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Luther 1984

Hilferuf gegen die Unterdrücker des Volkes Gottes

1 HERR, du Gott der Vergeltung, du Gott der Vergeltung, erscheine!
2 Erhebe dich, du Richter der Welt; vergilt den Hoffärtigen, was sie verdienen!
3 HERR, wie lange sollen die Gottlosen, wie lange sollen die Gottlosen prahlen?
4 Es reden so trotzig daher, es rühmen sich alle Übeltäter.
5 HERR, sie zerschlagen dein Volk und plagen dein Erbe.
6 Witwen und Fremdlinge bringen sie um und töten die Waisen
7 und sagen: Der HERR sieht's nicht, und der Gott Jakobs beachtet's nicht.
8 Merkt doch auf, ihr Narren im Volk! Und ihr Toren, wann wollt ihr klug werden?
9 Der das Ohr gepflanzt hat, sollte der nicht hören? Der das Auge gemacht hat, sollte der nicht sehen?
10 Der die Völker in Zucht hält, / sollte der nicht Rechenschaft fordern - er, der die Menschen Erkenntnis lehrt?
11 Aber der HERR kennt die Gedanken der Menschen: sie sind nur ein Hauch!
12 Wohl dem, den du, HERR, in Zucht nimmst und lehrst ihn durch dein Gesetz,
13 ihm Ruhe zu schaffen vor bösen Tagen, bis dem Gottlosen die Grube gegraben ist.
14 Denn der HERR wird sein Volk nicht verstoßen noch sein Erbe verlassen.
15 Denn Recht muss doch Recht bleiben, und ihm werden alle frommen Herzen zufallen.
16 Wer steht mir bei wider die Boshaften? Wer tritt zu mir wider die Übeltäter?
17 Wenn der HERR mir nicht hülfe, läge ich bald am Orte des Schweigens.
18 Wenn ich sprach: Mein Fuß ist gestrauchelt, so hielt mich, HERR, deine Gnade.
19 Ich hatte viel Kummer in meinem Herzen, aber deine Tröstungen erquickten meine Seele.
20 Du hast ja nicht Gemeinschaft mit dem Richterstuhl der Bösen, die das Gesetz missbrauchen und Unheil schaffen.
21 Sie rotten sich zusammen wider den Gerechten und verurteilen unschuldiges Blut.
22 Aber der HERR ist mein Schutz, mein Gott ist der Hort meiner Zuversicht.
23 Und er wird ihnen ihr Unrecht vergelten / und sie um ihrer Bosheit willen vertilgen; der HERR, unser Gott, wird sie vertilgen.
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