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Hoffnung für alle

Die Vision vom Korb mit reifem Obst

1 Noch etwas ließ Gott, der Herr, mich sehen: einen Korb mit reifem Obst.
2 Er fragte mich: "Amos, was siehst du?" Ich antwortete: "Einen Korb mit reifem Obst." Da sprach der Herr zu mir: "Ja, und so ist auch mein Volk: reif für das Gericht! Von jetzt an sehe ich nicht mehr über ihre Sünden hinweg!
3 Wenn meine Strafe sie trifft, dann werden sich die fröhlichen Gesänge, die jetzt noch im Königspalast erklingen, in Trauerlieder verwandeln. Wohin man auch blickt, liegen die Leichen herum, und überall herrscht Totenstille. Mein Wort gilt!"

Rücksichtslose Ausbeutung

4 Hört zu, die ihr die Armen unterdrückt und die Wehrlosen zugrunde richtet!
5-6 Ihr sagt: "Wann ist das Neumondfest endlich vorbei? Wann ist die Sabbatruhe bloß vorüber, damit wir die Kornspeicher wieder öffnen und Getreide verkaufen können? Dann verkleinern wir das Getreidemaß und machen die Gewichte auf der Waage schwerer, wo die Käufer ihr Silbergeld abwiegen. Auch die Waage selbst stellen wir falsch ein. Bestimmt können wir sogar noch den Getreideabfall verkaufen!" Ihr macht die Armen schon zu Sklaven, wenn sie euch nur ein Paar Schuhe nicht bezahlen können.
7 Der Herr aber hat bei seiner Ehre geschworen:1 "Niemals werde ich vergeben, was sie getan haben!
8 Ja, ihretwegen soll die Erde beben, sie wird sich heben und senken wie der Nil in Ägypten, und die Menschen werden um ihre Toten trauern.
9 Ich, der Herr, kündige euch an: An jenem Tag lasse ich die Sonne schon am Mittag untergehen, und die Dunkelheit bricht am helllichten Tag über das Land herein.
10 Eure Freudenfeste lasse ich zu Leichenfeiern werden und eure fröhlichen Lieder zu Totenklagen. Als Zeichen eurer Trauer werdet ihr euch Tücher aus grobem Sacktuch um die Hüften binden und euch die Köpfe kahl scheren. Ihr werdet so verzweifelt sein wie jemand, dessen einziger Sohn gestorben ist. Es wird ein bitterer Tag für euch sein, wenn das Ende kommt!"

Gott antwortet nicht mehr

11 "Ich, der Herr, sage euch: Es kommt die Zeit, da schicke ich euch eine Hungersnot. Aber nicht nach Brot werdet ihr hungern und nicht nach Wasser verlangen. Nein, nach einem Wort von mir werdet ihr euch sehnen!
12 Dann irren die Menschen ruhelos durchs Land, vom Toten Meer bis zum Mittelmeer, vom Norden bis zum Osten. Doch ihre Suche wird vergeblich sein: Ich, der Herr, antworte ihnen nicht.
13 Auch die schönen Mädchen und die jungen Männer werden an jenem Tag vor Durst zusammenbrechen.
14 Sie werden fallen und nicht mehr aufstehen, denn sie schwören bei dem widerlichen Götzen von Samaria und bekräftigen ihren Eid mit den Worten: 'So gewiss dein Gott lebt, Heiligtum in Dan!' oder: 'So gewiss die Wallfahrt nach Beerscheba uns Gottes Segen sichert!2'"
1 Wörtlich: Der Herr hat beim Stolz Jakobs geschworen.
2 Wörtlich: So gewiss der Weg nach Beerscheba lebt.
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