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Gute Nachricht Bibel

Gott gibt seinem Volk eine Zukunft

1 »Höre, mein Diener Jakob! Höre, Israel, den ich erwählt habe!1
2 Ich, der Herr, dein Schöpfer, der dich im Mutterleib gebildet hat und dir seitdem beisteht, ich sage dir: Hab keine Angst, Jakob, mein Diener, Jeschurun, mein Erwählter!
3 Wie ich strömenden Regen über das verdurstende Land ausgieße, so gieße ich meinen Lebensgeist aus über deine Nachkommen, sodass sie sich mehren durch meinen Segen.
4 Dann werden sie aufschießen wie Gras nach dem Regen, wie Pappeln an Wassergräben.«
5 Viele Menschen werden dann kommen und sich dem Volk des Herrn anschließen.2 »Ich gehöre dem Herrn«, wird der eine sagen und der andere schreibt es sich sogar auf die Hand. »Auch ich zähle jetzt zu den Nachkommen Jakobs«, sagt ein dritter und der vierte legt sich den Ehrennamen ›Israel‹ bei.3

Israel kann auf seinen Gott vertrauen

6 Der Herr, Israels König und sein Befreier, der Herrscher der Welt,4 sagt: »Ich bin der Erste und ich bin der Letzte; außer mir gibt es keinen Gott.
7 Wer ruft wie ich immer Neues ins Dasein? Er soll den Beweis antreten und mir alles der Reihe nach aufzählen, angefangen bei der Urzeit, als ich die Menschen schuf! Und was künftig geschehen wird, das soll er einmal vor allen hier erzählen!
8 Habt keine Angst, ihr Leute von Israel, lasst euch nicht verwirren! Habe ich nicht im Voraus angekündigt, was jetzt geschieht? Ihr habt es gehört, ihr seid meine Zeugen. Gibt es einen Gott außer mir? Gibt es außer mir einen, auf den man sich felsenfest verlassen kann? Ich kenne keinen.«

Die Blindheit der Götzenverehrer

9 Ohnmächtige Menschen sind alle, die Götzenbilder herstellen, und auch die schönen Bilder sind ohnmächtig. Fragt man ihre Verehrer, was die Götzen denn vollbracht haben, so müssen sie beschämt verstummen; denn von Taten haben sie nie etwas zu sehen und zu hören bekommen.
10 Wie kann jemand so töricht sein und sich einen Gott machen, sich ein Götterbild gießen lassen – ein Bild, das doch nicht helfen kann!
11 Die Handwerker, die es herstellen, sind ja auch nur Menschen. Deshalb werden alle, die von den Götzenbildern Hilfe erwarten, enttäuscht. Sie sollen doch einmal kommen und das Gegenteil beweisen! Sie werden mit Schrecken feststellen, dass sie verlassen sind, und werden beschämt abziehen müssen.
12 Der Schmied nimmt ein Stück Eisen und bearbeitet es in der Glut. Mit großen und kleinen Hämmern gibt er ihm die gewünschte Form. Er wendet seine ganze Kraft auf, und weil er darüber Essen und Trinken vergisst, ist er am Ende ganz erschöpft.
13 Der Holzschnitzer misst einen Block ab, zeichnet die Umrisse der Gestalt darauf und arbeitet sie mit dem Stecheisen heraus. Schließlich glättet er noch die Oberfläche. So schafft er ein Bild, das aussieht wie ein Mensch, wie ein Prachtstück von einem Mann. Das Bild wird in ein Haus gestellt und da bleibt es und rührt sich nicht.
14 Man wählt dafür eine Zeder oder eine besonders kräftige Eiche im Wald oder man zieht Lorbeerbäume, die der Regen groß und kräftig werden lässt.
15 Mit dem Holz dieser Bäume macht sich der Mensch ein Feuer, er wärmt sich daran oder backt Brot damit – und aus demselben Holz macht er sich ein Götterbild, vor dem er sich zu Boden wirft.
16 Den einen Teil des Holzes verbrennt er; auf dem Feuer brät er sich Fleisch und isst sich an dem Braten satt. Er sitzt am Feuer und sagt: »Ah, das wärmt! Was für ein schönes Feuer!«
17 Aus dem anderen Teil macht er sich einen Gott und wirft sich davor nieder. Er betet zu dem Holz und sagt: »Rette mich! Du bist doch mein Gott.«5
18 Die Götzenverehrer haben keinen Verstand. Ihre Augen sind verklebt, sodass sie nichts sehen; ihr Herz ist verschlossen, sodass sie nichts begreifen.
19 Wer sich ein Götzenbild macht, denkt nicht darüber nach, was er tut; sonst würde er zur Einsicht kommen und sagen: »Die Hälfte des Holzes habe ich verbrannt, über dem Feuer habe ich Fleisch gebraten und in der Glut mein Brot gebacken. Und da sollte ich aus der anderen Hälfte einen Götzen machen, mich vor einem Holzklotz niederwerfen?«
20 Genauso gut könnte er die Asche anbeten. Sein törichtes Herz hat ihn in die Irre geführt. Auf diesem Weg kann er sein Leben nicht retten. Er müsste zur Einsicht kommen und sagen: »Das ist doch Lug und Trug, was ich da in der Hand halte!«

Gott hat schon eingegriffen

21 Der Herr sagt: »Ihr Leute von Israel, ihr Nachkommen Jakobs, denkt daran: Ihr steht unter meinem Schutz. Ich habe euch geschaffen, ihr seid meine Schützlinge.6 Und ich vergesse euch nicht!
22 Ich habe eure ganze Schuld vergeben; sie ist verschwunden wie der Nebel vor der Sonne. Wendet euch mir zu, denn ich werde euch befreien.«
23 Der Himmel soll jauchzen und die ganze Erde jubeln. Die Berge sollen in ein Freudengeschrei ausbrechen, der Wald und alle seine Bäume sollen darin einstimmen. Denn der Herr hat die Nachkommen Jakobs befreit, an Israel zeigt er seine Macht und Herrlichkeit.

Der Schöpfer der Welt als Herr der Geschichte

24 Höre, Israel, was dein Befreier verkündet, er, der dich im Mutterleib geschaffen hat: »Ich bin der Herr, der alles schafft und wirkt. Ich ganz allein habe den Himmel ausgespannt wie ein Zelt, ich habe die Erde ausgebreitet mit eigener Kraft.
25 Ich strafe die Voraussagen der Zeichendeuter Lügen und stelle die Wahrsager als Narren bloß. Ich mache die Weisen ratlos und zeige, dass ihr Wissen nichts wert ist.
26 Aber was meine Beauftragten voraussagen, das lasse ich eintreffen, und was meine Boten als meinen Plan verkünden, das führe ich aus. Jetzt sage ich zu Jerusalem: ›Sei wieder bewohnt!‹; ich lasse es wieder erstehen aus seinen Trümmern. Und zu den Städten Judas sage ich: ›Ihr werdet wieder aufgebaut!‹
27 Jetzt sage ich zum gefahrdrohenden Meer:7 ›Trockne aus! Deine Fluten sollen versiegen!‹
28 Und jetzt sage ich zu Kyrus:8 ›Ich mache dich zum Hirten meines Volkes.‹ Er wird alles ausführen, was ich will. Er wird befehlen:9 ›Jerusalem wird wieder aufgebaut und der Tempel wird von neuem errichtet.‹«
1 Das Volk in der Verbannung wird hier mit seinem Stammvater Jakob, der den Namen Israel erhielt, in eins gesehen. Das gilt auch für andere Stellen in Jes 40–49, an denen »Jakob« zur Verdeutlichung mit »Nachkommenschaft Jakobs« übersetzt ist; vgl. z.B. 40,27; 43,1; 49,5.
2 Der Satz ist verdeutlichender Zusatz.
3 Auch ich zähle ...: mit veränderten Vokalen; H Der wird den Namen Jakobs ausrufen und der wird den Namen Israel ehrend nennen.
4 der Herrscher der Welt: wörtlich der Herr Zebaot.
5 In der Frühzeit Israels sah man in Götzenbildern nicht, wie es hier geschieht, Beweise der Ohnmacht der Götter, sondern wirkende Sinnbilder ihrer Macht. Darum wurden Götzenbilder nicht verlacht, sondern verboten (Ex 34,17; Lev 19,4). Erst später begann man in Israel über die Torheit der Götzenverehrung zu spotten.
6 Schutz, Schützlinge: Der Text spricht zweimal von Israel als Gottes Knecht, womit hier nicht das Dienst-, sondern das Schutzverhältnis gemeint ist.
7 Meer: Gemeint ist wahrscheinlich die Weltmacht Babylonien. Sie wird mit dem »Urmeer« verglichen, das als Chaos der Schöpfung vorangeht und sie ständig bedroht (Ijob 38,8-11); siehe Sacherklärung »«.
8 Siehe Einführung vor Kap 40
9 Kyrus hat dann in der Tat ein entsprechendes Edikt erlassen (siehe Esra 1,2-4).
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