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Hoffnung für alle

Die Eroberung Ninives

1 Seht! Ein Bote läuft über die Berge nach Jerusalem. Er bringt die frohe Nachricht: "Wir haben endlich Frieden! Feiert wieder eure Feste, ihr Menschen von Juda! Erfüllt die Versprechen, die ihr Gott gegeben habt! Der furchtbare Feind, der alles verwüstet hat, wird nie mehr über euer Land herfallen, denn jetzt ist er endgültig besiegt."
2 Schon rücken deine Eroberer heran, Ninive1! Sie werden dich dem Erdboden gleichmachen. Bewach deine Festungen nur gut, stell überall Posten auf! Leg deine Waffen an, und hol Verstärkung!
3 Früher hast du Israel ausgeplündert und seine Weinberge verwüstet. Doch jetzt lässt der Herr ganz Israel wieder in seinem alten Glanz erstehen.2
4 Da ist dein Feind, Ninive! Die Soldaten tragen blutrote Schilde, und ihre Kleidung leuchtet scharlachrot. Die eisernen Streitwagen funkeln wie brennende Fackeln, die Kämpfer schwingen ihre Lanzen.
5 Jetzt rasen die Wagen über die Straßen, auf den freien Plätzen überholen sie einander. Wie Flammen leuchten sie auf, sie sind schnell wie der Blitz!
6 Der assyrische König ruft seine besten Offiziere; sie laufen los und stolpern, sie rennen zur Stadtmauer von Ninive. Schon verschanzen die Feinde sich hinter Schutzdächern, um die Stadt zu stürmen.
7 Am Fluss brechen sie die Schleusentore auf; die Angst packt alle am Königshof.
8 Dann reißen die Feinde der Königin die Kleider vom Leib und führen sie gefangen weg. Ihre Dienerinnen klagen wie Tauben und schlagen sich verzweifelt an die Brust.
9 Alle fliehen aus Ninive, wie Wasser aus einem Teich abläuft. "Halt! Bleibt doch!", ruft man ihnen hinterher, aber niemand dreht sich um.
10 Plündert, ihr Soldaten! Nehmt euch Silber und Gold, denn die Stadt ist voll davon; ihr findet die kostbarsten Schätze!
11 Sie lassen nichts mehr zurück, Ninive ist verwüstet, Totenstille herrscht. Die Überlebenden haben allen Mut verloren, ihre Knie zittern, sie krümmen sich vor Schmerz und sind totenbleich3.
12 Was ist jetzt aus der Stadt Ninive geworden? Ihre Einwohner lebten sicher und ungestört wie Löwen, die ihre Jungen in der Höhle füttern.
13 Der Löwe zerriss die anderen Tiere und brachte sie seinen Jungen und den Löwinnen zum Fraß. Ja, er füllte die Höhle bis oben hin mit Beute!
14 So spricht der Herr, der allmächtige Gott: "Jetzt rechne ich mit dir ab, Ninive! Deine Streitwagen lasse ich in Flammen aufgehen, deine jungen Löwen - deine Soldaten - werden vom Schwert niedergemetzelt. Du wirst keine Beute mehr nach Hause schleppen, und nie mehr wirst du Boten aussenden, die anderen Völkern Befehle geben!"
1 "Ninive" ist sinngemäß ergänzt, so auch in den Versen 12 und14.
2 Wörtlich: Der Herr stellt die Herrlichkeit Jakobs und die Herrlichkeit Israels wieder her.
3 Wörtlich: ihre Gesichter sammeln Glut. - Die Bedeutung dieser Redewendung ist nicht sicher.
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