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Neues Leben. Die Bibel

Das Gottesurteil auf dem Berg Karmel

1 Die Monate vergingen, und im dritten Jahr sprach der Herr zu Elia: »Geh und zeige dich Ahab. Ich will dem Land Regen schicken!«
2 Da ging Elia, um sich Ahab zu zeigen. Inzwischen war in Samaria eine große Hungersnot ausgebrochen.
3 Deshalb ließ Ahab seinen Palastvorsteher Obadja rufen, der ein treuer Anhänger des Herrn war.
4 Er hatte einst, als Isebel alle Propheten des Herrn töten ließ, 100 Propheten in zwei Höhlen verborgen, in jeder Höhle 50, und hatte sie mit Essen und Trinken versorgt.
5 Ahab sagte zu Obadja: »Geh durch das Land zu jeder Quelle und jedem Bach und sieh, ob wir Gras finden, um die Pferde und Maultiere zu retten, damit wir nicht alles Vieh sterben lassen müssen.«
6 Sie teilten das Land zwischen sich auf, um es zu durchsuchen. Ahab ging in die eine Richtung, Obadja in die andere.
7 Als Obadja unterwegs war, kam ihm Elia entgegen. Als er ihn erkannte, warf er sich vor ihm auf die Erde. »Bist du es wirklich, mein Herr Elia?«, fragte er.
8 »Ja, ich bin es«, antwortete Elia. »Nun geh und sag deinem Herrn: `Elia ist da.´«
9 »Aber, Herr«, protestierte Obadja, »was habe ich dir getan, dass du deinen Diener an Ahab auslieferst, der mich ganz sicher töten wird?
10 So wahr der Herr, dein Gott, lebt, der König hat dich in jedem Volk und jedem Königreich suchen lassen. Und jedes Mal, wenn man ihm sagte: `Elia ist nicht hier´, ließ Ahab das Reich oder das Volk schwören, dass sie dich nicht gefunden hatten.
11 Und nun sagst du zu mir: `Geh und sag deinem Herrn: Elia ist hier´!
12 Sobald ich dir den Rücken gekehrt habe, wird der Geist des Herrn dich wer weiß wohin bringen. Wenn ich zu Ahab gehe und ihm Bescheid sage, und dann kommt er und findet dich nicht, so wird er mich töten. Dabei bin ich seit meiner Jugend ein treuer Diener des Herrn gewesen.
13 Mein Herr, hat dir denn niemand erzählt, was ich tat, als Isebel die Propheten des Herrn tötete? Ich habe 100 von ihnen in zwei Höhlen verborgen und mit Essen und Trinken versorgt.
14 Und jetzt sagst du zu mir: `Geh und sag deinem Herrn: Elia ist hier!´ Er wird mich umbringen!«
15 Doch Elia antwortete: »So wahr der Herr, der Allmächtige, lebt, dem ich diene, ich werde mich Ahab noch heute zeigen.«
16 Da machte sich Obadja auf den Weg zu Ahab und sagte es ihm, und Ahab ging Elia entgegen.
17 »Bist du es, der Israel ins Unglück gestürzt hat?«, fragte Ahab, als er ihn sah.
18 »Nicht ich habe Israel ins Unglück gestürzt«, entgegnete Elia, »sondern du und die Familie deines Vaters, denn ihr wolltet den Geboten des Herrn nicht gehorchen und stattdessen hast du die Bilder des Baal angebetet.
19 Ruf nun das ganze israelitische Volk auf dem Berg Karmel zusammen, auch die 450 Propheten Baals und die 400 Propheten der Aschera, die an Isebels Tisch sitzen.«
20 Da schickte Ahab Boten zu allen Israeliten und rief die Propheten auf dem Berg Karmel zusammen.
21 Elia stellte sich vor das Volk und sagte: »Wie lange wollt ihr noch hin- und herschwanken? Wenn der Herr Gott ist, folgt ihm! Wenn aber Baal Gott ist, dann folgt ihm!« Doch das Volk schwieg.
22 Da sagte Elia zu ihnen: »Ich bin als einziger Prophet des Herrn übrig geblieben, Baal dagegen hat 450 Propheten.
23 Holt zwei Stiere. Die Propheten Baals sollen sich einen aussuchen, ihn in Stücke zerschneiden und auf das Holz legen, doch ohne es anzuzünden. Ich werde den anderen Stier vorbereiten und auf das Holz legen, es aber ebenfalls nicht anzünden.
24 Dann ruft ihr den Namen eures Gottes an, und ich werde den Namen des Herrn anrufen. Der Gott, der mit Feuer antwortet, ist der wahre Gott!« Und das Volk antwortete: »Das ist gut.«
25 Da sagte Elia zu den Baalspropheten: »Wählt einen Stier und bereitet ihn zuerst vor, denn ihr seid viele. Dann ruft den Namen eures Gottes an. Aber setzt das Holz nicht in Brand.«
26 Sie bereiteten den Stier vor, den man ihnen gab. Dann riefen sie den ganzen Vormittag lang den Namen des Baal an: »Baal, antworte uns!« Aber es kam keine Antwort. Daraufhin tanzten sie um den Altar, den sie errichtet hatten.
27 Gegen Mittag begann Elia, sie zu verspotten. »Vielleicht solltet ihr etwas lauter rufen«, höhnte er, »denn er ist doch ein Gott! Mag sein, er ist tief in Gedanken, oder vielleicht hat er zu tun. Oder er ist auf Reisen, oder er schläft und muss geweckt werden!«
28 Da schrien sie lauter und ritzten sich, wie es Brauch bei ihnen war, mit Messern und Schwertern, bis das Blut floss.
29 Nach dem Mittag gerieten sie in Ekstase, bis die Zeit des Speiseopfers gekommen war, aber es erklang keine Stimme, es kam keine Antwort, nichts regte sich.
30 Da forderte Elia das Volk auf: »Kommt hier herüber!« Sie drängten sich um ihn, als er den Altar des Herrn, der eingerissen worden war, wieder aufbaute.
31 Er nahm zwölf Steine, einen für jeden Stamm der Söhne Jakobs, zu dem der Herr gesprochen hatte: »Dein Name soll Israel sein«,
32 und mit diesen Steinen baute er einen Altar im Namen des Herrn. Dann hob er einen Graben rund um den Altar aus, so breit, dass er zwei Maß Saatkörner1 fasste.
33 Er häufte Holz auf den Altar, zerteilte den Stier in Stücke und legte die Fleischstücke auf das Holz.
34 Dann sagte er: »Füllt vier große Vorratskrüge mit Wasser und gießt sie über das Opfer und das Holz.« Danach sagte er zu ihnen: »Tut dasselbe noch einmal!« Und schließlich sagte er: »Nun tut es ein drittes Mal!« Und sie taten es ein drittes Mal,
35 und das Wasser lief am Altar hinunter und füllte sogar den Graben.
36 Als die Zeit für das Speiseopfer gekommen war, trat der Prophet Elia heran und betete: »Herr, Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs2, zeig uns heute, dass du Gott in Israel bist und dass ich dein Diener bin und all dies auf deinen Befehl hin getan habe.
37 Antworte mir, Herr! Antworte mir, damit dieses Volk erkennt, dass du, Herr, Gott bist und dass du ihre Herzen zurückerobert hast.«
38 Da ließ der Herr Feuer herabfallen und setzte das Opferfleisch, das Holz, die Steine und die Erde in Brand und trocknete sogar den Graben aus.
39 Als das Volk das sah, warfen die Menschen sich zu Boden und riefen: »Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott!«
40 Da gebot Elia ihnen: »Ergreift die Baalspropheten. Nicht ein Einziger darf entkommen!« Und sie ergriffen sie alle, und Elia ließ sie an den Bach Kischon hinunterbringen und tötete sie dort.

Elia betet um Regen

41 Dann sagte Elia zu Ahab: »Geh hin, iss und trink! Denn ich höre einen mächtigen Regensturm heranziehen!«
42 Also machte Ahab sich auf, um zu essen und zu trinken. Elia aber stieg auf den Gipfel des Karmel hinauf, kauerte sich auf den Boden und legte den Kopf zwischen die Knie.
43 Dann sagte er zu seinem Diener: »Geh und schau zum Meer hinaus.« Der Mann ging und schaute, dann sagte er: »Ich sehe nichts.« Elia sagte zu ihm: »Geh noch mal hin«, und sieben Mal ging er.
44 Beim siebten Mal endlich meldete ihm der Diener: »Ich sah eine kleine Wolke, etwa so groß wie die Hand eines Mannes, über dem Meer auftauchen.« Da rief Elia: »Lauf zu Ahab und sage ihm: `Steig in deinen Streitwagen und fahre los, damit dich der Regen nicht daran hindert!´«
45 Und im nächsten Augenblick wurde der Himmel schwarz von Wolken. Ein heftiger Wind kam auf und brachte starken Regen, und Ahab bestieg seinen Wagen und fuhr nach Jesreel.
46 In diesem Augenblick kam die Kraft des Herrn über Elia. Er gürtete seinen Mantel und lief den ganzen Weg nach Jesreel vor Ahab her.
1 18,32 Das sind ca. 26 l.
2 18,36 Hebr. und Israels.
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