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Gute Nachricht Bibel

Ein unverdientes Geschenk

1 Höre, Volk Israel! Du wirst jetzt den Jordan überschreiten. Du wirst Völker vertreiben, die größer und stärker sind als du, und Städte in Besitz nehmen, die durch himmelhohe Mauern geschützt sind.
2 Es gibt dort das Volk der Anakiter, ein großes Volk mit riesenhaften Männern. Ihr habt von ihnen gehört und kennt das geflügelte Wort: »Mit den Anakitern nimmt es keiner auf.«
3 Aber ihr werdet erleben, dass der Herr, euer Gott, vor euch herzieht wie ein verzehrendes Feuer; er wird sie vor euch in die Knie zwingen, sodass ihr sie in kürzester Zeit vertreiben und vernichten könnt, wie er es euch versprochen hat.
4-5 Wenn das geschehen ist und der Herr sie vor dir vertrieben hat, dann lass dir nicht einfallen zu sagen: »Das ist der Lohn für meinen Gehorsam! Weil ich immer das Rechte getan habe, hat der Herr mich in dieses Land gebracht.« Nein, der Herr gibt dir dieses Land nicht deshalb, weil du ihm gehorcht hast und ihm immer treu gefolgt bist. Vielmehr vertreibt er diese Völker vor dir, weil sie sich schuldig gemacht haben und um die Zusage einzulösen, die er deinen Vorfahren Abraham, Isaak und Jakob mit einem Eid gemacht hat.
6 Macht euch nichts vor! Der Herr, euer Gott, gibt euch dieses schöne Land nicht wegen irgendwelcher Verdienste. Nein, ihr seid ein durch und durch widerspenstiges Volk!1

Der Ungehorsam des Volkes am Gottesberg

7 Denkt doch daran, wie oft ihr in der Wüste den Zorn des Herrn, eures Gottes, herausgefordert habt! Von dem Tag an, da ihr aus Ägypten aufgebrochen seid, bis zu eurer Ankunft an diesem Ort habt ihr euch dem Herrn widersetzt.
8 Am Berg Horeb habt ihr ihn so sehr zum Zorn gereizt, dass er euch vernichten wollte.
9 Ich war damals auf den Berg gestiegen, denn der Herr wollte mir die beiden Steintafeln übergeben, auf denen die Verpflichtungen des Bundes geschrieben standen, den er mit euch geschlossen hatte. Vierzig Tage und vierzig Nächte blieb ich oben auf dem Berg, ohne etwas zu essen und zu trinken.
10 Dort gab der Herr mir die beiden Tafeln. Er hatte mit eigener Hand die Worte darauf geschrieben, die er aus dem Feuer heraus zu euch gesprochen hatte, während ihr unten am Berg versammelt wart.
11 Es war am Ende der vierzig Tage und vierzig Nächte, dass der Herr mir die Tafeln mit den Bundesverpflichtungen gab.
12 Dann sagte er zu mir: »Steig rasch den Berg hinab! Dein Volk, das du aus Ägypten herausgeführt hast, hat etwas Schreckliches getan. Sie sind sehr schnell von dem Weg abgewichen, den ich ihnen doch eben erst durch meine Gebote gewiesen habe. Sie haben sich ein gegossenes Gottesbild gemacht.«
13 Und er fügte hinzu: »Ich weiß jetzt, was für ein widerspenstiges Volk sie sind.
14 Versuche nicht, mich umzustimmen. Ich will sie so gründlich vernichten, dass nicht einmal ihr Name in Erinnerung bleibt. Aus deinen Nachkommen aber will ich ein Volk machen, das noch größer und stärker ist als sie.«
15 Sofort stieg ich den Berg hinunter, der noch immer in Flammen stand. Die beiden Steintafeln trug ich in den Händen.
16 Da sah ich, dass ihr euch gegen den Herrn, euren Gott, aufgelehnt und euch ein gegossenes Stierbild gemacht hattet. So schnell wart ihr von dem Weg abgewichen, den er euch mit seinen Geboten gewiesen hatte!
17 Ich schleuderte die beiden Tafeln zu Boden und zerschmetterte sie vor euren Augen.
18 Dann warf ich mich vor dem Herrn nieder und lag vor ihm noch einmal vierzig Tage und vierzig Nächte lang, ohne etwas zu essen und zu trinken. Ich trat für euch ein und flehte ihn an, dass er euch eure Schuld vergibt; denn ihr hattet mit eurem Götzendienst seinen Zorn erregt.
19 Ich fürchtete, der Herr würde in seinem Zorn euch alle vernichten; doch der Herr hörte auch diesmal auf mein Gebet.
20 Auch auf Aaron war der Herr zornig und wollte ihn töten; aber ich betete auch für ihn.
21 Das Stierbild, das ihr in eurer Auflehnung gegen den Herrn gemacht hattet, warf ich ins Feuer, zermalmte es und zerrieb die Überreste zu Pulver. Das streute ich in das Wasser des Baches, der vom Berg herabkommt.
22 Schon zuvor und auch später immer wieder, bei Tabera, bei Massa und bei Kibrot-Taawa, habt ihr den Herrn zum Zorn gereizt.
23 Und als der Herr, euer Gott, in Kadesch-Barnea zu euch sagte: »Zieht los und erobert das Land, das ich euch zugesprochen habe«, da widersetztet ihr euch seinem Befehl. Weil ihr dem Herrn nichts zugetraut habt, habt ihr ihm nicht gehorcht.
24 Seit ich euch kenne, lehnt ihr euch gegen ihn auf.

Wie Gott auf Moses Fürbitte antwortet

25 Ich lag also damals vierzig Tage und vierzig Nächte im Gebet vor dem Herrn, weil er gedroht hatte, euch zu vernichten.
26 Ich betete: »Ach Herr, du mächtiger Gott, vernichte doch nicht dein Volk, dein Eigentum, das du in deiner großen Macht aus dem Sklavendienst befreit und mit starker Hand aus Ägypten herausgeführt hast!
27 Denk an Abraham, Isaak und Jakob, die dir treu gedient haben, und sieh nicht auf die Schuld dieses widerspenstigen Volkes!
28 Du kannst doch nicht zulassen, dass sie in dem Land, aus dem du uns herausgeführt hast, sagen: ›Ihr Gott war nicht imstande, sie in das Land zu bringen, das er ihnen zugesagt hatte! Oder er hat sie gehasst und hat sie nur von hier weggeführt, damit sie in der Wüste umkommen.‹
29 Sie sind doch dein Eigentum, dein Volk, das du mit deiner großen Kraft und deinem ausgestreckten Arm in die Freiheit geführt hast!«
1 Das hat sich, wie die Verse 7-24 ausführen, während der ganzen Wüstenwanderung erwiesen; vgl. Ex 14,11-12 und die Vergleichsstellen dazu. Das Thema der »unverdienten Gnade«, das für Paulus so zentral wird (Röm 3,23-24; Eph 2,8-9), erklingt schon hier und 8,17-18 in reinster Form.
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