung des Standbildes, das Nebukadnezar hatte herstellen lassen, teilzunehmen. Als sie alle vor der von Nebukadnezar errichteten Statue standen,
4 verkündete ein Herold mit kräftiger Stimme: »Ihr Völker, Nationen und Sprachen, hört den Befehl des Königs!
5 Wenn ihr den Klang von Horn, Panflöte, Zither, Lyra, Harfe, Sackpfeife oder anderer Musikinstrumente hört2, müsst ihr euch zu Boden werfen und das goldene Standbild anbeten, das König Nebukadnezar anfertigen ließ.
6 Wer sich aber nicht zu Boden wirft, um die Statue anzubeten, wird sofort in einen glühenden Ofen geworfen.«
7 Als nun die Musikinstrumente ertönten und jede Art von Musik spielten, warfen sich die Männer aller Völker unverzüglich nieder und beteten das goldene Standbild an, das König Nebukadnezar hatte aufstellen lassen.
8 Zur gleichen Zeit gingen einige babylonische Männer zum König und zeigten die Juden an.
9 Sie sagten zu König Nebukadnezar: »Der König lebe ewig!
10 Du, König, hast den Befehl ausgegeben, dass alle Menschen sich auf den Boden werfen sollen, sobald sie den Klang der Musikinstrumente3 hören, und dass sie das goldene Standbild anbeten sollen.
11 Wer aber diesem Befehl nicht nachkommt, soll in den glühenden Ofen geworfen werden.
12 Es gibt hier einige hoch gestellte jüdische Männer - Schadrach, Meschach und Abed-Nego -, die du zu Verwaltern der Provinz Babel bestellt hast. Sie haben sich, o König, nicht um deinen Befehl gekümmert: Sie verehren deine Götter nicht und beten auch die goldene Statue nicht an, die du hast aufstellen lassen.«
13 Da befahl Nebukadnezar voll Zorn und Wut, Schadrach, Meschach und Abed-Nego zu holen. Als man sie vor den König gebracht hatte,
14 sagte Nebukadnezar zu ihnen: »Schadrach, Meschach und Abed-Nego, stimmt es, dass ihr meine Götter nicht verehrt? Und betet ihr tatsächlich das goldene Standbild nicht an, das ich aufstellen ließ?
15 Also: Wenn ihr, sobald ihr den Klang der Musikinstrumente hört, niederfallt und die Statue anbetet, die ich anfertigen ließ, ist alles gut. Wenn ihr dazu aber nicht bereit seid, sollt ihr sofort in den glühenden Feuerofen geworfen werden. Und wer ist der Gott, der euch vor meiner Strafe retten könnte?«
16 Schadrach, Meschach und Abed-Nego aber antworteten dem König: »O Nebukadnezar, wir wollen uns gar nicht vor dir rechtfertigen.
17 Wenn der Gott, den wir verehren, es will, kann er uns ganz bestimmt retten. Sowohl aus dem brennenden Feuerofen als auch aus deiner Hand, o König, wird er uns dann retten.
18 Aber selbst wenn er es anders beschlossen hat, sollst du, o König, es mit Sicherheit wissen: Wir werden deine Götter niemals verehren und die goldene Statue, die du hast aufstellen lassen, niemals anbeten.«

Der Feuerofen

19 Da geriet Nebukadnezar in einen solchen Zorn über Schadrach, Meschach und Abed-Nego, dass sich sein Gesicht vor Wut verzerrte. Er gab sofort den Befehl, den Ofen siebenmal heißer als gewöhnlich anzuheizen.
20 Dann beauftragte er einige der kräftigsten Männer seines Heeres, Schadrach, Meschach und Abed-Nego zu fesseln und in den glühenden Ofen zu werfen.
21 So wurden diese Männer mitsamt ihrer Unterbekleidung, ihrem Obergewand und ihrer Kopfbedeckung gefesselt und in den Ofen geworfen, in dem das Feuer brannte.
22 Weil aber der Befehl des Königs so streng war und deshalb der Ofen übermäßig angeheizt worden war, wurden die Soldaten, die die drei Männer in den Ofen geworfen hatten, allein durch die Flammen, die aus der Ofentür herauszüngelten, getötet.
23 Die drei Männer aber, Schadrach, Meschach und Abed-Nego, fielen, gefesselt wie sie waren, in die Flammen des Feuerofens.
24 Plötzlich sprang Nebukadnezar erschrocken auf und fragte seine Ratgeber: »Haben wir nicht eben drei Männer gefesselt ins Feuer werfen lassen?« - »Ja, natürlich, o König«, antworteten sie.
25 »Aber seht doch!«, rief Nebukadnezar. »Dort sehe ich vier Männer, ungefesselt, die im Feuer umhergehen. Und sie sind völlig unversehrt! Und der Vierte sieht aus wie ein göttliches Wesen!«
26 Daraufhin trat Nebukadnezar an die Öffnung des brennenden Feuerofens und rief hinein: »Schadrach, Meschach und Abed-Nego, ihr Diener des höchsten Gottes, tretet aus dem Ofen heraus und kommt zu mir!« Da kamen Schadrach, Meschach und Abed-Nego aus dem Feuer heraus.
27 Die Fürsten, Präfekten, Statthalter und Ratgeber des Königs umringten sie und sahen, dass das Feuer ihrem Körper keinerlei Schaden zugefügt hatte. Nicht ein Haar auf ihrem Kopf war versengt, selbst ihre Kleidung war unversehrt. Sie rochen nicht einmal nach Rauch!
28 Da rief Nebukadnezar: »Gelobt sei der Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos! Denn er schickte seinen Engel und hat seine Diener, die sich auf ihn verlassen, gerettet. Sie haben den Befehl des Königs nicht befolgt - ja, sie wollten lieber sterben als irgendeinen anderen Gott außer ihrem Gott zu verehren oder anzubeten.
29 Deshalb gebe ich folgenden Erlass bekannt: Sollte irgendein Mensch, welcher Rasse, Nation oder Sprache auch immer, ein abfälliges Wort gegen den Gott von Schadrach, Meschach und Abed-Nego sagen, soll er in Stücke gehauen und sein Haus in Schutt und Asche gelegt werden. Denn es gibt keinen Gott, der retten könnte wie dieser!«
30 Danach setzte der König Schadrach, Meschach und Abed-Nego in der Provinz Babel in hohe Ehrenstellungen ein.

Nebukadnezars Traum von einem Baum

31 König Nebukadnezar ließ den Angehörigen aller Rassen, Nationen und Sprachen auf der ganzen Welt die Botschaft übermitteln: Ich wünsche euch allen Frieden!
32 Ich habe mir vorgenommen, von den Zeichen und Wundern zu berichten, die der höchste Gott an mir getan hat.
33 Wie groß sind seine Zeichen, wie mächtig seine Wunder! Sein Reich ist ein ewiges Reich, er herrscht von Generation zu Generation.
1 3,1 Das entspricht ca. 30 m Höhe und 3 m Breite.
2 3,5 Die Identifikation einiger dieser Instrumente ist unsicher.
3 3,10 Hebr. des Horns, der Flöte, der Zither, der Lyra, der Harfe, der Pfeifen oder anderer Musikinstrumente; so auch in 3,15.
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