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Luther 1984

Über Weisheit und Torheit

1 Tote Fliegen verderben gute Salben. Ein wenig Torheit wiegt schwerer als Weisheit und Ehre.
2 Des Weisen Herz ist zu seiner Rechten, aber des Toren Herz ist zu seiner Linken.
3 Auch wenn der Tor auf der Straße geht, fehlt es ihm an Verstand, doch er hält jeden andern für einen Toren.
4 Wenn des Herrschers Zorn wider dich ergeht, so verlass deine Stätte nicht; denn Gelassenheit wendet großes Unheil ab.
5 Dies ist ein Unglück, das ich sah unter der Sonne, gleich einem Versehen, das vom Gewaltigen ausgeht:
6 Ein Tor sitzt in großer Würde, und Reiche müssen in Niedrigkeit sitzen.
7 Ich sah Knechte auf Rossen und Fürsten zu Fuß gehen wie Knechte.
8 Wer eine Grube gräbt, der kann selbst hineinfallen, und wer eine Mauer einreißt, den kann eine Schlange beißen.
9 Wer Steine bricht, der kann sich dabei wehe tun, und wer Holz spaltet, der kann dabei verletzt werden.
10 Wenn ein Eisen stumpf wird und an der Schneide ungeschliffen bleibt, muss man mit ganzer Kraft arbeiten. Aber Weisheit bringt Vorteil und Gewinn.
11 Wenn die Schlange beißt vor der Beschwörung, so hat der Beschwörer keinen Vorteil.
12 Die Worte aus dem Munde des Weisen bringen ihm Gunst; aber des Toren Lippen verschlingen ihn selber.
13 Der Anfang seiner Worte ist Narrheit und das Ende verderbliche Torheit.
14 Der Tor macht viele Worte; aber der Mensch weiß nicht, was sein wird, und wer will ihm sagen, was nach ihm werden wird?
15 Die Arbeit ermüdet den Toren, der nicht einmal weiß, in die Stadt zu gehen.
16 Weh dir, Land, dessen König ein Kind ist und dessen Fürsten schon in der Frühe tafeln!
17 Wohl dir, Land, dessen König ein Edler ist und dessen Fürsten zur rechten Zeit tafeln als ehrbare Männer und nicht als Zecher.
18 Durch Faulheit sinken die Balken, und durch lässige Hände tropft es im Haus.
19 Man hält Mahlzeiten, um zu lachen, und der Wein erfreut das Leben, und das Geld muss alles zuwege bringen.
20 Fluche dem König auch nicht in Gedanken und fluche dem Reichen auch nicht in deiner Schlafkammer; denn die Vögel des Himmels tragen die Stimme fort, und die Fittiche haben, sagen's weiter.
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