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Gute Nachricht Bibel

Jesus, der Retter, wird geboren...

1 Zu jener Zeit ordnete Kaiser Augustus an, dass alle Menschen in seinem Reich gezählt und für die Steuer erfasst werden sollten.
2 Diese Zählung war die erste und wurde durchgeführt, als Quirinius Statthalter der Provinz Syrien war.
3 Und alle gingen hin, um sich einschreiben zu lassen, jeder in die Heimatstadt seiner Vorfahren.
4 Auch Josef machte sich auf den Weg. Aus Galiläa, aus der Stadt Nazaret, ging er nach Judäa in die Stadt Davids, nach Betlehem. Denn er stammte aus der Familie von König David.
5 Dorthin ging er, um sich einschreiben zu lassen, zusammen mit Maria, seiner Verlobten; die war schwanger.
6 Während sie dort waren, kam für Maria die Zeit der Entbindung.
7 Sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Futterkrippe im Stall. Denn in der Herberge hatten sie keinen Platz gefunden.

... von Engeln verkündet ...

8 In jener Gegend waren Hirten auf freiem Feld, die hielten Wache bei ihren Herden in der Nacht.
9 Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie, und sie fürchteten sich sehr.
10 Aber der Engel sagte zu ihnen: »Habt keine Angst! Ich habe eine große Freudenbotschaft für euch und für das ganze Volk.
11 Heute ist euch der Retter geboren worden, in der Stadt Davids: Christus, der Herr!
12 Und dies ist das Zeichen, an dem ihr ihn erkennt: Ihr werdet ein neugeborenes Kind finden, das liegt in Windeln gewickelt in einer Futterkrippe.«1
13 Und plötzlich war bei dem Engel ein ganzes Heer von Engeln, all die vielen, die im Himmel Gott dienen; die priesen Gott und riefen:
14 »Groß ist von jetzt an Gottes Herrlichkeit im Himmel; denn sein Frieden2 ist herabgekommen auf die Erde zu den Menschen, die er erwählt hat und liebt!«3

... von Hirten bekannt gemacht

15 Als die Engel in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: »Kommt, wir gehen nach Betlehem und sehen uns an, was da geschehen ist, was Gott uns bekannt gemacht hat!«
16 Sie liefen hin, kamen zum Stall und fanden Maria und Josef und bei ihnen das Kind in der Futterkrippe.
17 Als sie es sahen, berichteten sie, was ihnen der Engel von diesem Kind gesagt hatte.
18 Und alle, die dabei waren, staunten über das, was ihnen die Hirten erzählten.
19 Maria aber bewahrte all das Gehörte in ihrem Herzen und dachte viel darüber nach.
20 Die Hirten kehrten zu ihren Herden zurück und priesen Gott und dankten ihm für das, was sie gehört und gesehen hatten. Es war alles genauso gewesen, wie der Engel es ihnen verkündet hatte.

Jesus erhält seinen Namen und wird im Tempel Gott geweiht

21 Nach acht Tagen war es Zeit, das Kind beschneiden zu lassen. Es bekam den Namen Jesus – so wie es der Engel des Herrn angeordnet hatte, noch ehe Maria das Kind empfing.
22 Vierzig Tage nach der Geburt war die Zeit der Unreinheit für Mutter und Kind vorüber, die im Gesetz Moses festgelegt ist. Da brachten die Eltern das Kind in den Tempel nach Jerusalem, um es Gott zu weihen.
23 Denn im Gesetz Gottes heißt es: »Wenn das erste Kind, das eine Frau zur Welt bringt, ein Sohn ist, soll es dem Herrn gehören.«
24 Zugleich brachten sie das Reinigungsopfer, wie es im Gesetz des Herrn vorgeschrieben ist: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.

Simeon und Hanna erkennen den Retter und machen ihn bekannt (Der Lobgesang Simeons: Nunc dimittis)

25 Damals lebte in Jerusalem ein Mann namens Simeon. Er war fromm, hielt sich treu an Gottes Gesetz und wartete auf die Rettung Israels. Er war vom Geist Gottes erfüllt,
26 und der hatte ihm die Gewissheit gegeben, er werde nicht sterben, bevor er den von Gott versprochenen Retter4 mit eigenen Augen gesehen habe.
27 Simeon folgte einer Eingebung des Heiligen Geistes und ging in den Tempel. Als die Eltern das Kind Jesus dorthin brachten und es Gott weihen wollten, wie es nach dem Gesetz üblich war,
28 nahm Simeon das Kind auf die Arme, pries Gott und sagte:
29 »Herr, nun kann ich in Frieden sterben, denn du hast dein Versprechen eingelöst!
30-31 Mit eigenen Augen habe ich es gesehen: Du hast dein rettendes Werk begonnen, und alle Welt wird es erfahren.
32 Allen Völkern sendest du das Licht, und dein Volk Israel bringst du zu Ehren.«
33 Der Vater von Jesus und seine Mutter wunderten sich über das, was Simeon von dem Kind sagte.
34-35 Simeon segnete sie und sagte zur Mutter Maria: »Dieses Kind ist von Gott dazu bestimmt, viele in Israel zu Fall zu bringen und viele aufzurichten.5 Es wird ein Zeichen Gottes sein, gegen das sich viele auflehnen werden. So sollen ihre innersten Gedanken an den Tag kommen. Du aber wirst um dieses Kind viele Schmerzen leiden müssen; wie ein scharfes Schwert werden sie dir ins Herz schneiden.«
36 In Jerusalem lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls aus dem Stamm Ascher. Sie war schon sehr alt. Sieben Jahre war sie verheiratet gewesen,
37 und seit vierundachtzig Jahren war sie Witwe. Sie verließ den Tempel nicht mehr und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten.6
38 Auch sie kam jetzt hinzu und pries Gott. Sie sprach über das Kind zu allen, die auf die Rettung Jerusalems warteten.

Die Rückkehr nach Nazaret

39 Als Maria und Josef alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie mit Jesus nach Galiläa in ihre Heimatstadt Nazaret zurück.
40 Das Kind wuchs heran und wurde kräftig. Es hatte ein ungewöhnliches Verständnis für den Willen Gottes, und Gottes Liebe ruhte sichtbar auf ihm.

Gottes Sohn, der kommende Lehrer Israels (Der zwölfjährige Jesus im Tempel)

41 Die Eltern von Jesus gingen jedes Jahr zum Passafest nach Jerusalem.
42 Als Jesus zwölf Jahre alt war, nahmen sie ihn zum ersten Mal mit.7
43 Nach den Festtagen machten die Eltern sich wieder auf den Heimweg, während der junge Jesus in Jerusalem blieb. Seine Eltern wussten aber nichts davon.
44 Sie dachten, er sei irgendwo unter den Pilgern. Sie wanderten den ganzen Tag und suchten ihn dann abends unter ihren Verwandten und Bekannten.
45 Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie am folgenden Tag nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort.
46 Endlich am dritten Tag entdeckten sie ihn im Tempel. Er saß mitten unter den Gesetzeslehrern, hörte ihnen zu und diskutierte mit ihnen.
47 Alle, die dabei waren, staunten über sein Verständnis und seine Antworten.8
48 Seine Eltern waren ganz außer sich, als sie ihn hier fanden. Die Mutter sagte zu ihm: »Kind, warum hast du uns das angetan? Dein Vater und ich haben dich überall gesucht und große Angst um dich ausgestanden.«
49 Jesus antwortete: »Warum habt ihr mich denn gesucht? Habt ihr nicht gewusst, dass ich im Haus meines Vaters9 sein muss?«10
50 Aber sie verstanden nicht, was er damit meinte.
51 Jesus kehrte mit seinen Eltern nach Nazaret zurück und gehorchte ihnen willig. Seine Mutter aber bewahrte das alles in ihrem Herzen.
52 Jesus nahm weiter zu an Jahren wie an Verständnis, und Gott und die Menschen hatten ihre Freude an ihm.
1 Windeln und Futterkrippe sind die Kennzeichen dieses ›Retters‹. Eine herbe Korrektur jüdischer wie nichtjüdischer Heils- und Heilandserwartungen jener (und aller) Zeit. Als entscheidendes Kennzeichen wird noch das Kreuz hinzukommen (Apg 2,36; 4,10; 5,30).
2 Lukas ist am Thema ›Frieden‹ mehr interessiert als die anderen Evangelisten; siehe die Vergleichsstellen.
3 denn sein Frieden ...: wörtlich auf der Erde Frieden den Menschen des Wohlgefallens. Die Ausleger sind sich einig, dass hier das Wohlgefallen Gottes gemeint ist, d.h. seine erwählende Liebe. Die lateinische Bibel (Vulgata) bietet die sklavisch-genaue, jedoch missverständliche und oft missverstandene Übersetzung den Menschen des guten Willens. – Luther übersetzte nach anderer griechischer Überlieferung (und) den Menschen ein Wohlgefallen.
4 Wörtlich den Christus des Herrn.
5 Siehe Sacherklärung »«.
6 7 Jahren der Ehe stehen 12x7 Jahre geistlich geprägter Witwenschaft gegenüber.
7 Mit dreizehn Jahren wird der junge Israelit verantwortlich für das Halten der Gebote.
8 Die Vollmacht Jesu (vgl. 4,22.32) wird hier zum ersten Mal spürbar.
9 Wörtlich in dem (, was) meines Vaters (ist).
10 Das Sohnesbewusstsein Jesu meldet sich erstmals zu Wort (vgl. 3,22), und zum ersten Mal gebraucht Jesus dieses »muss«, das sein weiteres Leben bestimmen wird (vgl. 4,43; 9,22; 13,33; 17,25; 19,5; 22,37; 24,26.44).
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