Schließen
BibleServer ist ein auf Spenden basiertes Projekt von ERF Medien. Bereits mit 25 € unterstützen Sie den Fortbestand dieser Website.
Jetzt spenden
Hilfe

Gute Nachricht Bibel

Ijob: Gott behandelt mich ungerecht

1 Ijob antwortete:
2 »Von dieser Art hab ich genug gehört! Nur Last ist euer Trost für mich, nicht Hilfe!1
3 Machst du nun endlich Schluss mit dem Gerede? Was reizt dich denn, mir ständig zu erwidern?
4 Wenn ihr jetzt hier an meiner Stelle wärt, dann könnte ich genau dasselbe sagen. Ich könnte meinen Kopf sehr weise schütteln und euch mit schönen Sprüchen reich bedenken.
5 Ich gäb euch neue Kraft – mit meinem Mund; ich zeigte euch mein Mitleid – mit den Lippen.
6 Mein Reden lässt die Schmerzen nicht verschwinden; doch schweige ich, so wird mir auch nicht leichter.
7 Gott hat sein Ziel erreicht: Ich bin am Ende, rings um mich ist es menschenleer geworden.
8 Er gräbt mir tiefe Falten ins Gesicht, bis zum Gerippe bin ich abgemagert; und all das muss nun meine Schuld beweisen.
9 Voll Zorn starrt er mich an, knirscht mit den Zähnen und reißt mir alle Glieder einzeln aus.
10 Die Leute rotten sich um mich zusammen, sie reißen ihre Mäuler auf und spotten, sie schlagen mir voll Feindschaft ins Gesicht.
11 Gott hat mich an Verbrecher ausgeliefert, mich schlimmen Schurken in die Hand gegeben.
12 Aus meinem Frieden riss er mich heraus, er packte mich im Nacken, warf mich nieder. Dann nahm er mich als Ziel für seine Pfeile,
13 die mich von allen Seiten dicht umschwirren. Erbarmungslos durchbohrt er meine Nieren, lässt meine Galle auf die Erde fließen.
14 Er schlägt mir eine Wunde nach der andern, so wie ein Kriegsheer Breschen in die Mauer.
15 Das Trauerkleid ist meine zweite Haut, besiegt und kraftlos liege ich im Staub.
16 Ganz heiß ist mein Gesicht vom vielen Weinen, die Augen sind umringt von dunklen Schatten.
17 Und doch, an meinen Händen klebt kein Unrecht und mein Gebet ist frei von Heuchelei!2
18 Hör mich, du Erde, deck mein Blut nicht zu, damit sein Schreien nicht zur Ruhe kommt!3
19 Im Himmel muss doch einer für mich aufstehn, der dort mein Recht vertritt und für mich bürgt.
20 Von meinen Freunden hab ich nichts als Hohn, doch unter Tränen blick ich hin zu Gott.
21 Gott, der mein Freund ist, muss mir Recht verschaffen und Gott, den Feind, in seine Schranken weisen.4
22 Es eilt, denn meine Jahre sind gezählt, bald gehe ich die Straße ohne Rückkehr.
1 Ijob weist die Rede scharf zurück. Er hat von den Freunden Trost erwartet; statt dessen machen sie mit ihren Worten sein Leiden nur noch schlimmer.
2 Obwohl Ijob Gott und die Welt gegen sich hat und alles gegen ihn zu sprechen scheint, besteht er auf seiner Unschuld.
3 Wenn Ijob jetzt stirbt, dann ist das in seinen Augen Mord. Das Blut eines Ermordeten wird nach alter Anschauung von der Erde nicht zugedeckt, sondern schreit nach Vergeltung (Gen 4,10; Ez 24,7-8).
4 Der Vers ist nicht sicher zu deuten; wörtlich (blicke ich zu Gott) dass er einem Mann Recht schaffe gegen Gott und einem Menschen gegen seinen Gefährten.
© 2016 ERF Medien