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Hoffnung für alle

Liebe, die offen zurechtweist

1 Brüste dich nicht mit dem, was du morgen tun willst, denn du weißt nicht, was der Tag dir bringt!
2 Überlass es anderen, dich zu loben! Es ist besser, ein Fremder rühmt dich, als du selbst!
3 Schon ein Stein oder eine Karre Sand sind sehr schwer - aber der Ärger über einen Dummkopf wiegt mehr als beide zusammen!
4 Heftiger Zorn und große Wut sind grausam - gegen die Eifersucht aber verblassen sie beide!
5 Liebe, die offen zurechtweist, ist besser als Liebe, die sich ängstlich zurückhält.
6 Ein Freund meint es gut, selbst wenn er dich verletzt; ein Feind aber schmeichelt dir mit übertrieben vielen Küssen.
7 Wer satt ist, will auch den besten Honig nicht mehr sehen; dem Hungrigen aber schmeckt sogar das Bittere süß.
8 Wer seine Heimat verlässt, ist wie ein Vogel, der seinem Nest entflieht.
9 Duftendes Öl und Weihrauch erfreuen das Herz, aber noch angenehmer und wertvoller ist der gute Rat eines Freundes.
10 Verlass niemals deinen Freund oder den Freund deines Vaters! Wenn du in Not gerätst, dann geh nicht bis zum Haus deines Bruders! Ein Nachbar in der Nähe kann dir besser helfen als der Bruder in der Ferne.
11 Sei verständig, mein Sohn! Damit machst du mir Freude, und ich kann denen entgegentreten, die meine Arbeit verachten.
12 Der Kluge sieht das Unglück voraus und bringt sich in Sicherheit; ein Unerfahrener rennt mitten hinein und muss die Folgen tragen.
13 Wenn jemand so unüberlegt war, für die Schulden eines Fremden zu bürgen, dann nimm von seinem Besitz etwas als Pfand!
14 Wenn jemand seinen Nachbarn frühmorgens mit lauter Stimme begrüßt, dann wird es ihm als Verwünschung ausgelegt.
15 Eine Frau, die ständig nörgelt, ist so unerträglich wie ein tropfendes Dach bei Dauerregen!
16 Sie zum Schweigen zu bringen, ist so sinnlos, wie den Wind zu fangen oder Öl mit den Händen zu halten!
17 Wie man Eisen durch Eisen schleift, so schleift ein Mensch den Charakter eines anderen.
18 Wer seinen Feigenbaum pflegt, kann die Früchte ernten; wer sich für seinen Herrn einsetzt, der findet Anerkennung.
19 Im Wasser spiegelt sich dein Gesicht, und in deinen Gedanken und Gefühlen erkennst du dich selbst!
20 Der Abgrund des Totenreiches ist unersättlich - ebenso die Augen des Menschen: sie wollen immer mehr!
21 Gold und Silber werden im Ofen und im Tiegel geprüft, der Prüfstein eines Menschen ist sein Ruf.
22 Du kannst einen Unverständigen noch so lange schlagen1 - seine Dummheit wirst du doch nicht aus ihm herausprügeln!
23 Kümmere dich um deine Viehherden, sorge für deine Schafe und Ziegen,
24 denn Reichtum bleibt nicht für immer, und selbst Königreiche vergehen!
25 Mähe die Wiesen, damit frisches Gras nachwachsen kann, und hole das Heu von den Bergen!
26 Aus der Wolle der Schafe kannst du Kleider anfertigen, und von dem Geld, das du für die Ziegenböcke bekamst, kaufst du neues Land.
27 Die Ziegen geben Milch für dich und deine Familie und für alle deine Bediensteten.
1 Wörtlich: Wenn du auch den Unverständigen mit dem Stößel im Mörser mitten unter den Körnern zerstampfen würdest.
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