3Der Herr ist mein Fels, meine Festung und mein Erretter, mein Gott, meine Zuflucht, mein sicherer Ort. Er ist mein Schild, mein starker Helfer, meine Burg auf unbezwingbarer Höhe.
4Ich preise dich, Herr! Wenn ich zu dir um Hilfe rufe, dann werde ich vor meinen Feinden gerettet.
5Ich war in Lebensgefahr, der Tod drohte mich zu verschlingen wie eine mächtige Woge.
6Hilflos musste ich zusehen, wie die tödliche Falle schon zuschnappte.
7In äußerster Verzweiflung schrie ich zum Herrn. Ja, zu meinem Gott rief ich um Hilfe. Da hörte er mich in seinem Tempel, mein Notschrei drang durch bis an sein Ohr.
8Plötzlich erbebte die Erde, selbst die Berge gerieten ins Wanken, denn glühender Zorn hatte Gott gepackt.
9Schwarzer Rauch quoll aus seiner Nase, aus seinem Mund loderten Flammen, und glühende Kohlen wurden herausgeschleudert.
11Auf einem Cherub-Engel flog er daher und schwebte herab, vom Sturm getragen.
12Er verhüllte sich in Finsternis, verbarg sich in dichten und dunklen Regenwolken.
13Dann wurden sie von seinem Lichtglanz überstrahlt, Hagel und glühende Kohlen prasselten nieder.
14Ein Donnerschlag folgte dem anderen, und darin dröhnte die Stimme des höchsten Gottes.
15Er schoss seine Pfeile ab, und die Feinde stoben auseinander. Grelle Blitze zuckten und verwirrten das feindliche Heer.
16Sogar den Meeresboden konnte man sehen; offen lagen die Fundamente der Erde da, als du, Herr, meine Feinde bedrohtest und vor Entrüstung schnaubtest.
17Der Herr streckte mir seine Hand von oben entgegen und riss mich aus den tosenden Fluten.
18Er befreite mich von der Übermacht meiner Feinde, von allen, die mich hassten, denn sie waren viel stärker als ich.
19Sie hatten mich überfallen - was war das für ein schrecklicher Tag! Aber der Herr hielt mich fest
20und half mir aus Angst und Gefahr. Er befreite mich. So viel bin ich ihm wert!
21Weil ich im Recht war, half mir der Herr; er wusste, dass ich unschuldig war, und darum rettete er mich.
22Denn ich war ihm gehorsam, nie habe ich meinem Gott die Treue gebrochen.
23Seine Gebote hielt ich mir immer vor Augen, und seine Befehle schlug ich nicht in den Wind.
24Ich lebte so, dass er mir nichts vorwerfen konnte, und mied das Unrecht wie die Pest.
25So half mir der Herr, weil ich ihm die Treue hielt, er sah, dass ich unschuldig war.
26Wer dich liebt, Herr, den liebst auch du; wer ehrlich ist, den enttäuschst du nicht.
27Den Aufrichtigen gegenüber bist auch du aufrichtig, doch falsche Menschen führst du hinters Licht.
28Du hilfst denen, die sich helfen lassen und sich selbst nicht überschätzen. Die Überheblichen aber stößt du von ihrem Thron.
29Herr, du machst die Finsternis um mich hell, du gibst mir strahlendes Licht.
30Mit dir kann ich die Feinde angreifen; mit dir, mein Gott, kann ich über Mauern springen.
31Was für ein Gott! Sein Handeln ist vollkommen, und was er sagt, ist wahr. Er beschützt alle, die zu ihm flüchten.
32Gott allein ist der Herr über alles! Gibt es außer ihm noch einen, der so stark und unerschütterlich ist wie ein Fels?
33Nein! Gott allein gibt mir Kraft zum Kämpfen und ebnet mir meinen Weg.
34Er macht mich gewandt und schnell, lässt mich laufen und springen wie ein Hirsch. Selbst auf steilen Felsen gibt er mir festen Halt.
35Er lehrt mich, die Waffen zu gebrauchen, und zeigt mir, wie ich auch den stärksten Bogen noch spannen kann.
36Herr, du hast mich beschützt und mir geholfen, du gabst mir Kraft. Du hast dich zu mir herabgebeugt und mich groß gemacht.
37Du hast mir alle Hindernisse aus dem Weg geräumt, nie bin ich beim Laufen gestürzt.
38Ich jagte meinen Feinden nach und holte sie ein; ich kehrte erst um, als auch der Letzte von ihnen gefallen war.
39Ich schlug sie, bis sie nicht mehr aufstehen konnten und tot zu meinen Füßen lagen.
40Du, Herr, hast mir die Kraft für diesen Kampf gegeben, du hast mir zum Sieg über meine Gegner verholfen.
41Dass sie fliehen mussten, verdanke ich dir; alle, die mich hassten, konnte ich umbringen.
42Sie riefen um Hilfe, doch weit und breit war kein Retter. Sie schrien zum Herrn, aber er hörte nicht mehr auf sie.
43Ich rieb sie auf, zermalmte sie zu Staub, den der Wind verweht. Wie Dreck von der Straße fegte ich sie fort.
44Als ein Aufstand meines Volkes mich bedrohte, hast du mir geholfen, und heute bin ich der Herrscher vieler Völker. Sogar Völker, die ich nicht kannte, haben sich mir unterworfen.
45Fremde sind mir ergeben und gehorchen mir aufs Wort.
46Zitternd kamen sie aus ihren Festungen heraus und gaben ihren Widerstand auf.
47Der Herr lebt! Er ist mein schützender Fels - ich preise ihn! Ihn allein will ich rühmen, denn er hat mich gerettet.
48Er hat sich an meinen Feinden gerächt, ganze Völker hat er mir unterworfen
49und mich der Gewalt meiner grausamen Gegner entrissen. So ist mein Gott! Du gabst mir den Sieg über meine Feinde, von diesen brutalen Menschen hast du mich befreit.
50Darum will ich dich loben, Herr. Alle Völker sollen es hören! Zu deiner Ehre will ich singen.
51Der Herr hat David, den König, aus großen Gefahren errettet. Ihm erweist er seine Liebe, und auch seine Nachkommen wird er nicht im Stich lassen.