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Lutherbibel 2017

Tobit, der Vater des Tobias

1 Dies ist das Buch der Geschichte Tobits, des Sohnes Tobiëls, des Sohnes Hananiëls, des Sohnes Aduels, des Sohnes Gabaëls, des Sohnes Rafaëls, des Sohnes Raguëls, aus dem Geschlecht Asiëls aus dem Stamme Naftali.
2 Der wurde aus Tischbe mit in die Gefangenschaft geführt zur Zeit Salmanassars, des Königs von Assyrien. Tischbe aber liegt südlich von Kedesch Naftali in Galiläa oberhalb von Hazor und nordwestlich von Fogor.
3 Ich, Tobit, wandelte mein Leben lang auf den Wegen der Wahrheit, übte gerechte Werke und erwies meinen Brüdern viel Barmherzigkeit und meinem Volk, das mit mir in die Gefangenschaft in das Land Assyrien nach Ninive gezogen war.
4 Als ich noch ein junger Mann in meiner Heimat im Land Israel war, fiel der ganze Stamm meines Vaters vom Haus meines Vaters David und von der Stadt Jerusalem ab. Sie aber ist aus allen Stämmen Israels erwählt, damit man dort opfere, und der Tempel der Wohnung Gottes ist dort geheiligt und erbaut für alle Geschlechter auf ewig.
5 Alle meine Brüder und das Haus meines Vaters Naftali opferten dem Kalb, das Jerobeam, der König von Israel, in Dan auf den Bergen Galiläas gemacht hatte.
6 Ich allein begab mich oft an den Festtagen nach Jerusalem, wie es ganz Israel geboten ist als ewige Satzung. Mit den Erstlingsgaben und den Erstlingsfrüchten und den Zehnten vom Vieh und der ersten Wolle der Schafe zog ich eilends nach Jerusalem
7 und gab es den Priestern, den Söhnen Aarons, für den Altar; und den Zehnten von Getreide und Wein und Öl und Granatäpfeln und Feigen und den übrigen Früchten gab ich den Söhnen Levis, die Dienst tun in Jerusalem. Und den zweiten Zehnten von sechs Jahren verkaufte ich und gab das Silber in jedem Jahr bei der Wallfahrt in Jerusalem.
8 Und ich gab es den Waisen und Witwen und denen, die sich Israel angeschlossen hatten; ich brachte den Zehnten herbei und gab ihn im dritten Jahr, und wir verzehrten ihn nach der Anordnung im Gesetz des Mose und nach dem, was mir Debora, die Mutter unseres Vaters Hananiël, geboten hatte. Denn mein Vater war gestorben und hatte mich als Waise zurückgelassen.
9 Da ich nun erwachsen war, nahm ich eine Frau aus dem Geschlecht unserer Väter und zeugte mit ihr einen Sohn, den nannte ich Tobias.
10 Als ich aber zu den Assyrern in Gefangenschaft gebracht worden war und gefangen nach Ninive kam, da aßen alle meine Brüder und die aus meinem Volk von den Speisen der Heiden.
11 Ich aber hütete mich, von den Speisen der Heiden zu essen.
12 Und da ich mit ganzer Seele meines Gottes gedachte,
13 ließ mich der Höchste Gnade und Gunst bei Salmanassar finden, und ich kaufte für ihn alles, was er brauchte.
14 Und ich reiste nach Medien und kaufte für ihn dort ein, solange er lebte. Damals ließ ich bei Gabaël, dem Bruder des Gabri, im Lande Medien zehn Talente Silber zurück.
15 Als aber Salmanassar starb und sein Sohn Sanherib König wurde an seiner statt, da wurden die Wege in Medien unsicher, und ich konnte nicht mehr dorthin reisen.
16 Auch in den Tagen Salmanassars erwies ich den Brüdern aus meinem Geschlecht viel Barmherzigkeit:
17 Die Hungrigen speiste ich, die Nackten kleidete ich, und wenn ich einen Toten aus meinem Volk sah, der hinter Ninives Mauer geworfen war, so begrub ich ihn.
18 Sanherib aber war in den Tagen des Gerichts, das der König des Himmels an ihm um seiner Lästerungen willen vollzog, aus Judäa geflohen. Wenn er jemanden tötete, so begrub ich ihn. Denn in seinem Zorn tötete er viele der Israeliten. Da stahl ich ihre Leichname und begrub sie. Sanherib aber suchte sie und fand sie nicht.
19 Doch einer aus Ninive ging hin und zeigte mich beim König an, dass ich sie begrub. Da verbarg ich mich. Als ich aber erfuhr, dass der König über mich Bescheid wusste und ich gesucht wurde, um getötet zu werden, fürchtete ich mich und flüchtete.
20 All mein Hab und Gut wurde mir geraubt. Mir blieb nichts, was nicht zum königlichen Schatz zugeschlagen wurde, außer meiner Frau Hanna und meinem Sohn Tobias.
21 Doch es waren noch keine vierzig Tage vergangen, da wurde der König von zwei seiner Söhne erschlagen, und sie flohen in das Gebirge Ararat. Da wurde sein Sohn Asarhaddon König an seiner statt. Der setzte Achikar, den Sohn meines Bruders Hanaël, über den gesamten Schatz seines Reiches, und er erhielt Macht über die ganze Verwaltung.
22 Damals legte Achikar Fürsprache für mich ein, und ich kam zurück nach Ninive. Achikar war nämlich der oberste Mundschenk, Siegelbewahrer, Verwalter und Schatzmeister unter Sanherib, dem König der Assyrer. Und Asarhaddon setzte ihn wieder in sein Amt ein. Achikar war mein Neffe und aus meiner Verwandtschaft.
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