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Lutherbibel 2017

Judits Herkunft und Lebensführung

1 Das hörte in jenen Tagen auch Judit, die Tochter Meraris, des Sohnes des Uz, des Sohnes Josefs, des Sohnes Usiëls, des Sohnes Hilkijas, des Sohnes des Hananjas, des Sohnes Gideons, des Sohnes Rafaïns, des Sohnes Ahitubs, des Sohnes Elijas, des Sohnes Hilkijas, des Sohnes Eliabs, des Sohnes Natanaëls, des Sohnes Schelumiëls, des Sohnes Zurischaddais, des Sohnes Israels.
2 Judits Mann Manasse aber, aus ihrem Stamm und ihrer Sippe, war zur Zeit der Gerstenernte gestorben.
3 Er hatte auf dem Felde die Garbenbinder beaufsichtigt, als ihn ein Hitzschlag traf. Da fiel er auf sein Bett und starb in seiner Stadt Betulia. Und sie begruben ihn bei seinen Vätern auf dem Feld, das zwischen Dotan und Belmain liegt.
4 Judit aber lebte nun schon drei Jahre und vier Monate als Witwe in ihrem Haus.
5 Auf dem Dach ihres Hauses hatte sie sich ein Zelt gemacht. Um ihre Hüften hatte sie einen Sack gelegt und trug darüber die Kleider einer Witwe.
6 Und sie fastete alle Tage ihrer Witwenschaft, außer am Tag vor dem Sabbat und am Sabbat selbst, am Tag vor dem Neumond und am Neumond selbst sowie an den Festen und Freudentagen des Hauses Israel.
7 Sie war sehr schön von Gestalt und von blühendem Aussehen. Ihr Mann Manasse hatte ihr Gold und Silber, Knechte und Mägde, Vieh und Felder hinterlassen, über die sie verfügte.
8 Und es gab niemanden, der ihr etwas Schlechtes nachsagen konnte, denn sie fürchtete Gott sehr.

Judit redet zu den Ältesten von Betulia

9 Und Judit hörte die harten Reden des Volkes gegen sein Oberhaupt Usija, weil sie kleinmütig geworden waren wegen des Mangels an Wasser. Auch hörte sie alle Worte, die Usija zu ihnen gesagt hatte, und wie er ihnen geschworen hatte, die Stadt nach fünf Tagen an die Assyrer zu übergeben.
10 Da sandte sie die Magd, die ihr Hab und Gut verwaltete, und lud Usija, Kabri und Karmi zu sich ein, die Ältesten ihrer Stadt.

Rede der Judit

11 Als die nun zu ihr kamen, sprach sie zu ihnen: Hört mich an, ihr Oberhäupter von Betulia! Das Wort, das ihr heute zu dem Volk gesprochen habt, war nicht recht. Ihr habt einen Eid geschworen, der nun zwischen Gott und euch steht, und habt versprochen, die Stadt unseren Feinden zu übergeben, wenn der Herr uns unterdessen nicht hilft!
12 Wer seid ihr denn, dass ihr Gott am heutigen Tage versucht und euch vor allen Menschen über Gott erhebt?
13 Wollt ihr etwa den Herrn, den Allmächtigen, herausfordern? Wollt ihr denn ewig unverständig bleiben?
14 Könnt ihr doch nicht einmal die Tiefe des menschlichen Herzens noch seine Gedanken begreifen! Wie wollt ihr da Gott erforschen, der alles geschaffen hat, seinen Sinn erkennen oder seine Überlegungen begreifen? Niemals, Brüder! Erzürnt nicht den Herrn, unsern Gott!
15 Denn auch wenn er uns nicht in diesen fünf Tagen helfen will, hat er doch die Macht, uns vor unseren Feinden zu schützen oder uns zu vernichten, wann immer er will.
16 Versucht nicht, den Willen des Herrn, unseres Gottes, zu erzwingen! Gott ist ja nicht wie ein Mensch, dem man drohen könnte, und nicht wie einer, der sich bedrängen ließe!
17 Darum lasst uns auf seine Rettung warten und ihn um Hilfe anrufen! Er wird unsere Stimme erhören, wann es ihm gefällt!
18 Denn es gibt ja zu dieser Zeit unter uns keinen Stamm und keine Sippe, kein Geschlecht und keine Stadt mehr, die selbst gemachte Götter anbeten, wie das in früheren Zeiten geschehen ist.
19 Darum kamen Schwert und Raub über unsere Väter, und sie wurden vor unseren Feinden tief gedemütigt.
20 Wir aber kennen keinen anderen Gott als ihn allein. Deshalb hoffen wir auch, dass er niemanden von uns und unserem Volk vergessen wird.
21 Denn wenn wir besiegt werden, wird ganz Judäa fallen. Dann wird auch unser Heiligtum geplündert, und für seine Entweihung wird von uns Rechenschaft gefordert.
22 Der Tod unserer Brüder und die Verbannung aus unserem Land und die Verwüstung unseres Erbteils werden auf unser Haupt zurückfallen, wenn wir fremden Völkern dienen müssen. Und wir müssen zu Hohn und Spott werden bei denen, die uns beherrschen.
23 Dann wird sich unsere Knechtschaft nicht mehr zum Guten wenden; sondern der Herr, unser Gott, wird uns zuschanden machen.
24 Deshalb lasst uns unseren Brüdern in Jerusalem zeigen, dass wir für ihr Leben einstehen und uns vor das Heiligtum, den Tempel und den Altar stellen wollen.
25 Zugleich aber lasst uns dem Herrn, unserem Gott, danken, dass er uns ebenso prüft wie unsere Väter auch.
26 Erinnert euch, was er mit Abraham getan hat, wie er Isaak versuchte und wie es Jakob in Mesopotamien erging, als er die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter, hütete.
27 Denn wie er jene im Feuer geläutert hat, um ihre Herzen zu prüfen, so ist auch dies keine Strafe für uns, sondern durch Züchtigung ermahnt der Herr, die ihm nahe sind.

Antwort des Usija

28 Da antwortete Usija ihr: Alles, was du sagst, kommt aus einem reinen Herzen, und es gibt niemanden, der deinen Worten widerstehen könnte.
29 Nicht erst seit heute ist ja deine Weisheit offenbar, sondern schon von jeher kennt das ganze Volk deine Einsicht und das Gute, das dein Herz ersinnt.
30 Aber das Volk litt furchtbaren Durst und zwang uns, zu tun, was wir ihnen zugesagt haben, und uns einen Eid aufzuerlegen, den wir nicht mehr brechen dürfen.
31 Darum bete nun für uns, denn du bist eine gottesfürchtige Frau. Vielleicht wird der Herr uns Regen senden, damit sich unsere Zisternen füllen und wir nicht verschmachten müssen.

Judit bittet die Ältesten um Unterstützung

32 Judit aber entgegnete ihnen: Hört mich an! Ich will eine Tat vollbringen, von der man noch in fernen Zeiten bei den Nachkommen unseres Volkes erzählen wird.
33 Wartet heute Nacht am Tor, wenn ich mit meiner Magd hinausgehe. Noch bevor ihr die Stadt übergeben müsst, wie ihr es versprochen habt, wird sich der Herr durch meine Hand Israel wieder zuwenden.
34 Ihr sollt aber meinem Vorhaben nicht nachforschen, denn nichts davon will ich euch sagen, bis vollbracht ist, was ich tun will.
35 Und Usija und die Oberhäupter sprachen zu ihr: Geh hin in Frieden! Gott der Herr sei mit dir, um uns an unseren Feinden zu rächen!
36 Und sie verließen Judits Zelt und kehrten auf ihre Posten zurück.
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