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Neues Leben. Die Bibel

Salomo bittet um Weisheit

1 Salomo schloss einen Bund mit dem Pharao, dem König von Ägypten, und heiratete dessen Tochter. Er holte sie in die Stadt Davids, bis sein Palast und das Haus des Herrn sowie die Stadtmauer fertig gebaut waren.
2 Damals gab es noch kein Haus des Herrn. Deshalb brachten die Israeliten ihre Opfer auf den Kulthöhen dar.
3 Salomo liebte den Herrn und befolgte alle Anweisungen seines Vaters David bis auf eine einzige: Auch er nutzte weiterhin diese Altäre auf den Hügeln für Opfergaben und Rauchopfer.
4 Die wichtigste Kulthöhe stand in Gibeon; dorthin ging der König und opferte 1.000 Brandopfer auf dem Altar.
5 In dieser Nacht in Gibeon erschien der Herr Salomo im Traum. Gott sprach: »Was willst du haben? Bitte, und ich werde es dir geben!«
6 Salomo antwortete: »Du hast deinem Diener David, meinem Vater, so viel Gutes getan, weil er ehrlich und wahrhaftig und dir von Herzen treu war. Diese Güte hat bis heute Bestand, denn du hast ihm einen Sohn geschenkt, der nun auf seinem Thron sitzt.
7 Herr, mein Gott, nun hast du deinen Diener an Stelle meines Vaters David zum König gemacht. Aber ich bin im Grunde noch ein Kind, das nicht weiß, was es tun soll.
8 Hier stehe ich inmitten deines erwählten Volkes, das so groß ist, dass niemand es mehr zählen kann!
9 Schenk deinem Diener ein gehorsames Herz, damit ich dein Volk gut regiere und den Unterschied zwischen Gut und Böse erkenne. Denn wer könnte dieses große Volk, das dir gehört, regieren?«
10 Dem Herrn gefiel Salomos Antwort, und er freute sich, dass er ihn um Weisheit gebeten hatte.
11 Deshalb sprach Gott zu ihm: »Dies war deine Bitte, und nicht ein langes Leben oder Reichtümer für dich selbst oder der Tod deiner Feinde.
12 Darum will ich dir geben, worum du mich gebeten hast! Ich schenke dir Weisheit und Verstand, wie kein Mensch vor dir sie besaß und keiner sie mehr besitzen wird.
13 Und darüber hinaus gebe ich dir, worum du mich nicht gebeten hast - Reichtum und Ehre. Dir wird kein König gleichkommen solange du lebst.
14 Und wenn du mir gehorchst und meine Gesetze und Gebote hältst, wie dein Vater David es getan hat, schenke ich dir auch ein langes Leben.«
15 Da erwachte Salomo und merkte, dass er geträumt hatte. Er kehrte nach Jerusalem zurück und ging zur Bundeslade des Herrn. Dann lud er seinen ganzen Hofstaat zu einem großen Festessen ein und brachte Brandopfer und Friedensopfer dar.

Salomo urteilt weise

16 Damals kamen zwei Prostituierte zum König und stellten sich vor ihn.
17 »Bitte, mein Herr«, begann die eine, »diese Frau und ich wohnen im selben Haus. Ich habe ein Kind geboren, während sie bei mir war.
18 Drei Tage später bekam sie ebenfalls ein Kind. Wir waren ganz allein im Haus, niemand sonst war bei uns.
19 Aber ihr Kind starb in der Nacht, denn sie hat es erdrückt.
20 Da stand sie nachts auf und nahm mir meinen Sohn weg, während ich schlief. Sie legte mir ihr totes Kind in die Arme und nahm meines zu sich.
21 Am Morgen, als ich aufstand und meinen Sohn stillen wollte, war er tot! Doch als ich ihn mir im Morgenlicht genauer ansah, merkte ich, dass es gar nicht der Sohn war, den ich geboren hatte.«
22 Da fiel ihr die andere Frau ins Wort: »Nein, mein Sohn lebt und dein Sohn ist tot.« »Nein«, sagte die erste Frau, »das tote Kind ist deins und das lebende ist meins.« Und so ging es hin und her vor dem König.
23 Da sagte der König: »Diese sagt: `Mein Sohn lebt und deiner ist tot.´ Die andere aber sagt: `Nein, dein Sohn ist tot und meiner lebt.´«
24 Dann fuhr er fort: »Bringt mir ein Schwert.« Man brachte dem König ein Schwert.
25 Dann sagte er: »Teilt das lebende Kind in zwei Teile und gebt jeder dieser Frauen eine Hälfte!«
26 Da schrie die Mutter des lebenden Kindes voller Mitgefühl zum König: »Bitte, mein Herr! Gebt ihr das lebende Kind - aber tötet es nicht!« Die andere Frau jedoch sagte: »Es soll weder dir noch mir gehören; teilt es.«
27 Da sprach der König: »Tötet es nicht, sondern gebt das lebende Kind der ersten Frau, denn sie ist seine Mutter!«
28 Als die Israeliten von diesem Urteil hörten, das der König gefällt hatte, fürchteten sie den König, denn sie sahen, dass Gott Salomo Weisheit gegeben hatte, um gerechte Urteile zu fällen.
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