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Hoffnung für alle

Der Herr richtet die ganze Erde

1 Seht ihr, wie der Herr die Erde leer fegt? Wie er alles zerstört und auf den Kopf stellt? Seht ihr, wie er ihre Bewohner in alle Himmelsrichtungen zerstreut?
2 Volk und Priester, Knecht und Herr, Magd und Herrin, Käufer und Verkäufer, Gläubiger und Schuldner, solche, die verleihen, und solche, die borgen - alle trifft das gleiche Los.
3 Denn die Erde wird völlig verwüstet, ausgeplündert liegt sie da. Der Herr selbst hat es angekündigt.
4 Die Erde vergeht und verdorrt; die ganze Welt zerfällt, auch die Mächtigen der Erde gehen zugrunde.
5 Die Menschen haben die Erde entweiht, denn sie haben Gottes Gebote und Ordnungen missachtet und so den Bund gebrochen, den er damals für alle Zeiten mit ihnen geschlossen hat.
6 Darum trifft sein Fluch die Erde und zehrt sie aus. Die Menschen müssen ihre gerechte Strafe tragen. Sie schwinden dahin, nur ein kleiner Rest wird überleben.
7 Die Weinberge verdorren, und die Trauben hängen zusammengeschrumpft an den Reben. Lachen verkehrt sich in Seufzen,
8 die fröhliche Musik von Tamburinen und Zithern verstummt, der Lärm der Feiernden bricht plötzlich ab.
9 Weder Wein noch Gesang kann sie erheitern, jedes berauschende Getränk stößt ihnen bitter auf.
10 Die Stadt liegt in Trümmern; die Ruinen sind verriegelt, damit niemand hineingehen kann.
11 Lautes Geschrei hallt durch die Gassen, weil es keinen Tropfen Wein mehr gibt. Jede Freude ist vergangen, aller Frohsinn verflogen.
12 Von der Stadt bleibt nur ein großes Trümmerfeld, alle Tore sind zerstört.
13 Ja, so wird es den Völkern auf der ganzen Erde ergehen. Es wird aussehen wie am Ende der Ernte, wenn am Ölbaum alle Oliven abgeschlagen wurden und im Weinberg kaum noch Trauben zu finden sind.
14 Die wenigen Überlebenden aber werden laut jubeln vor Freude. Im Westen besingt man die Größe und Majestät des Herrn,
15 und auch ihr im Osten: Erweist ihm Ehre! Lobt den Herrn, den Gott Israels, ihr Bewohner der fernsten Inseln!
16 Vom Ende der Erde her hört man Gesang: "Preist den Herrn, denn er allein ist gerecht!" Ich aber schreie: "Hilfe, ich vergehe! Ich bin verloren!" Skrupellose Verbrecher geben den Ton an. Kein Betrug ist ihnen zu hinterhältig, vor nichts schrecken sie zurück.
17 Angst und Schrecken werden euch packen, in Fallgruben und Schlingen werdet ihr geraten, ihr Bewohner der Erde!
18 Wer dem Schrecken entfliehen will, stürzt in die Grube, und wer sich daraus noch befreien kann, der verfängt sich in der Schlinge. Ja, die Schleusen des Himmels öffnen sich, und die Erde wird in der Tiefe erschüttert.
19 Sie bebt, reißt auf und bricht auseinander.
20 Sie torkelt wie ein Betrunkener und wankt wie ein alter Schuppen im Sturm. Die unzähligen Sünden der Menschen lasten schwer auf ihr: Sie bricht darunter zusammen und steht nie wieder auf.
21 In jener Zeit wird der Herr ins Gericht gehen mit den Mächten des Himmels oben und mit den Königen unten auf der Erde.
22 Sie werden als Gefangene zusammengetrieben und in ein unterirdisches Verlies gestoßen. In diesem finsteren Kerker müssen sie lange Zeit sitzen und auf ihre spätere Verurteilung warten.
23 Der blasse Mond wird schamrot, und die glühende Sonne erbleicht, denn nun regiert der Herr, der allmächtige Gott, auf dem Berg Zion in Jerusalem. Die Ältesten, die ihn umgeben, werden ganz von seinem herrlichen Glanz überstrahlt.
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