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Gute Nachricht Bibel

Hoffnung in der Not

1 Gebet eines Unglücklichen, dem die Kräfte schwinden und der dem Herrn seine Not klagt.
2 Herr, höre mein Gebet, lass meinen Hilferuf zu dir dringen!
3 Jetzt, am Tag der Not, verbirg dich doch nicht vor mir! Höre mich jetzt, ich schreie zu dir; erhöre mich bald!
4 Mein Leben schwindet dahin wie ein Rauch, mein ganzer Körper glüht wie ein Ofen.
5 Meine Lebenskraft verdorrt wie Gras in der Sonnenglut, denn ich kann keinen Bissen mehr anrühren.
6 Ich kann nur noch stöhnen und bin nichts als Haut und Knochen.
7 Ich gleiche dem Vogel in der Wüste, der Eule, die in Ruinen haust.
8 Ich liege wach, ich bin wie ein Vogel, einsam und allein auf dem Dach.
9 Ständig beschimpfen mich meine Feinde. Wenn sie jemand verwünschen wollen, nennen sie meinen Namen und sagen: »So wie den soll dich das Unglück treffen!«
10 Staub und Asche habe ich als Brot und Tränen mischen sich in mein Getränk.
11 In deinem Unmut und Zorn über mich hast du mich gepackt und zu Boden geschleudert.
12 Mein Leben gleicht dem sinkenden Tag: Bald wird die Nacht die Schatten verschlingen. Wie Gras auf der Wiese verwelke ich.
13 Doch du, Herr, regierst für alle Zeiten, deinen Namen wird man nennen in allen kommenden Generationen.
14 Du wirst eingreifen und Erbarmen haben mit der Zionsstadt.1 Es ist Zeit, dass du dich um sie kümmerst; die festgesetzte Stunde ist gekommen!
15 Wir, deine Diener, lieben auch noch ihre Steine; es tut uns weh, dass sie in Trümmern liegt.
16 Den Herrn sollen alle Völker anerkennen, alle Herrscher der Erde sollen sich beugen vor seiner Hoheit und Macht!
17 Denn der Herr baut die Zionsstadt wieder auf,2 er zeigt sich in seiner Macht und Hoheit.
18 Das Gebet der Unterdrückten weist er nicht ab, sondern nimmt es freundlich an.
19 Diese Worte soll man aufschreiben für eine kommende Generation. Dann wird ein neu erschaffenes Volk den Herrn preisen.
20 Von seiner heiligen Wohnung im Himmel blickt der Herr herab auf die Erde,
21 um das Stöhnen der Gefangenen zu hören und die zum Tod Verurteilten freizulassen.
22 Sie werden den Herrn auf dem Zionsberg rühmen, in ganz Jerusalem werden sie ihn preisen,
23 wenn die Völker dort zusammenkommen und alle Königreiche ihm Ehre erweisen.
24 Der Herr hat meine Kraft zerbrochen mitten in meinem Lauf, er hat mein Leben abgekürzt.
25 Darum sage ich zu ihm: »Mein Gott! Lass mich doch nicht im besten Alter sterben!«3 Du selber überdauerst die Generationen.
26 Du hast die Erde gegründet vor langer Zeit, den Himmel hast du gemacht mit eigener Hand.
27 Sie werden vergehen, du aber bleibst. Sie werden alt und zerfallen wie Kleider, du wechselst sie aus wie ein Gewand, und sie müssen verschwinden.
28 Du aber bleibst derselbe und deine Jahre werden nicht enden.4
29 Unsere Kinder werden in Sicherheit wohnen und auch ihre Kinder werden sicher sein unter deinem Schutz.
1 Was den Beter zu seiner Klage treibt, ist schwere Krankheit (Verse 4-6 u. 10-12), Einsamkeit (Verse 7-8) und Verhöhnung durch die Feinde (Vers 9). Genauso schwer leidet er unter der Zerstörung Jerusalems (Verse 14-15; siehe Sacherklärung »«), und der Gefangenschaft des Volkes (Vers 21).
2 In prophetischer Schau spricht der Beter aus, was Gott für seine Stadt und sein Volk tun wird (Verse 16-23).
3 Noch einmal wird die Klage laut; vgl. Jes 38,10-16.
4 Die Verse 26-28 werden im Hebräerbrief (1,10-12) auf Christus bezogen.
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