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Gute Nachricht Bibel

Gott lässt dem Menschen keine Hoffnung

1 Was ist der Mensch, von einer Frau geboren? Sein Leben ist nur kurz, doch voller Unrast.
2 Wie eine Blume blüht er und verwelkt, so wie ein Schatten ist er plötzlich fort.
3 Und trotzdem lässt du ihn nicht aus den Augen, du ziehst ihn vor Gericht, verurteilst ihn!
4 Du musst doch wissen, dass er unrein ist, dass niemals etwas Reines von ihm ausgeht!
5 Im Voraus setzt du fest, wie alt er wird, auf Tag und Monat hast du es beschlossen. Du selbst bestimmst die Grenzen seines Lebens, er kann und darf sie niemals überschreiten.
6 Darum blick weg von ihm, lass ihn in Ruhe1 und gönne ihm sein bisschen Lebensfreude!2
7 Für einen Baum gibt es noch eine Hoffnung: Wenn man ihn fällt, dann schlägt er wieder aus.
8 Selbst wenn die Wurzeln in der Erde altern, der Stumpf im Boden abstirbt und verdorrt
9 er muss nur ein klein wenig Wasser spüren, dann treibt er wieder wie ein junges Bäumchen.
10 Doch stirbt ein Mensch, so ist es mit ihm aus. Wenn er gestorben ist, wo bleibt er dann?
11 Vielleicht geschieht's, dass Ströme nicht mehr fließen, dass auch das Wasser aus dem Meer verschwindet;
12 doch tote Menschen stehen nicht mehr auf, sie werden nie aus ihrem Schlaf erwachen. Noch eher stürzt der ganze Himmel ein!
13 Verbirg mich doch dort unten bei den Toten, versteck mich, bis dein Zorn vorüber ist! Bestimme doch, wie lang ich warten muss, bis du mir deine Güte wieder zeigst.3
14 Doch kommt ein Toter je zurück ins Leben? Ich hielte gerne diese Qualen aus, wenn ich auf bessere Zeiten hoffen könnte.
15 Du würdest rufen, ich dir Antwort geben. Du würdest wieder Freude an mir haben und daran denken, dass ich dein Geschöpf bin.
16 Du würdest alle meine Schritte zählen, doch keine Liste meiner Sünden führen.
17 Für immer würdest du die Schuld verschließen, du decktest alle meine Fehler zu.
18 Jedoch auch Berge stürzen ein, zerfallen, und Felsen rücken fort von ihrer Stätte;
19 das Wasser kann den harten Stein zerreiben, Sturzregen schwemmt den Ackerboden fort. So lässt du unsere Hoffnung untergehen!
20 Du zwingst den Menschen nieder mit Gewalt, machst seine Züge starr und fremd im Tod und schickst ihn fort – er kommt nie mehr zurück.
21 Wenn seine Kinder hier zu Ehren kommen oder in Schande stürzen, weiß er's nicht.
22 Was er noch fühlt, ist nur die eigene Ohnmacht und trauern kann er nur noch um sich selbst.«
1 Ijob beklagt sich, dass Gott das an sich schon kurze Menschenleben durch ständige Überwachung geradezu unerträglich macht.
2 Die Zeile wörtlich damit er wie ein Tagelöhner seinen Tag (= den kleinen Rest nach der Arbeit) genießen kann.
3 Ijob kann den grundlosen Zorn Gottes nicht verstehen. Darum appelliert er an den gütigen Gott, den er kennt, damit dieser ihn in der Totenwelt so lange verberge, bis der Zorn vorüber ist. Er malt sich aus, wie friedlich sein Leben hinterher wieder sein könnte; Verse 15-17. Doch in den folgenden Versen (18-22) klagt er über die Unerfüllbarkeit dieses Wunsches.
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