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Hoffnung für alle

Vier Gefahren

1 Mein Sohn, hast du dich mit Handschlag dazu verpflichtet, für die Schulden eines anderen aufzukommen?
2 Bist du an ein Versprechen gebunden, das du gegeben hast?
3 Dann gibt es nur einen Rat: Versuch so schnell wie möglich, davon freizukommen! Der Gläubiger hat dich in seiner Gewalt - also geh zu ihm, und bestürme ihn so lange, bis er dich freigibt.
4 Schieb es nicht auf - gönn dir keine Ruhe!
5 Versuch mit allen Mitteln, dich herauszuwinden und zu fliehen wie ein Tier vor seinem Jäger!
6 Beobachte die Ameisen, du Faulpelz! Nimm dir ein Beispiel an ihnen:
7 Kein Vorgesetzter treibt sie an;
8 trotzdem arbeiten sie den ganzen Sommer über fleißig, und im Herbst haben sie einen Vorrat für den Winter angelegt.
9 Wie lange willst du noch im Bett bleiben, du Faulpelz? Wann stehst du endlich auf?
10 "Lass mich noch ein bisschen schlafen", sagst du, "nur noch ein Weilchen!" -
11 und während du dich noch ausruhst, ist die Armut plötzlich da, und die Not überfällt dich wie ein Räuber.
12 Einen nichtswürdigen und gemeinen Menschen erkennt man an seinem Verhalten: Er verbreitet Lügen
13 und will dich mit seinen Gesten und Gebärden täuschen.1
14 Sein Wesen ist falsch und heimtückisch, er hat ständig Böses im Sinn und legt es immer auf einen Streit an.
15 Darum wird ihn das Unglück plötzlich treffen; so unerwartet kommt sein Ende, dass er nicht mehr entrinnen kann.
16-19 Sechs Dinge sind dem Herrn verhasst, und auch das siebte verabscheut er:2 Augen, die überheblich blicken; eine Zunge, die Lügen verbreitet; Hände, die unschuldige Menschen töten; ein Kopf, der heimtückische Pläne ausheckt; Füße, die schnell laufen, um Böses zu tun; ein Zeuge, der falsche Aussagen macht; ein Mensch, der Freunde gegeneinander aufhetzt.
20 Mein Sohn, denke immer an die Lehren deines Vaters, und die Weisung deiner Mutter habe stets vor Augen!
21 Erinnere dich zu jeder Zeit an die Worte deiner Eltern, und bewahre sie in deinem Herzen!
22 Tag und Nacht sollen sie dich begleiten und dein Denken und Handeln bestimmen.
23 Die Erziehung deiner Eltern ist wie ein Licht, das dir den richtigen Weg weist; ihre Ermahnungen zeigen dir, wie du leben sollst.
24 Sie warnen dich vor der fremden Frau, der Frau eines anderen, die dich mit betörenden Worten lockt.
25 Lass dich nicht von ihren Reizen einfangen, fall nicht auf sie herein, wenn sie dir schöne Augen macht.
26 Für eine Hure bezahlst du nur so viel wie für ein Brot, aber wenn du mit einer verheirateten Frau die Ehe brichst, gefährdest du dich selbst.
27 Kann man etwa Feuer in der Manteltasche tragen, ohne den Mantel in Brand zu stecken?
28 Kann man etwa barfuß über glühende Kohlen gehen, ohne sich die Füße zu verbrennen?
29 Genauso schlimm sind die Folgen, wenn man mit der Frau eines anderen schläft: Jeder, der es tut, wird bestraft.
30 Wer Brot stiehlt, weil er Hunger hat, wird nicht verachtet.
31 Wenn er ertappt wird, muss er es siebenfach ersetzen, aber das kostet ihn höchstens seinen ganzen Besitz.
32 Wer dagegen die Ehe bricht, hat den Verstand verloren und richtet sich selbst zugrunde.
33 Schimpf und Schande wird er ernten und sein Leben lang verachtet werden.
34 Ein eifersüchtiger Ehemann schnaubt vor Wut, und in seiner Rachsucht kennt er kein Erbarmen.
35 Keine Entschädigung, die du ihm anbietest, kein noch so großes Geschenk wird ihn besänftigen.
1 Wörtlich: Er zwinkert mit den Augen, scharrt mit den Füßen und gibt einen Hinweis mit den Fingern.
2 Es handelt sich um einen so genannten "Zahlenspruch": Verschiedene Beispiele werden zusammengestellt und an ein bestimmtes Zahlenschema gebunden.
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