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Neue Genfer Übersetzung

Vom Tod kann sich keiner freikaufen

1 Für den Dirigenten1. Von den Korachitern2. Ein Psalm.
2 Hört diese Botschaft, all ihr Völker, horcht auf, ihr Menschen dieser Welt,
3 ihr Einfachen und ihr Vornehmen, ihr Reichen und ihr Armen gleichermaßen!
4 Mein Mund soll eine Fülle an Weisheit verkünden, und mein Herz bemüht sich um Einsicht.
5 Ich selbst habe mein Ohr für Sprüche der Weisheit geöffnet, und zum Klang der Zither will ich ihre Bedeutung enträtseln.3
6 Warum sollte ich mich fürchten in schweren Tagen? Warum sollte ich Angst haben vor Menschen, deren Bosheit mich verfolgt?
7 Sie vertrauen auf ihr Vermögen und brüsten sich mit ihrem großen Reichtum.
8 Doch kein Mensch kann das Leben eines anderen mit Geld verlängern, niemand kann sich bei Gott vom Tod freikaufen.4
9 Aller Reichtum der Welt wäre nicht genug! Jeder Mensch muss den Wunsch aufgeben,
10 für immer weiter zu leben und vom Grab verschont zu bleiben.
11 Ja, es ist offensichtlich: So wie die Weisen einmal sterben werden, müssen auch die Törichten und die Dummen ihr Leben lassen, und all ihr Vermögen fällt anderen zu.
12 Sie bilden sich ein, ihre Häuser seien für die Ewigkeit gebaut und ihre Wohnsitze blieben auch in allen künftigen Generationen erhalten.5 Große Ländereien haben sie erworben und nach sich selbst benannt.
13 Doch selbst ein Mensch im größten Prunk hat hier keine Bleibe auf ewig. Am Ende unterscheidet er sich nicht vom Vieh, dem irgendwann das Leben genommen wird.
14 Ja, so wird es all denen ergehen, die unerschütterlich auf sich selbst vertrauen. Und nicht anders sieht das Ende derer aus, die ihren Worten Beifall spenden.6 //7
15 Wie ein Hirte seine Schafe weidet, so führt sie der Tod in das Totenreich, dann bricht der Tag an, an dem die aufrichtigen Menschen über sie triumphieren. Ihr Körper verwest im Totenreich, und ihre prächtigen Häuser auf Erden verfallen.8
16 Mich aber wird Gott erlösen und den Klauen des Todes entreißen, er wird mich zu sich holen und bei sich aufnehmen9. //
17 Sei nicht beunruhigt, wenn ein Mensch immer reicher und sein Haus immer prunkvoller wird.
18 Denn nichts von allem kann er im Sterben mitnehmen, nichts von seiner ganzen Pracht folgt ihm über die Schwelle des Todes10.
19 Zu Lebzeiten mag er sich selbst11 beglückwünschen – und von anderen wird man ja sowieso gefeiert, wenn man das Leben zu genießen versteht –
20 er wird dennoch dorthin kommen, wo schon seine Vorfahren versammelt sind. Sie alle sehen nie mehr das Licht.
21 Ja, ein Mensch im größten Prunk, der keine Einsicht hat, unterscheidet sich am Ende nicht vom Vieh, dem irgendwann das Leben genommen wird. //
1 Siehe die Anmerkung zu Psalm 4,1.
2 Siehe die Anmerkung zu Psalm 42,1.
3 W Ich will einem Weisheitsspruch mein Ohr zuwenden, mein Rätsel will ich auflösen zur Zither. Wahrscheinlich ist gemeint, dass der Dichter einen Weisheitsspruch von Gott empfängt.
4 W Den Bruder loszukaufen vermag ganz gewiss kein Mensch, er vermag Gott für ihn kein Sühnegeld zu geben.
5 Der hebräische Text in Vers 12 ist bis hierher sehr schwierig zu deuten. Andere übersetzen mit leicht verändertem Anfangswort: Ihre Gräber sind ihre Häuser in Ewigkeit, ihre Wohnungen von Generation zu Generation. So lautet der Text auch in der Septuaginta und in anderen alten Übersetzungen.
6 Aü So sieht das Ende derer aus, die an ihren eigenen Worten Gefallen finden.
7 Siehe die Anmerkung zu Psalm 3,3.
8 Od Ihr Körper zerfällt, und das Totenreich ist nun ihre Wohnung. Es gibt noch weitere Wiedergaben zu diesem Vers wie auch zu einigen anderen Stellen in diesem Psalm. Das liegt nicht zuletzt an seinem etwas abrupt wirkenden Stil, der sich im übrigen auch in anderen Psalmen mit ähnlichem Inhalt findet.
9 W denn er wird mich wegnehmen (od zu sich nehmen).
10 W seine Pracht folgt ihm nicht hinab.
11 W seine Seele.
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