Schließen
BibleServer ist ein auf Spenden basiertes Projekt von ERF Medien. Bereits mit 25 € unterstützen Sie den Fortbestand dieser Website.
Jetzt spenden
Hilfe

Gute Nachricht Bibel

1 In diesem Buch sind die Einsichten des Lehrers1 aufgeschrieben. Er war ein Sohn Davids und König in Jerusalem.2

Alles ist schon einmal da gewesen

2 »Vergeblich und vergänglich!«, pflegte der Lehrer zu sagen. »Vergeblich und vergänglich! Alles ist vergebliche Mühe.«3
3 Der Mensch müht und plagt sich sein Leben lang, und was hat er davon?
4 Die Generationen kommen und gehen;4 und die Erde bleibt, wie sie ist.
5 Die Sonne geht auf, sie geht unter und dann wieder von vorn, immer dasselbe.
6 Jetzt weht der Wind von Norden, dann dreht er und weht von Süden, er dreht weiter und immer weiter, bis er wieder aus der alten Richtung kommt.
7 Alle Flüsse fließen ins Meer, aber das Meer wird nicht voll. Das Wasser kehrt zu den Quellen zurück – und wieder fließt es ins Meer.
8 Du bemühst dich, alles, was geschieht, in Worte zu fassen, aber es gelingt dir nicht. Denn mit dem Hören und Sehen kommst du nie an ein Ende.
9 Doch im Grunde gibt es überhaupt nichts Neues unter der Sonne. Was gewesen ist, das wird wieder sein; was getan wurde, das wird wieder getan.
10 »Sieh her«, sagen sie, »da ist etwas Neues!« Unsinn! Es ist schon einmal da gewesen, lange bevor wir geboren wurden.
11 Wir wissen nur nichts mehr von dem, was die Alten taten. Und was wir heute tun oder unsere Kinder morgen, wird auch bald vergessen sein.

Handeln, Wissen, Genießen – es führt zu nichts

12 Ich, der Lehrer,5 war König über Israel und regierte in Jerusalem.
13 Ich nahm mir vor, alle Dinge zu ergründen und zu begreifen. Ich wollte herausfinden, was für einen Sinn alles hat, was in der Welt geschieht. Doch was ist das für eine fruchtlose Beschäftigung! Gott hat sie den Menschen gegeben, damit sie sich mit ihr plagen.
14 Ich beobachtete alles, was Menschen auf der Erde tun, und ich fand: Alles ist vergeblich. Es ist, als jagtest du dem Wind nach.
15 Krummes kann nicht gerade werden; was nicht da ist, kannst du nicht zählen.
16 Ich sagte zu mir selbst: »Ich weiß mehr als alle, die vor mir über Jerusalem geherrscht haben. Ich habe eine Fülle von Weisheit und Erkenntnis gesammelt.«
17 Doch als ich darüber nachdachte, was das alles wert ist und was der Weise den uneinsichtigen Schwachköpfen voraushat, erkannte ich: Auch die Bemühung um Weisheit und Erkenntnis ist Jagd nach Wind.
18 Wer viel weiß, hat viel Ärger. Je mehr Erfahrung, desto mehr Enttäuschung.
1 Hebräisch kohelet. Das Wort kohelet ist von dem Wortstamm für »versammeln« abgeleitet und bezeichnet einen Menschen, der bestimmte Gemeindeversammlungen und philosophische Kreise oder Schulen leitet und in ihnen zu reden und zu lehren hat (vgl. 12,9).
2 Vers 1 ist eine später hinzugefügte Überschrift und rückt das Buch in die Nähe des Vaters aller Weisen Israels, Salomo (vgl. 1Kön 5,9-14).
3 In zweimal zweifacher Steigerung und danach noch einmal Verwendung eines und desselben Wortes mit der Bedeutung »vergänglicher Hauch/Windhauch/Nichtigkeit«.
4 Der Mensch nimmt überall Veränderungen wahr (Verse 4-8); aber im Grunde ist es ein beständiger Kreislauf, der nichts Neues bringt. Das Beständige ist Gottes Sache, und das scheinbar Neue sollte der Mensch nicht zu ernst nehmen (Verse 9-10).
5 Hebräisch kohelet; siehe Anmerkung zu 1,1.
© 2016 ERF Medien