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Hoffnung für alle

Gott, versteck mich doch bei den Toten!

1 "Wie vergänglich ist der Mensch! Wie kurz sind seine Jahre! Wie mühsam ist sein Leben!
2 Er blüht auf wie eine Blume - und verwelkt; er verschwindet wie ein Schatten - und fort ist er!
3 Und doch verlierst du ihn nicht aus den Augen und stellst ihn vor dein Gericht!
4 Von Geburt an sind wir mit Schuld beladen und bringen nichts Gutes zustande - keiner von uns!1
5 Die Jahre eines jeden Menschen sind gezählt; die Dauer seines Lebens hast du festgelegt. Du hast ihm eine Grenze gesetzt, die er nicht überschreiten kann.
6 So schau jetzt weg von ihm, damit er Ruhe hat und seines Lebens noch froh wird, wie ein Arbeiter am Feierabend!
7 Für einen Baum gibt es immer noch Hoffnung, selbst wenn man ihn gefällt hat; aus dem Stumpf wachsen wieder frische Triebe nach.
8 Auch wenn seine Wurzeln im Erdreich absterben und der Stumpf langsam im Boden vertrocknet,
9 erwacht er doch zu neuem Leben, sobald er Wasser bekommt. Neue Triebe schießen empor wie bei einer jungen Pflanze.
10 Aber wenn ein Mensch gestorben ist, dann ist er dahin. Er hat sein Leben ausgehaucht. Wo ist er nun?
11 Wie Wasser, das aus einem See ausläuft, und wie ein Flussbett, das vertrocknet,
12 so ist der Mensch, wenn er stirbt: Er legt sich nieder und steht nie wieder auf. Ja, die Toten werden niemals erwachen, solange der Himmel besteht! Nie wieder werden sie aus ihrem Schlaf erweckt!
13 O Gott, versteck mich doch bei den Toten! Schließ mich für eine Weile dort ein, bis dein Zorn verflogen ist! Aber setz dir eine Frist und denk dann wieder an mich! -
14 Meinst du, ein Mensch wird wieder lebendig, wenn er gestorben ist? - Dort bei den Toten würde ich warten und die Tage zählen wie ein Zwangsarbeiter, bis er entlassen wird.
15 Aber dann wirst du mich rufen, und ich werde kommen. Du wirst dich nach mir sehnen, weil du selbst mich geschaffen hast.
16 Meine Wege siehst du auch dann noch, aber meine Sünden hältst du mir nicht mehr vor.
17 Was immer ich begangen habe, ist dann vergeben und vergessen,2 meine Schuld löschst du für immer aus.
18 Berge stürzen und zerfallen, Felsen rutschen zu Tal.
19 Wasser zermahlt die Steine zu Sand, und Sturzbäche reißen den Erdboden fort. Genauso zerstörst du jede Hoffnung des Menschen.
20 Du überwältigst ihn, zwingst ihn zu Boden; mit entstelltem Gesicht liegt er da und stirbt. Du schickst ihn fort - er kommt nie wieder.
21 Ob seine Kinder einst berühmt sind oder ob man sie verachtet, er weiß nichts davon. Ihre Zukunft bleibt ihm völlig verborgen.
22 Er fühlt nur die eigenen Schmerzen und trauert nur über sich selbst."
1 Wörtlich: Wie könnte ein Reiner vom Unreinen kommen? Nicht einer!
2 Wörtlich: Meine Sünde wäre im Beutel versiegelt.
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